Erikablüten – Alte Heilpflanze mit positiver Wirkung

Erika (auch als Heidekraut, Besenheide, Immerschön, Kuhheide oder Zetten bekannt) prägt die Heidelandschaften und wächst dort, wo sonst kaum etwas gedeihen kann. Genau dort werden Erikablüten immer wieder in der Volksheilkunde bei unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt.

Das wichtigste zu Erikablüten (Calluna vulgaris)…

  • … rein pflanzliches und für Kinder geeignetes Naturprodukt
  • … können bei Schlaflosigkeit hilfreich sein
  • … können Hautausschlag lindern
  • … sollen bei Verdauungsbeschwerden, Rheuma und Augenentzündungen Linderung verschaffen

Erikablüten – Gewachsen aus dem Blut von in Schlachten gefallenen Kriegern

Die Erika gilt als eine recht alte Heilpflanze, der nachgesagt wird, sie sei aus dem Blut von in Schlachten gefallenen Kriegern gewachsen. In diesem Mythos ist durchaus ein bisschen Wahrheit zwischen den Zeilen zu finden. Immerhin waren die von offenem Gelände geprägten Heidelandschaften oft Austragungsorte für Schlachten.

Im klassischen Altertum wurden Erikablüten einiger Quellen zufolge bereits zu Heilzwecken verwendet. Größere Bedeutung kam den Erikablüten als Heilpflanze aber erst ab dem 16. Jahrhundert zu. Die schleimlösenden sowie harn- und schweißtreibenden Eigenschaften standen dabei im Fokus. Die Pflanze wurde zu dieser Zeit bereits bei Hautproblemen, Augenentzündungen, Nierensteinen, Verdauungsproblemen sowie Rheuma und Gicht verwendet. In der modernen Pflanzenheilkunde sind Erikablüten aber kaum noch von Bedeutung.

Erikablüten – Kleiner Ausflug in die Botanik

Die Erika gehört zur Calluna-Gattung und hier zur Familie der Heidekrautgewächse. Die Pflanze erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe von dreißig Zentimetern bis zu einem Meter und gehört zu den immergrünen Tiefwurzlern. Zwischen den Spätsommer- und Herbstmonaten trägt sie ihre Blüten, in dieser Zeit werden auch Kraut und Blüten für heilkundliche Zwecke gesammelt und dann verarbeitet.

Die Blüten der Pflanze sind dicht und in Form von Trauben angeordnet, mit etwa vier Jahren beginnt die Blühreife. Das Kraut wird durch verschiedenste Insekten bestäubt, die Samen durch den Wind verbreitet. Erikapflanzen sind in ganz Europa verbreitet und auch im Osten bis nach Westsibirien zu finden. Sie wächst in Heiden, Mooren, lichten Wäldern und auch in Höhenlagen bis 2.700 Meter.

Wirkung und Anwendung von Erikablüten

In der Natur- und Pflanzenheilkunde kommen Erikablüten vor allem als Tee oder Tinktur zur Anwendung.

Eine Erikablüten-Tinktur kann bei Hautausschlägen, geröteter Haut sowie Entzündungen verwendet werden und wird äußerlich aufgetragen.

In Form von Tee können Erikablüten bei Rheuma und Gicht für Linderung sorgen, gleiches gilt für Blasenentzündungen, Einschlafprobleme oder auch Verdauungsbeschwerden.

Für den Tee werden einfach ein bis zwei Teelöffel Erikablüten mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergossen, die dann etwa zehn Minuten ziehen müssen und im Anschluss abgeseiht werden. Täglich können zwei bis drei Tassen getrunken werden, größere Mengen können jedoch zu Magenbeschwerden führen.

Auch eine äußerliche Anwendung des Tees mit Kompressen ist bei Hautproblemen oder Augenentzündungen möglich.

Die Wirkung der Erikablüten beruht auf den Inhaltsstoffen (z. B. Arbutin, Saponine, Enzyme, Hydrochinon, Kalk, Flavonglykoside, Mineralstoffe, Gerbstoffe). Diesen werden blutreinigende und harn- sowie schweißtreibende Wirkungen nachgesagt. Auch schmerzlindernd sollen die Blüten wirken können.

Die den Erikablüten nachgesagten Wirkungen sind nicht zu verachten. Neben den bereits genannten Einsatzmöglichkeiten können auch Beschwerden wie Stoffwechselprobleme sowie Erkältungen und Husten damit gelindert werden. Sogar bestimmte psychische Beschwerden (z. B. auch Eigenliebe, Geltungsdrang, Eitelkeit, Egozentrik) oder auch Angst vor dem Alleinsein können sich lindern lassen.

Auch eine antibakterielle, eine desinfizierende und eine leicht beruhigende Wirkung wird den Erikablüten nachgesagt.

Anwendungsbereiche für Erikablüten

Die Anwendungsbereiche für Erikablüten sind – wie bereits beschrieben – sehr vielseitig. Die typischsten Anwendungsgebiete in der Pflanzenheilkunde sind hier aufgeführt.

Erikablütentee bei Schlafproblemen

Wer gelegentlich oder auch regelmäßig zu Schlafproblemen (z. B. Schlaflosigkeit, Einschlafprobleme) leidet, kann mit einer Tasse Erikablütentee Abhilfe schaffen. Wird dieser vor dem Schlafengehen getrunken, kann er aufgrund der nachgesagten beruhigenden Wirkung wie ein Einschlafmittel wirken.

Erikablütentee bei Verdauungsbeschwerden

Erikablütentee kann zur Linderung von Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Vor allem bei Verdauungsbeschwerden aufgrund von Stress und ungesunder Ernährung kann er hilfreich sein, ohne dabei – wie viele chemisch hergestellte Medikamente – gesundheitliche Schäden zu verursachen. Erikablütentee kann für eine empfindliche Magen- und Darmschleimhaut eine gute Alternative zu herkömmlichen Arzneimitteln sein.

Erikablütentee bei Hautausschlägen

Unschöne Hautausschläge sind keine Seltenheit. Hautärzte verschreiben als Heilmittel oft viel zu schnell Cortison, was den Ausschlag meist nur für eine kurze Zeit verschwinden lässt. Auf die Organe hat Cortison leider oft unerwünschte Nebenwirkungen, zudem wird die Haut dadurch dünner. Wer nun regelmäßig Erikablütentee trinkt, kann dem Hautausschlag von innen heraus entgegenwirken. Der Tee wirkt sich weder auf Haut noch auf Organe negativ aus und kann auch äußerlich angewendet werden.

Erikablütentee gegen Augenentzündungen

Durch die moderne Welt und der häufigen Arbeit an PCs werden die Augen in Mitleidenschaft gezogen. Augen sind nicht darauf ausgelegt, für mehrere Stunden täglich auf einen Bildschirm zu schauen. Sie reagieren darauf mit Trockenheit oder schlimmstenfalls schmerzhaften Augenentzündungen. So zeigen die Augen dem Körper, dass sie überanstrengt sind und eine Pause brauchen. Augentropfen können die Beschwerden durchaus lindern, doch es ist nicht sinnvoll, nur die Symptome und nicht die Ursache zu bekämpfen.

Erikablütentee kann den Heilungsprozess bei Augenentzündungen von innen heraus positiv unterstützen.

Erikablütentee bei Rheuma und Gicht

Wer unter Rheuma, Gicht oder auch Erkältungskrankheiten leidet, kann sich mit dem regelmäßigen Konsum von Erikablütentee etwas Gutes tun. Anders als die chemische Keule, welche nur eine kurzzeitige Linderung der Beschwerden hervorruft, kann er auf natürliche Weise zu einer Verbesserung oder gar Beseitigung dieser beitragen.

Erikablütentee bei Depressionen

In einer genauen Analyse konnten Heilpraktiker feststellen, dass Erikablütentee scheinbar positive Auswirkungen auf Depressionen hat. In der Naturheilkunde ist es deshalb üblich, Erikablütentee als natürliches Antidepressivum einzusetzen.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten für Erikablütentee

Erikablütentee soll weiterhin bei Nierensteinen und Prostatavergrößerung helfen können.

Nierenerkrankungen sind in der heutigen Zeit, die von Stress, Bewegungsmangel sowie ungesunder und vitaminarmer Ernährung sowie erhöhtem Salzkonsum und geringer Flüssigkeitszufuhr geprägt ist, keine Seltenheit. Durch die Inhaltsstoffe in Erikablütentee können Nierensteine Naturheilkundlern zufolge sanft behandelt werden.

Weiterhin wird den Erikablüten und ihren Inhaltsstoffen nachgesagt, sie können bei der Behandlung von Prostatavergrößerungen hilfreich sein. Auch vorbeugend kann Erikablütentee hier sinnvoll sein.

Erikablüten –Auch für Kinder geeignet ?

Da Erikablüten und damit auch Tees und Tinkturen daraus reine Naturprodukte sind, ist auch eine Anwendung bei Kindern möglich.

Die äußerliche Anwendung von Tinkturen erstreckt sich hier über die bereits bekannten Gebiete wie Hautbeschwerden.

Innerlich angewendet soll Erikablütentee als natürliche Alternative zu Beruhigungsmitteln wirken können. Es kommt nicht zu Nebenwirkungen und auch Schäden an den Organen sind nicht zu erwarten – ganz anders als bei chemischen Beruhigungsmitteln.

Trinkt ein Kind keinen Tee, kann aus den Blüten auch ein Sirup hergestellt werden, der dann in Wasser gemischt einen leckeren Fruchtsaft ergibt.

Sind Nebenwirkungen bei der Anwendung von Erikablüten bekannt?

Bis dato lässt sich diese Frage mit „nein“ beantworten. Es sind aktuell weder Neben- noch Wechselwirkungen bei der Anwendung von Erikablüten bekannt. Auch kennt die Volks- und Erfahrungsheilkunde noch keine Gegenanzeigen, die eine Anwendung von Erikablüten ausschließen würden.

Erika – Anbauen, erkennen und sammeln

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In naturbelassenen Gärten ist die Erika eine sehr dekorative Pflanze, die gut auf sandigen Böden und an Böschungen gedeiht. Der Handel bietet inzwischen mehr als 1.000 Zuchtsorten an und so ist die Pflanze auch für den Winter beliebt geworden.

Die Erika blüht etwa zwischen Juli/August und Oktober, die Blüten können dann gesammelt werden. Es handelt es sich um einen Zwergstrauch, der bis zu 40 Jahre alt werden und eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen kann. Die verästelten Stängel befinden sich am Boden, die Zweige wachsen nach oben. Die Blätter der Erika sind immergrün, die Erikablüten rosa bis hellviolett.

Inhaltsstoffe in Erikablüten (ohne genaue Angaben)

19 bis 28 Prozent Phenolcarbonsäuren (z. B. Chlorogensäure)
Flavonoide (z. B. Callunin, Catechin, Epicatechin, Herbacetin, Kämpferol, Myricetin, Quercentin, Taxifolin)
Procyanidin B-2 und D-1
Gerbstoffe
Triterpene (Urolsäure)
Steroide (Beta-Sitosterol)

 

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