Beinwell – Heilkraut bei Verletzungen ?

Der Beinwell oder auf Latein, Symphytum officinale, ist eine mehrjährige Heilpflanze, die bis zu 1,5 Meter hoch werden kann. Sie trägt glockenförmige Blüten in Gelb und Weiß oder rotviolett. Zu medizinischen Zwecken werden von der Pflanze, die frischen oder getrockneten Wurzeln verwendet.

Bei Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen oder auch bei Knochenbrüchen, kann Beinwell durchaus hilfreich sein. Allerdings sind große Mengen von Beinwell äußerst giftig, darum kann es nur als Fertigarznei erworben werden.

Wirkungen von Beinwell ?

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Der Hauptwirkstoff der Pflanze ist Allantoin, dazu kommen noch Alkaloide (Symphytin), Schleimstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle. Die Wundheilung fördert Allantoin und trägt dazu bei, die Wundgeneration zu fördern. In der Regel werden Kompressen und Breiumschläge angewendet, um eine Heilung zu erreichen.

Vorsicht:
Sämtliche Teile von Beinwell enthalten toxische Substanzen, darum darf das Heilkraut nur äußerlich zur Anwendung kommen. Bei innerer Anwendung besteht die Gefahr, dass die Leber geschädigt wird und ein Krebs – Risiko ist auch nicht auszuschließen. Schwangere sollten vor einer eventuellen Anwendung, Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Beinwell variiert von Pflanze zu Pflanze, was den Gehalt der toxischen Pyrrolizidinalkaloiden betrifft. Es sollten darum nur Fertigpräparate verwendet werden. Diese sind zu erhalten in Form von:

  • Salben
  • Pasten
  • Andere Zubereitungen zur äußeren Anwendung

Vorgeschrieben ist ein Gehalt von dem Wirkstoff Pyrrolizidinalkaloid von höchstens 0,1 Milligramm. Verwender sollten sich unbedingt an die vorgeschriebene Dosierung des Beipackzettels halten.

Beinwell wird schon seit mehreren tausend Jahren als Heilmittel genutzt. Das Heilkraut war schon in frühester Zeit als Mittel gegen Knochenbrüche, Verrenkungen und Gelenkbeschwerden bekannt. Zu finden ist Beinwell an Bachufern oder auf Wiesen und die Blütezeit ist von Mai bis Juli. Verbreitet ist die Pflanze in ganz Europa.

In der Medizin wird die Beinwellwurzel hauptsächlich genutzt. Wird Salbe verwendet, kann diese Entzündungen mildern, Schmerzen lindern und eine Wundheilung hilfreich unterstützen. Experten vermuten, dass für den Heilungsprozess die Inhaltsstoffe Allantoin, als auch die Gerb – und Schleimstoffe verantwortlich sind.

Die Heilpflanze gehört zur Familie der Borretsch Gewächse (Boraginaceae). Die Inhaltsstoffe der Droge bestehen aus:

Pyrrolizidinalkaloide
Cholin, Asparagin
Gerb – und Schleimstoffe
Saponine
Triterpene
Inulin, Protein, Aminosäuren

Die Ernte gestaltet sich aus dem Ausgraben der Wurzeln. Danach kommt eine genaue Säuberung. Pflanzenteile müssen bei einer Temperatur von 60 Grad getrocknet werden, um sie weiterzuverarbeiten. Synonyme von Beinwell sind unter anderem Hechwurzel, Symphyti Radix oder Consolidae radix.

Anwendung von Beinwell

Da Beinwell eine wundheilende und entzündungshemmende Wirkung hat, wird es in Form von Salben oder Umschlägen häufig bei Sportverletzungen genutzt. Die Anwendung darf nur auf einer Haut erfolgen, die keine offenen Wunden aufweist.

Das Heilkraut fördert, bedingt durch die Inhaltstoffe, dass Wachstum von Knorpel -, Muskelzellen -, sowie von Knochen. Zudem wird die Zellgeneration im Bindegewebe gefördert und rote Blutkörper, zum Beispiel bei einem Bluterguss, werden abgebaut.

Hinweis:
Nebenwirkungen sind bei einer äußeren Anwendung nicht bekannt, allerdings darf Beinwell nur auf intakter Haut genutzt werden. Die innere Anwendung ist strikt untersagt, bei Tierversuchen stellte sich heraus, dass Beinwell leberschädigend und krebserregend sein kann.

In der Volksheilkunde kommt die Pflanze nicht nur bei, schon erwähnten, Verletzungen zum Tragen, sondern auch bei Entzündungen von Zahnfleisch oder des Rachens. Als Mundwasser kann die Pflanze ebenfalls genutzt werden. Die Volksmedizin erlaubt auch eine innere Anwendung, bei:

  • Bronchitis
  • Lungenbeschwerden
  • Durchfallerkrankungen
  • Magengeschwür

In der Apotheke gibt es unterschiedliche Präparate, die Beinwell beinhalten. Hierunter finden sich Salben, Pasten, Cremes und weitere Einreibungen. Alle haben eine entzündungshemmende Wirkung und kommen auch als Antirheumatikum zum Einsatz.

Empfohlen werden weiterhin Beinwell – Pasten, da diese einen Wärmespeicher bieten, was den Schleimstoffen zuzuordnen ist. Bei kleineren Frakturen, sowie bei Haarrissen in Knochen kommen Umschläge in Frage, aber nur, wenn kein Gipsverband erforderlich ist.

In der Homöopathie sind Globuli oder Tropfen bekannt, die zur inneren Anwendung dienen. Diese werden in der Hauptsache aus frischen Wurzeln hergestellt. Da Beinwell eine stark toxische Wirkung hat, sollte eine Tagesdosis von 100 Milligramm nicht überschritten werden. Verordnete Salben und Pasten dürfen nur etwa 5 bis 20 Prozent der getrockneten Droge enthalten.

Hinweis:
Beinwellzubereitungen müssen auf 4 bis 6 Wochen im Jahr begrenzt werden, weil alle Präparate lebertoxische Alkaloide enthalten. Umschläge mit Beinwell können alle 2 bis 4 Stunden erneuert werden, wobei dieses 2 bis 3 Mal am Tag erfolgen kann.

Zubereitungsformen von Beinwell

Es gibt diverse unterschiedliche Darreichungsformen von Beinwell. Bekannt sind hierbei Tinkturen und Teeaufgüsse oder aber auch Breiumschläge. Dafür werden frische Wurzeln verwendet, die bei äußeren Verletzungen, wie zum Beispiel Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen für schnelle Linderung sorgen können. Da die Blätter der Pflanze reich an Allantoin sind, werden sie zu Cremes und Aufgussölen verarbeitet. Helfen tun diese Darreichungsformen auch bei arthritischen Gelenken, sowie innerlich bei Geschwüren im Verdauungstrakt.

Tee aus Beinwell kann der Nutzer relativ einfach selber herstellen, indem 1 bis 2 Teelöffel (entspricht rund 4bis 8 Gramm) mit siedendem Wasser aufgegossen werden. Der Aufguss sollte nach Möglichkeit nicht länger als 5 Minuten ziehen, um dann abgeseiht zu werden.

Beinwell ist eine der hauptsächlichen Säulen der Naturheilkunde. Verwendung fand er schon bei Hildegard von Bingen und Paracelsus. Hier wurde die Pflanze zur äußeren Anwendung bei Knochenverletzungen angewendet und zur inneren Anwendung bei Durchfallerkrankungen. Bis heute ist Beinwell eine Heilpflanze, die überwiegend zu therapeutischen Zwecken genutzt wird.

Das Heilkraut lässt sich gut mit anderen Heilpflanzen kombinieren. Hier sind es vor allen Dingen Lavendel, Thymian und Wacholder die dazu dienen. Besonders bei einem schmerzhaften Dammriss, wie er bei Geburten entstehen kann, kommt ein Beinwell – Aufguss Öl in Kombination mit einem Lavendelöl in Frage. Anwendungen in Form von einem Sitzbad fördern nicht nur die Heilung, sondern auch das Zellwachstum und verringern ebenso eine Narbenbildung.

Verwendung in der Homöopathie

In der Homöopathie werden hauptsächlich Arzneimittel (Symphytum), die aus der frischen Wurzel hergestellt wurden, verwendet. Wie es auch in der Phytotherapie der Fall ist, unterstützt Beinwell den Heilungsprozess bei Knochenbrüchen und verletzter Knochenhaut.

Sehnen – und Bänderverletzungen können schneller auskuriert werden und es lindert zudem Schmerzen bei Verstauchungen und Prellungen. Homöopathen wenden den Wirkstoff Symphytum ebenfalls bei einem Hämatom an, denn Wärme wird hierbei als wohltuend empfunden.

Mögliche Heilwirkungen von Beinwell sind:

  • Entzündungshemmend
  • Blutstillend
  • Lindernd
  • Wundheilend
  • Schmerzstillend

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig, denn die Pflanze kann bei unterschiedlichen Beschwerden angewendet werden. Hierunter fallen unter anderem:

Abszesse, Arthritis, Arthrose
Blutarmut, Blutergüsse, Brandwunden
Diabetes mellitus, Durchfallerkrankungen
Ekzeme, Furunkel
Gastritis, Gelenkschmerzen, Gichtknoten
Ischias, Insektenstiche
Juckreiz
Hämorriden, Hautjucken

 

Zu den Inhaltsstoffen gehören weiterhin Harz, Kieselsäure, Stigmasterol und Asparagin. Der wichtigste Inhaltsstoff ist Allantoin. In erster Linie wirkt es sekretionsfördernd auf verwundete Stellen. Das Abfließen von Zellflüssigkeit wird gefördert und gleichzeitig können eventuelle Krankheitserreger, wie Bakterien, nicht eindringen. Im Zusammenhang mit den anderen Wirkstoffen (Schleimstoffe) wird die Bildung neuer Zellen unterstützt, dass gilt nicht nur für die Haut -, sondern dient auch dem Knochengewebe.

Beinwell hat durchblutungs -, als auch keimhemmende Eigenschaften. Gerbstoffe bilden eine Schutzschicht über verletzte Gewebestellen und wehren Krankheitserreger ab. Ebenso beinhaltet Beinwell Cholin, was die Durchblutung fördert und so bei einem Hämatom heilungsfördernd wirkt.

Darreichungsformen

Beinwell Tinkturen können leicht selber hergestellt werden. Benötigt werden 30 Gramm Beinwellwurzel und 70 prozentiger Weingeist, hiervon circa 150 ml. Die Tinktur ist ein altes und bewährtes Hausmittel. Dazu wird die geschnittene Beinwurzel in ein Gefäß gegeben und mit dem Weingeist aufgefüllt. Nach der Lagerung an einem kühlen Ort muss das Ganze mit demineralisiertem Wasser, circa 150 ml, aufgefüllt werden. Nach dem Abseihen kann die Tinktur genutzt werden.

Die Mixtur wird am besten mit einem Stück Gaze auf die Haut gelegt. Es ist darauf zu achten, dass auf der Haut keine sichtbaren Verletzungen sind. Zudem darf die Tinktur nicht länger als maximal 6 Wochen im Jahr aufgetragen werden.

Eine weitere Darreichungsform ist Beinwell Salbe, die ebenfalls zu Hause gemixt werden kann. Hierzu werden unverdünnte Beinwell Tinktur, Lanolin und Olivenöl verwendet. Das Heilmittel ist eizusetzen bei Blutergüssen, Verstauchungen und Gelenkschmerzen, sollte aber auch nicht länger als 6 Wochen im Jahr genutzt werden.

Bitte beachten:
Risiken und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Schwangere und Kinder unter 2 Jahren sollten nicht mit der Pflanze behandelt werden. Beinwell in Salben oder Tinktur Form dürfen nur auf intakte Haut kommen. Anwendungen nicht länger als 4 bis 6 pro Jahr.

Weitere Anwendungsbeispiele sind in der Küche zu finden. Beinwell lässt sich nicht nur zu einem Tee verarbeiten, sondern frische Blätter und Triebe sind schmackhaft als Salat oder Gemüse. Ein Ausbacken ist ebenfalls möglich.

Die Pflanze ist weiterhin zu nutzen, bei starker Hornhaut, Knochenhautentzündungen und auch Krampfadern können damit gut behandelt werden. Verspannungen lassen deutlich nach und bei einer Quetschung, tritt kurze Zeit nach der Behandlung, eine Linderung ein.

Im Volksmund ist Beinwell auch als „Knochenheiler“ bekannt. Sämtliche Arten von Sportverletzungen können mit der Heilpflanze behandelt werden. Die oberirdischen Blätter eignen sich hervorragend, um in der Küche verwendet zu werden. Die Beigabe von einem Beinwellblatt in einem Smoothie ist anzuraten.

 

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