Guaraná (Paullinia cupana) - Alternative zum Koffein ?

Die Guaraná zählt zur Seifenbaumfamilie und ist eine Pflanze, die genau genommen im Amazonsbecken zu Hause ist. Die Guaraná (Paullinia cupana) bezieht sich laut Überlieferungen auf das indigene Volk Guarani in Südamerika. Die ethnobotanische Tradition dieser Pflanze ist weitreichend und auch heute noch werden die Samen gern als Nahrungsmittelergänzungsmittel sowie als Zusatz in verschiedenen Getränken oder Lebensmitteln genutzt.

Guaraná als Pflanze

Die recht hölzerne Pflanze stellt sich als rankender Strauch oder auch Liane dar und wächst an typischen, tropischen Standorten. Hier kann sie eine Wuchshöhe von immerhin 12 m erreichen. Die Rinde der Guaraná ist in jungen Tagen bräunlich und weich behaart, welche jedoch mit der Zeit verkahlen. Lediglich bei der Paullinia cupana var. sorbilis entstehen mit der Zeit Ranken, die aus den Blattachseln hervortreten.

Die Laubblätter erreichen eine Länge von bis zu 35 cm und sind sowohl in Blattstiel als auch Blattspreite unterteilt. Der Blattstiel und auch die Blattrhachis sind rinnenförmig, konvex angelegt und weisen zarte Streifen auf. Die Blattspreite hingegen ist eher ledrig, unpaarig sowie kahl und untergliedert sich in 5 Blattabschnitte, die eine Länge von ca. 10 bis 20 cm reichen sowie Blattabschnitte, die rund 9 cm lang werden können. Die oberen Blattbereiche sind recht länglich, während sich die unteren Abschnitte in eiförmigen Blättern äußern. Bei der Endfieder handelt es sich eher um spitze und teils keilförmige Anlagen, die Seitenfiedern sind im Wesentlichen abgerundet und auch nur teilweise stielförmig. Ein Blattrand ist weniger deutlich erkennbar und durch geringe Zähnungen angelegt. Nebenblätter können round about 2-3 mm lang werden.

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Die Guaraná ist eher einhäusig und monözisch (getrenntgeschlechtig). Die Blüten entstehen in End- sowie Seitenständen, die Ranken erhalten vermehrt traubige Blütenvorkommen. Die Rhachis und somit die Blütenstandachse unterliegt einem Durchmesser von ca. 2 mm. Während die Tragblätter pfriemförmig eine Länge von 1 bis 1,5 mm aufweisen, sind die Blütensteile mittig unterteilt und erreichen eine Länge von 4 bis 5 mm. Die zumeist kleinen und eingeschlechtigen Blüten sind in spiegelgleiche Hälften (zygomorph) angelegt und mit fünfzähligen Blütenhüllen versehen. Der kahle Fruchtknoten ist hingegen dreikammerig und bildet als Nektardiskus die Basis des Blütenstands.

Die Fruchtreife ist schließlich erzielt, wenn die Kapselfurcht 6 bis 8 mm lang ist und eine orangerote Farbe erreicht. Die Frucht öffnet sich indes langsam und weist ein bis zwei Samen auf, die kahl, schwarz oder auch grünlich sein können. In der Basis der Frucht befindet sich die weiße Arillus – insgesamt kann in der aufgekeimten Frucht mit den Samen eine Art Auge erkennbar werden, welches von den indigenen Völkern mit vielerlei Mythen und Legenden verbunden ist.

Eine Vermehrung ist in der Regel durch Allogamie – also Fremdbestäubung – möglich und wird durch die Arbeit von Bienen der Familie der Melipona als auch Apis erzielt. Die Verbreitung der Samen selbst wird auf natürlichem Wege durch große Vögel erreicht. Die Keimfähigkeit der Samen bezieht sich lediglich auf drei Tage – gleichwohl vertragen sich die Samen weder mit Austrocknung noch mit Frost. Eine Keimdauer hingegen kann bis zu 100 Tage in Anspruch nehmen.

Guaraná und seine Anwendungsgebiete

Seit vielen Jahrhunderten wird die Guaraná von den Indios im Amazonas verehrt und genutzt. Die hergestellte Guaraná-Paste wird ähnlich wie Kakao oder Schokolade verwendet und kann für vielzählige Zwecke im Bereich der Volksmedizin angewandt werden.

Heute wird Guaraná vornehmlich auf Plantagen als Kletterpflanze in Paraguay, Venezuela oder Brasilien angebaut. Da sich die Nachzucht der Samen als überaus schwierig darstellt, ist die Guaraná überaus begehrt. Die getrockneten sowie geschälten Samen werden nach der Vorbereitung zu Pulver vermahlen, in Wasser schließlich aufgewertet und unter anderem mit Honig gesüßt getrunken. Ähnlich wie Kaffee wirkt dieses Gebräu recht anregend und kann mitunter Hungergefühle eindämpfen.

Einige brasilianische Firmen wie Kicos, Kuat oder Antarctica nutzen das Guaraná ebenso für die Produktion von Limonaden und ähnlichen Erfrischungsgetränken. Auch für die Herstellung von Schokoladen, Tees, Energy-Drinks, Kaugummi oder auch Gleit-Gel wird gern die Guaraná zur Hand genommen. Für weitere Zwecke ist das Pulver ebenso als Nahrungsergänzungsmittel in auserwählten Reformhäusern erhältlich. Der Gerbstoff wird auf rund 25% beziffert, was wiederum die Wirkung des Koffeins verzögert, oder aber auch verlängert. Gleichwohl wird die Guaraná Wirkung von Fitnessliebhabern als auch Bodybuildern genutzt, gilt dieses als leistungsfördernd.

Da die Guaraná als recht herb oder gar bitter im Geschmack beschrieben wird, ist ein purer Genuss eher ungewöhnlich. Aus diesem Grund wird das Guaraná Pulver vornehmlich gern mit anderen Lebensmitteln vermischt, um einen angenehmen Geschmack zu erhalten. Häufig wird hierzu Cassava-Mehl verwendet. Diese Mischung kann anschließend je nach Gusto mit kalten oder warmen Wasser vermengt werden. Der Koffein-Gehalt wird hier mit 3% – 6% beziffert, der Tannin-Gehalt liegt bei ungefähr 2% – 3%.

Die unterschiedlichen Varianten der Guaraná Wirkung

Dass Guaraná eine ähnlich stimulierende Wirkung wie Kaffee in sich birgt, wurde bereits erwähnt. Der Koffeingehalt schlägt mit 4% – 8% in der Trockenmasse zu Buche. Aufgrund dieser pushenden Fähigkeiten, wird Guaraná fälschlicherweise oft als Guaranin bezeichnet – eine derartige Substanz ist jedoch nicht bekannt. Das Guaraná Pulver enthält mitunter

  • 12 % Tannine
  • 4% – 6% Koffein
  • 0% – 0,25% Theophyllin
  • 0,02% – 0, 04 % Theobromin
  • 6% Catechin
  • 3% Epicatechin
  • 3% – 4% Mineralstoffe
  • 6% – 8% Wasser
  • Stärke
  • Saponine

Den anregenden Wirkungen zum Trotz, kann die Guaraná noch wesentlich mehr leisten. Demzufolge gilt die Substanz als fiebersenkend in leichter Form und kann bei gewisser körperlicher Schwäche auch das Durchhaltevermögen positiv beeinflussen. Neben dem Hungergefühl kann auch Durst eingedämpft werden, was allerdings wiederum eine erhöhte Gefahr für eine Dehydrierung darstellen kann. Zudem kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen, die aus einem übermäßig erhöhten Konsum heraus resultieren. So ist bei unverhältnismäßigem Genuss mit

  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Zitterattacken
  • Reizbarkeit

zu rechnen. Auch für Menschen mit Bluthochdruck, chronischen Kopfschmerzen sowie für Schwangere ist Guaraná eher weniger geeignet. Eine Überdosierung wird zumeist mit der Einnahme von 7 – 10 Tassen innerhalb eines recht kurzen Zeitraumes erreicht. Dies kann u. a. auch mit 20 g Guaraná Pulver beziffert werden. Tritt eine oben genannte Guaraná Wirkung auf, die zweifelsohne als Nebenwirkung zu erklären ist, so raten Mediziner an, diese Maßgabe sofort mit dem Trinken von recht hohen Wassermengen zu kompensieren.

Mittlerweile ist die Substanz in Form von Guaraná Tabletten, Guaraná Kapseln, Guaraná Tee, als Kaugummi oder Fitnessdrinks erhältlich. Wer Guaraná kaufen möchte, findet eine Reihe von Darreichungsformen, die als Nahrungsergänzungsmittel dienlich sein können. Guaraná Pulver wird entsprechend gern erworben, kann dies entweder in Getränke gerührt oder mit Joghurt vermischt werden. Durch die Einnahme von Guaraná wird der Anwender nicht nur leistungsfähiger, sondern auch konzentrierter. Personen, die an Lernstress leiden oder sich in Prüfungssituationen befinden, aber auch Sportler, die einer besonders hohen Beanspruchung unterliegen, verwenden daher gern Guaraná.

Guaraná im Fokus der Wissenschaft

116587552 – fotolia.com – Rawf8

Während in Europa die Guaraná recht gern konsumiert wird und in verschiedenen Formen frei erhältlich ist, wurden indes auch unterschiedliche Studien vorgenommen, um die Samen der Pflanze genauer zu untersuchen. In den Jahren 1982 und 1989 wurde bereits bekannt, dass die Samen der Guaraná einen koffeinähnlichen Wirkstoff enthalten. Im Vergleich:

Die Samen der Guaraná enthalten etwa 4% – 8% Koffein – in Kaffee ist ca. 1% bis 2% Koffein eingebunden.

Das Koffein wird in der Guaraná in Verbindung mit Gerbstoffverbindungen nach und nach freigesetzt. Der Körper hingegen resorbiert das Koffein, demethyliert und oxidiert ihn. Während verschiedener Studien in Europa wurden Testpersonen in unterschiedliche Gruppen unterteilt. Eine Gruppe erhielt Guaraná, die andere eine andere Form von Koffein. Ziel war es, festzustellen, wie die Guaraná Wirkung den Menschen beeinflusst. Einer dieser Studien wurde von Dr. med. Bo Netterstrom im staatlichen Krankenhaus von Kopenhagen vollzogen. Hierbei konnte folgendes Resultat erzielt werden, dass Guaraná mitunter den Fibrinogengehalt im Blut erfolgreich senken kann. Welche Inhaltsstoffe jedoch wirklich für die Wirkungen verantwortlich sind, konnte in den Studien noch klar niedergelegt werden.

Hinweis: Zwar wurde der Guaraná Konsum mittlerweile von der amerikanischen Arzneibehörde FDA als sicher eingestuft, dennoch ist es unumstößlich, dass einige Patienten nicht gut auf diese Substanz ansprechen. Vor allem Menschen, die an

  • Herzerkrankungen
  • Herzschmerzen
  • Angststörungen
  • zu hohem Blutdruck etc.

leiden, sollten auf den Genuss von Guaraná verzichten. Derweil werden Studien durchgeführt, bei dem drei randomisierte und placebokontrollierte Untersuchungsdurchgänge mittels Guaraná vollzogen werden. In einer vorangegangenen Studie wurden Brustkrebspatientinnen während einer Chemotherapie begleitet und mitunter mit Guaraná versorgt. Das Ergebnis: die Tumor-Fatigue konnte verbessert werden. (Quelle: Campos et al 2010).

Damit nicht genug, wurde Guaraná auch zum Zwecke weiterer Studien genutzt. Einige Studien belegten indes, dass die Einnahme von Guaraná, ungeachtet davon, ob es sich hierbei um Guaraná Tee, Guaraná Tabletten, Guaraná Kapseln oder Guaraná Pulver handeln mag, auch die Potenz steigern können. Die in den Samen enthaltenden Stoffe Theobromin sowie Theophillin seien der Grund dafür, gelten diese nicht nur als durchblutungsfördernd, sondern auch als stimulierend. Somit wurde bestätigt, dass der Genuss von Guaraná auch auf das männliche sowie weibliche Sexualempfinden ansprechen kann. In diesem Fall kann ein kontrollierter Verzehr von Guaraná wesentlich besser zum Tragen kommen, als der Einsatz von Viagra, Levitra oder Cialis.

Hinweis: Langzeittherapien mit Guaraná liegen kaum vor. Wer Guaraná kaufen möchte, um etwaige Potenzprobleme zu korrigieren, sollte vorab mit einem Arzt über die Einnahmemöglichkeiten sprechen. Einer Selbstmedikation für diese Zwecke sollte demnach nicht nachgegangen werden.

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Die Fortschritte der modernen Medizin und Wissenschaft haben somit aufgrund der mannigfaltigen als auch komplexen Methoden verschiedene Diagnosen erbracht. Patientinnen als auch Patienten können geheilt, anderen mit einem besseren oder auch längeren Leben erfreut werden. Wichtig ist jedoch, dass im Zuge von Therapien über Folgen und Nebenwirkungen gesprochen wird. Eine Therapie sollte demnach nicht im Alleindurchgang, sondern bestmöglich mit Experten, Medizinern und Ärzten vollzogen werden.

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