Hibiskus – Mehr, als nur eine schöne Zierpflanze

Der Hibiskus (auch als Eibisch, Rote Malve oder Afrikanische Malve bekannt) gehört zur Familie der Malvengewächse, welche etwa 300 Arten umfasst. Heimisch ist Hibiskus ursprünglich in wärmeren Regionen der Welt. So wächst er in den Tropen wild.

Hibiskus ist eine ein- oder auch mehrjährige Pflanze. Er kommt als krautige Pflanze, Strauch oder auch Baum vor und kann Wuchshöhen von bis zu fünf Metern erreichen. Hibiskus ist vor allem in Deutschland aufgrund seiner auffälligen, farbenfrohen Blüten als Zierpflanze sehr beliebt. Aber der Hibiskus kann durchaus noch mehr und wird von der Volksmedizin auch als Heilpflanze gesehen.

Hibiskus – Inhaltsstoffe und Wirkung als Heilpflanze

Pflanzenheilkunde und Homöopathie verwenden Hibiskus als Heilpflanze bei unterschiedlichen Beschwerden wie

  • Erkältungen und Entzündungen der oberen Atemwege sowie bei produktivem Husten
  • Appetitlosigkeit, Magenentzündungen, Verstopfungen
  • Störungen der Durchblutungen
  • verstärktem Harndrang
  • Problemen mit dem Kreislauf
  • allergisch bedingten Entzündungen der Haut und Ekzemen

Dem Hibiskus werden dabei folgende Wirkungen nachgesagt:

  • harn- und gallentreibend
  • antibakteriell
  • abführend und entschlackend
  • durstlöschend
  • krampflösend
  • anregend für den Stoffwechsel
  • blutdruck- und cholesterinsenkend

Für die zugeschriebenen Wirkeigenschaften können sehr wahrscheinlich die Inhaltsstoffe des Hibiskus verantwortlich gemacht werden. Diese sind dabei sehr vielfältig. So besteht Hibiskus zunächst zu etwa 15 bis 30 Prozent aus den Pflanzensäuren Apfel-, Hibiskus-, Zitronen- und Weinsäure.

Außerdem finden sich in Hibiskus Anthocyane, Flavonoide, Pektine, Schleimpolysaccharide sowie Phytosterole. Zudem enthält Hibiskus Vitamin C, welches als Antioxidans gilt und somit freie Radikale einfangen kann.

Hibiskus und seine Anwendung

Vorzugsweise wird aus Hibiskus Tee hergestellt, welcher sich sowohl für die innerliche als auch äußerliche Anwendung eignet.

Hibiskusblütentee kann äußerlich für Umschläge, Waschungen sowie Teil- und Vollbäder angewendet werden. In Apotheken und auch Drogerien sind außerdem Cremes und Salben erhältlich, welche mit Hibiskus angereichert sind.

Durch die innerliche Anwendung von Hibiskusblütentee kann der Appetit angeregt werden. Zudem soll er unterstützend bei der Linderung von Erkältungssymptomen und Erkrankungen der Atemwege wirken können. Eine leicht abführende Wirkung wird Hibiskustee aufgrund der Fruchtsäuren zugeschrieben, wenn er in etwas größerer Menge eingenommen wird.

Hibiskusblütentee wird aus 1,5 Gramm fein geschnittenen Hibiskusblütenblättern hergestellt. Diese werden mit kochendem Wasser übergossen, der Tee muss dann etwa fünf bis zehn Minuten ziehen und wird im Anschluss abgeseiht.

Hibiskus – Vorkommen und Sammelzeit

Hibiskus, der ursprünglich vermutlich aus den Gebieten um die Nigerquellen stammt, wird mittlerweile vor allem in tropischen Regionen angebaut und findet sich auch in europäischen Breitengraden.

Hibiscus sabdariffa, die einjährige krautige Pflanze, gedeiht vorzugsweise auf nährstoffreichen Böden. Die Blütenblätter des Hibiskus werden zwischen Juli und September gesammelt. Pflanzenheilkunde und Homöopathie verwenden vor allem die getrockneten Kelche und Außenkelche des Hibiskus.

Hibiskus – Kommt es zu Nebenwirkungen bei seiner Anwendung?

Die Blütenblätter des Hibiskus gelten – anders als viele Medikamente der Schulmedizin – als gut verträglich. Da jedoch noch Untersuchungen zur Wirkung der Pflanze fehlen, ist sie nicht offiziell als Heilpflanze anerkannt.

In sehr seltenen Fällen kann es zu Nebenwirkungen durch die Anwendung von Hibiskus kommen. Dies ist aber meist dann der Fall, wenn Hibiskus in großen Mengen konsumiert wird. Typische Nebenwirkungen bei einer Überdosierung von Hibiskus sind Verdauungsbeschwerden wie Durchfall. Deshalb wird Hibiskus auch oft bei Verstopfung angewendet. Die Nebenwirkungen stellen aber in der Regel keine bedrohlichen Zustände dar, es ist allerdings eine ausreichend Flüssigkeitszufuhr wichtig. Schwangere Frauen sollten nach Möglichkeit auf die Anwendung von Hibiskus verzichten oder dies zumindest mit ihrem Arzt abklären. Für Kinder ist Hibiskus in aller Regel ohne Probleme anwendbar.

Garten-, Topf- und Zimmerhibiskus

Der Hibiskus gedeiht sowohl im Garten als auch als Topf- sowie Zimmerpflanze.

Der Garten- oder auch Strauch-Hibiskus ist meist frosthart, weshalb er auch das Jahr im Garten bleiben kann. Gepflanzt werden sollte er nur im Frühjahr, denn gerade Jungpflanzen benötigen ausreichend Winterschutz. Nur bei erwärmter Erde und ausbleibendem Nachtfrost kann die Pflanze ihre volle Schönheit an einem sonnigen, warmen und vor Wind geschützten Platz entfalten. Der Blütenreichtum und auch die Blütengröße lassen sich durch einen jährlichen, leichten Rückschnitt fördern, auch die Wuchsform kann dadurch beeinflusst werden.

Auch als Topfpflanze im Garten eignet sich Hibiskus. Die Pflege ist jedoch recht aufwändig, nenn noch vor der Blüte muss ein idealer Standort gewählt werden, denn während der Blüte kann eine Standortveränderung zu einem Abfallen der Blüten führen. Zu Beginn des Frühlings oder alternativ im Herbst kann ein leichtes Rückschneiden erfolgen, wodurch für das kommende Jahr ein buschigeres Wachstum gefördert wird.

Auch der Topfhibiskus sollte an einem warmen, sonnigen und windgeschützten Platz stehen. Der Boden sollte nicht nass sein, benötigt aber dennoch eine Menge Wasser. Um Staunässe zu vermeiden, kann eine Drainageschicht auch Blähton oder Kiesel sinnvoll sein. Topfpflanzen sollten zudem etwa alle zwei Wochen gedüngt werden. Für die Überwinterung kann eine Aufstellung des Topfes an einem Platz erfolgen, bei dem Temperaturen zwischen zwölf und 14 Grad liegen.

Auch als Zimmerpflanze ist der Hibiskus durchaus beliebt. Hier blüht er fast das ganze Jahr, zeigt aber eher kurzlebige Blüten, die nach ein paar Tagen wieder verblühen. Jedoch öffnen sich jeden Tag auch neue Blüten. Für den Zimmerhibiskus ist ein heller und sonniger Standort (z. B. Süd- und Westfenster) gut geeignet, wenngleich in der Mittagssonne die Blüten und Blätter gegen Verbrennungen geschützt werden müssen. Für ein gesundes Wachstum sind außerdem Zimmertemperaturen ideal, in der Winterpause (November bis Januar) sollte der Zimmerhibiskus in einem Raum stehen, wo eine Temperatur zwischen zehn und 15 Grad gewährleistet werden kann. Zimmerpflanzen sind nicht winterhart, unter zehn Grad kann er eingehen. Ein Zimmerhibiskus benötigt eine regelmäßige Bewässerung, verträgt aber keine Staunässe. Um sie im Wachstum einzuschränken, sollten Zimmerpflanzen im Frühjahr auf etwa 15 Zentimeter gekürzt werden. Zwischen Februar und Oktober sollte der Zimmerhibiskus außerdem einmal pro Woche gedüngt werden.

Hibiskus und sein symbolischer Wert

Hibiskus wird aber nicht nur als Heilmittel in der Volksmedizin oder als Garten-, Topf- oder Zimmerpflanze genutzt, sondern hat in einigen Regionen auch einen symbolischen Stellenwert. So wird Hibiskus auf Hawaii für verschiedenste Zeremonien genutzt. In China steht die Blüte des Hibiskus als Symbol für Reichtum und Ruhm. Zudem soll der Hibiskus hier jungen Mädchen eine gewisse sexuelle Anziehungskraft verleihen können. Sogar in Afrika wird ihm eine erotische Bedeutung zugeordnet, zudem gilt er dort als heilig.

Hibiskus und seine pflegenden Eigenschaften

Hibiskus ist mittlerweile sogar ein Beauty-Trend für reifere Haut. Die so genannte „Blume der Unsterblichkeit“ verfügt über pflegende Eigenschaften, denn in ihr sind ätherische Öle enthalten. Diesen wird die antibakterielle, antiseptische und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben, die Hibiskus haben soll. Die asiatische Naturkosmetik schätzt Hibiskus für seine scheinbar straffende und auch abschwellende Wirkung, weshalb er hier dafür genutzt wird, die Haut glatt und geschmeidig zu machen. Hibiskus-Extrakt kann bei reifer Haut aufgrund der Inhaltsstoffe wie Vitamin C sowie der Mineralstoffe zu einer Revitalisierung führen. Es erfolgt ein Feuchtigkeitsausgleich und einer vorzeitigen Hautalterung kann dadurch vorgebeugt werden.

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