Fasten zu Hause

Beim eigentlichen Fasten geht es nicht darum auf alles zu verzichten, sondern eher um die Kalorienmenge, die zu sich genommen wird. Hierbei sollten es allerdings nur 300 bis 500 Kalorien pro Tag sein.

  • Brötchen
  • Obst
  • Saft
  • Suppe

gehören weiterhin auf den Speiseplan.

Viele entscheiden sich zum Fasten, wenn die Karnevalszeit zu Ende geht und wollen möglichst bis Ostern durchhalten. Das ist einfacher als gesagt, denn ohne eine gute Vorbereitung geht gar nichts. Es braucht auch nicht unbedingt dieser Termin eingehalten zu werden, gefastet werden kann das gesamte Jahr über.

Traditionell ist also der Aschermittwoch der Beginn der Fastenzeit, das ist aber nicht verbindlich. Das Fasten an sich sollte in erster Linie ohne Stress beginnen, es sollte entspannt sein und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Das Fasten muss auch nicht von einen auf den anderen Tag beginnen, besser ist den Körper vorzubereiten. Das geht, wenn im Vorfeld zwei bis drei Entlastungstage eingelegt werden. Heißt: An diesen Tagen sollte bereits reduziert gegessen werden. Empfohlen werden dafür eine Wärmflasche, Bittersalz und Fastennahrung.

Das richtige Fasten

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Diejenigen, die sich für das Fasten entschieden haben, sollten auf keinen Fall nur auf der faulen Haut liegen. Wer rastet, der denkt an Essen und zudem werden unnötigerweise nach einiger Zeit die Muskeln angegriffen. Der Körper holt sich was er braucht und dazu gehört nun einmal das Eiweiß, das sich in den Muskeln befindet.

Yoga wäre das Richtige, denn es dient nicht nur zum Entspannen, sondern auch zum Ausspannen. Dazu kommt noch das richtige Trinken, denn das ist überaus wichtig. Es sollten am Tag drei bis vier Liter Flüssigkeit zu sich genommen werden und das in Form von:

  • Wasser
  • Kräutertees
  • Saftschorlen

Die Getränke bescheren nicht nur ein schönes Hautbild, sondern kämpfen ganz nebenbei auch noch das Hungergefühl nieder.

Hinweis:
Wird dem Körper auf diese spezielle Weise Nahrung entzogen, wirkt sich das auf den Stoffwechsel aus. Das kann unter Umständen ein Kältegefühl ( Wärmflasche ) erzeugen. Es sollte also an wärmende Kleidung gedacht werden, erst Recht, wenn es beim Fasten auf Reisen geht.

Klug Kombinieren ist wichtig

Gerade für einen Anfänger kann sich das Fasten auswirken, denn es bedeutet eine große körperliche Umstellung. Fasten und gleichzeitig Arbeiten ist dabei keine so gute Idee. In den ersten Tagen fällt es am schwersten, denn es klagen viele Personen über Kopfschmerzen, einen schlechteren Schlaf und zudem fällt es schwer sich zu konzentrieren. Es ist daher von Vorteil, die ersten Tage mit einem Urlaub zu kombinieren.

Besonders anfällig ist die Leber, die eine wahre Entgiftungszentrale im menschlichen Körper ist. Beim Fasten wird sie unnatürlich hoch gefordert und muss daher besonders unterstützt werden. Helfen können Leberwickel, die feuchtwarm aufgelegt werden sollten. Hierbei gibt es noch einen Nebeneffekt, denn der ganze Körper wird entspannt und kommt zur Ruhe.

Fasten bedeutet nicht unwillkürlich hungern, sondern die ganze Konzentration auf wenige Nahrungsmittel zu lenken. Das schlägt sich wiederum auf das spätere Bewusstsein vom Geschmack nieder. Besonders gern werden zur Fastenzeit in Milch eingeweichte Brötchen verzehrt, die intensiv gekaut werden sollten.

Vor dem Fasten

Das Fasten soll nicht nur den Geist, sondern in erster Linie den Körper reinigen. Daher ist eine Darmreinigung angesagt und das am besten bevor die Fastenzeit beginnt. Am Anfang steht also die totale Entleerung, was mit Bittersalz aus der Apotheke oder einem Einlauf zu erreichen ist.

Gründe für das Fasten gibt es einige, zum einen gibt es religiöse Riten, die aus dem:

  • Hinduismus
  • Islam
  • Judentum
  • Christentum

bekannt sind. Zum anderen sind es gesundheitliche Einschränkungen, die ein Fasten nötig machen. Nachweislich tut Fasten der Gesundheit gut und sollte die Ernährung nachhaltig umgestellt werden, ist das ein positiver Nebeneffekt.

Fasten geht mit Entgiftung und Entschlackung einher und das hilft den Organen sich zu regenerieren. Eingelagerte Giftstoffe werden beseitigt, die können sich entweder aus der Nahrung oder der Umwelt festgesetzt haben. Der Verdauungstrakt neigt im Übrigen dazu, dass er durch falsche Ernährung leicht übersäuert. Fasten hilft alles wieder in Schwung zu bringen und das trägt zum Wohlbefinden bei.

Fasten aus gesundheitlichen Gründen

Die Haut ist wohl das größte Gut des Menschen und zudem auch das größte Organ. Viele sehen sie auch als Spiegel für einen gesunden Menschen an, wird sie entgiftet, wirkt sie:

  • Straffer
  • Glatter
  • Reiner

Manche Ärzte raten sogar zu einer Fastenkur, besonders wenn es sich um:

  • Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • Migräne
  • Mundgeruch
  • Zungen Belag
  • Gelenkschmerzen
  • Gliederschmerzen

handelt. Nachweislich hat das Fasten hier einen großen Erfolg gebracht ohne, dass zusätzlich Medikamente genommen wurden.

Fasten kann aber auch bei mentalen Gründen hilfreich sein. Vor allem dann, wenn bestimmte Aktivitäten den Körper belasten. Entspannung heißt hierbei das Zauberwort, alles was emotional und mental zu sehr anstrengt, sollte vermieden werden.

Hinweis:
Fasten ist nicht mit einer Nulldiät gleichzusetzen. Auf die richtige Nahrungszusammenstellung kommt es an. Wer das nicht einhält, riskiert nicht nur Heißhungerattacken, sondern auch Kreislaufprobleme. Zudem sollte auf genügend Protein geachtet werden, da ansonsten Muskelmasse abgebaut wird.

Gründe, die für das Fasten sprechen

Beim Fasten steht eines besonders im Vordergrund, dass ist das Wohlbefinden. Für andere sind es überflüssige Pfunde, die sie verlieren möchten. Dabei gibt es viele Gründe, die für eine Fastenkur sprechen:

  • Fasten stärkt das Immunsystem
  • Es ist der Einstieg zu einer gesünderen Ernährung
  • Fasten entschlackt, entgiftet und befreit den Körper von eventuellen Schadstoffen
  • Es bringt Abstand zum alltäglichen Allerlei
  • Der Körper kommt zur Ruhe
  • Fasten dient der Gesundung
  • Bekämpft Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Rheuma, Gicht, Allergien
  • Es stärkt das Bindegewebe
  • Stärkt die Abwehrkraft, sodass es eine geringere Anfälligkeit gegen Infekte gibt

Fasten und Heilfasten sollte nicht verwechselt werden, denn beides hat einen anderen Ursprung. Diejenigen, die sich für das normale Fasten entschieden haben, verzichten auf bestimmte Genussmittel wie zum Beispiel Tabak oder Kaffee.

Heilfasten dient einzig und allein dem gesundheitlichen Aspekt. Als Hauptbestandteil dienen hierbei:

  • Körperliche Regeneration
  • Entlastung
  • Reinigung

Wissenschaftliche Belege gibt es hierfür zwar nicht, aber gewisse Entgiftungsvorgänge sind nachgewiesen. Die Entlastung und Schonung des Stoffwechsels können körperliche Abläufe durchaus verbessern. Dazu gehören unter anderem:

  • Selbstreinigung des Darms
  • Erholung einer Fettleber
  • Abbau von Blutfetten
  • Abbau von Entzündungsstoffen

Zudem stimmten viele der Fastenden zu, dass gerade in der Anfangszeit vermehrt für die Ausschüttung vom Glückshormon Serotonin gesorgt wurde. Danach war in der ersten Zeit einer Fastenkur sogar eine vermehrte Leistungssteigerung zu verspüren.

Fasten kann eine totale Nahrungsumstellung nach sich ziehen, als Diät darf es dennoch nicht angesehen werden. Es sollte zudem Minimum 10 Tage praktiziert werden, aber nicht länger als 5 Wochen dauern. Nach dieser Zeit gibt es keine natürlichen Energiereserven mehr und der Körper würde auf vorhandene Quellen zurückgreifen. Das führt dann wiederum zu Mangelerscheinungen, die keinem Körper auf Dauer guttun.

Die ersten Tage sind die schwersten

Wie bei anderen Dingen auch, ist aller Anfang schwer, dass gilt auch für die Zeit des Fastens. In den ersten zwei bis vier Tagen ist der Hunger am größten und viele Willige werfen vorzeitig die Flinte ins Korn. Es gibt Personen, die mit Kopfschmerzen reagieren, andere klagen über Schwindel und fühlen sich körperlich geschwächt.

Experten raten deshalb an, dass Fastende, die den Nahrungsverzicht zum ersten Mal probieren, sich in einer Fastenklinik anmelden oder sich einer Fastengruppe anschließen.

Es gibt zudem unterschiedliche Fastenprogramme, die entweder nur kalte oder heiße Flüssigkeiten erlauben. Zusätzlich darf Obst gegessen werden oder, wie schon erwähnt, die eingeweichte Semmel. Täglich ist ein Viertelliter Gemüsesaft erlaubt, wobei es zur Mittagszeit eine Gemüsebrühe ohne Einlage sein darf.

Hinweis:
Fasten können nur körperlich gesunde Menschen, wobei Kinder und Schwangere ausgenommen werden. Verzichten müssen weiterhin diejenigen, die unter:

  • Chronischen Herz – Kreislauf – Erkrankungen leiden
  • Bluthochdruck haben
  • Diabetes
  • An Schilddrüsenüberfunktion leiden

Das Gleiche gilt für Personen mit Rheuma, Gicht oder Depressionen. Wer ständig Medikamente einnehmen muss, sollte das Fasten mit dem zuständigen Hausarzt absprechen.

Die Fastenzeit und ihr Ursprung

Eingeführt wurde eine 40 – tägige Fastenzeit im 4. Jahrhundert von der Kirche. In diesen sechs Wochen mussten sich die Christen auf das Osterfest vorbereiten. Allerdings sprechen sich viele dafür aus, dass es schon im 2. Jahrhundert eine Art Fastenzeit gab, die allerdings nur ganze zwei Tage dauerte.

Natürlich sieht auch die Kirche das Fasten heute nicht mehr als so streng an, feste Tage der Abstinenz gibt es dort lediglich am Aschermittwoch und am Karfreitag.

Als Begründer des Heilfastens gilt der deutsche Arzt Otto Buchinger, der an Rheuma litt und sich selber 1919 einer Fastenkur unterzog. Der Erfolg gab ihm Recht und darum gründete er wenig später seine Fastenklinik. Zudem erschien ein Buch von ihm, das ihn zum Begründer des Heilfastens machte.

Seiner Ansicht nach, reichte es völlig, den Körper mit:

  • Tee
  • Wasser
  • Gemüsebrühe
  • Säfte
  • Honig

zu versorgen. Die bringen wenig Energie, verfügen jedoch über genügend Vitamine und Mineralstoffe, sodass der Körper bestens versorgt ist.

Tipps zum Fasten

Um das Fasten leichter zu machen, können bestimmte Gesichtspunkte gesetzt werden. Dazu gehören folgende Vorschläge:

  • Nur Lebensmittel aus der Region essen. Dazu kann ein bestimmtes Bundesland dienen oder ein Landkreis oder eben ganz Deutschland.
  • Auf Fleisch verzichten.
  • Vegane oder vegetarische Ernährung ausprobieren
  • Nur Bio – Produkte einkaufen
  • Keine Fertiggerichte essen
  • Jeden Tag Obst und Gemüse verzehren
  • Nur Fair Trade Produkte kaufen
  • Unverpackte Lebensmittel kaufen

Fasten liegt heutzutage wieder voll im Trend. Es ist aber nicht immer gut, das auf eigene Faust durchzuziehen. Nicht jeder Körper ist für das Fasten geeignet, denn es bereitet ihm einigen Stress, wenn zwei bis vier Wochen eine totale Umstellung erfolgt.

Hinweis:
Bei diesen Erkrankungen ist Fasten absolut verboten:

  • Gastritis
  • Leber – und Nierenerkrankungen
  • Magengeschwür
  • Darmerkrankungen ( Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa )

Wer sich nicht sicher ist, sollte das Vorhaben immer mit seinem Arzt absprechen, dass beugt bösen Überraschungen vor.

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