Kava Kava – der gute Angstlöser

Bei der Pfefferpflanze Kava Kava handelte es sich in den Ursprungsländern Melanesien und Polynesien generell um ein Getränk, was speziell nur den Männern vorbehalten war. Auf Hawaii, zum Beispiel wurde es nach dem Feierabend getrunken, weil es eine entspannende und beruhigende Wirkung hat. In der heutigen Zeit ist Kava Kava weltbekannt. Die Heilpflanze wirkt bei Angst und innerer Unruhe genauso gut, wie bei Muskelverspannungen. Für die antidepressive Wirkung sind Kavalactone verantwortlich, allerdings ist die Pflanze in Verruf gekommen, denn sie soll Nebenwirkungen aufweisen.

Wurde die Heilpflanze Kava Kava irrtümlich verboten?

Im Juni 2002, wurde nach einigen Todesfällen, dem Medizinprodukt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel die Zulassung entzogen. Die endgültige Entziehung erfolgte dann im Jahr 2007, wobei es um Leberschäden ging. Ärzte und Experten liefen Sturm, denn bei Kava Kava würde es sich um ein Arzneimittel handeln, was synthetischen Produkten weit überlegen wäre.

Die Wirkung von Kava Kava ist einfach, denn durch die Einnahme binden sich die beinhaltenden Kavalactone an die Nervenzellen und führen zu einem beruhigenden, schmerzlindernden und muskelentspannenden Effekt. Der beruhigende Pfeffer löst weiterhin Ängste und wirkt antidepressiv.

Da es sich hierbei um ein rein pflanzliches Mittel handelt, stellt sich die Wirkung erst nach längerer Einnahme ein. Der Nutzer muss zwischen einer bis vier Wochen rechnen, damit er beschwerdefrei wird. Anwendungserfahren gibt es bezüglich Kava Kava auch bei psychosomatischen und klimakterischen Beschwerden.

Ärzte plädieren für die Heilpflanze, denn im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Medikamenten, machen die Wirkstoffe Kavalactone nicht süchtig. Seit dem Jahr 2014 ist Kava Kava in Deutschland wieder auf dem Markt, allerdings unter strengen Sicherheitsauflagen und nur gegen Rezept erhältlich.(1)

Was ist Kava Kava eigentlich?

Es handelt sich hierbei um einen Extrakt, der aus der Wurzel von Rauschpfeffer (Piper methysticum) gewonnen wird. Der Strauch ist im Südsee – Raum zu finden und kann bis zu mehreren Metern hoch werden. Bekannt ist Kava Kava seit ungefähr 3000 Jahren und wurde seit dieser Zeit auch als natürliches Entspannungsmittel genutzt.

In Deutschland wird Kava Kava in der Regel als Nahrungsergänzungsmittel genutzt. Die Darreichungsform als Kapsel soll nicht abhängig machen und wurde auch schon bei Alkoholentzügen eingesetzt. Mit Baldrian oder dem Johanniskraut sollte das Mittel nicht verglichen werden, denn es hat anstatt einer dämpfenden, eine eher aufhellende und anregende Wirkung.

Anwendungsgebiete sind:

  • angstlösend
  • entspannend
  • muskelentspannend
  • beruhigend
  • antidepressiv

Darreichungsformen, die bei uns erhältlich sind, sind unter anderem Tropfen, Dragees und ein Pulver. Die Tropfen enthalten weiterhin Aceton, Alkohol und Wasser.

Hinweis:
Aufgrund seiner leberschädigenden Wirkung, ist Kava Kava rezeptpflichtig. In niedriger Dosierung verschreiben es auch Homöopathen, aber auch Allgemeinärzte. Die Heilpflanze unterliegt weiterhin strengen Sicherheitsvorkehrungen. Sollte ein Patient die Droge erhalten, muss er sich strikt an die Anweisungen seines Arztes halten.

Nicht eingenommen werden darf Kava Kava bei:

  • Lebererkrankungen
  • Schwangerschaften
  • Stillzeit

Die empfohlene Dosierung darf maximal 120 Milligramm betragen. Auch diese ist noch mit Vorsicht zu genießen.

Gesundheitliche Probleme und Schäden an der Leber führten dazu, dass die Heilpflanze vom Markt verbannt wurde. Die Nebenwirkungen wurden jedoch nie nachgewiesen. Allerdings kann es dazu kommen, dass sich während der Einnahme leichte Magen – Darm – Beschwerden, Hautrötungen oder Juckreiz einstellen. Das ist nur der Fall, wenn die Droge nicht sachgemäß und streng nach Anweisung eingenommen wird.

Sonstige Nebenwirkungen sind selten zu erwarten, so wurden in den letzten Jahren nur einzelne Fälle bekannt, wo Kava Kava Gesundheitsschäden hinterließ. Diese seien aber, Experten zufolge, nicht auf die eigentliche Heilpflanze, sondern auf den Extraktionsstoff Aceton zurückzuführen.

Symptome, die auf eine Erkrankung der Leber hinweisen

Diejenigen, die Kava Kava zu sich nehmen, sollten auf Warnhinweise achten. Leicht können Beschwerden erkannt werden, die auf eine Lebererkrankung hinweisen. Diese sind zuerkennen an:

  • Gelbsucht
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • brauner Urin
  • heller Stuhlgang
  • Magenschmerzen
  • Appetitlosigkeit

Personen, die die Droge verwenden möchten, sollten bei einem Arzt einen Leberfunktionstest vereinbaren.

Die Pflanzenheilkunde oder auch Phytotherapie genannt, ist die Lehre der Verwendung von Heilpflanzen, als medizinische Produkte. Sie kann nicht nur zur Therapie dienen, sondern auch zur Vorbeugung. Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten Therapieformen, die es gibt und hat sich seit Jahrtausenden bewährt.

Sie wird bis heute auf allen Erdteilen angewandt. Wer die Pflanzenheilkunde begreifen möchte, muss sich mit unterschiedlichen Heilpflanzen gut auskennen. Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es Wechselwirkungen, mit anderen chemisch hergestellten Präparaten gibt.

Warnung:
Vor der Einnahme von Kava Kava ist immer anzuraten, sich bei seinem behandelndem Arzt Rat einzuholen. Das gilt generell und nicht nur bei etwaigen Leberbeschwerden.

Wirkstoffe bekannt

Anders wie bei Baldrian oder dem Hopfen, gibt es bei Kava Kava genügend pharmakologische Erkenntnisse. Die Extrakte der Heilpflanze wirken vor allen Dingen angstlösend, muskelrelaxierend und beruhigend. Weder das Konzentrationsvermögen, noch motorische Störungen, sind bekannt.

Die Indikationen sind vielfältig, es kann sein:

  • Innere Unruhe
  • Konzentrationsschwächen
  • Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Gereiztheit
  • Schlafstörungen

Anlässe für oben genannte Beschwerden können sein, Stress, Leistungsdruck, aber auch Überforderung oder hormonelle Veränderungen. Diese treten häufig in den Wechseljahren und beim prämenstruellen Syndrom auf.

Inhaltsstoffe

Kawalactone:Kava – Pyrone, a Pyrone, Kawaine
Spuren von Desmethoxyyangonin:1% Yangonin, 0,6% Dihydrokawain, 0,5% Dihydromethysticin
Amide:Methoxyzimtsäurepyrroloid, Zimtsäurepyrroliod, Chalcone
freie und aromatische Säuren:Anissäure, Benzoesäure, Capronsäure, Derivate, Hydroxyzimtsäure
Pipermethysticin:Alkaloid, überwiegend in den Blättern
Dihydrokawain:In den Stängeln
Cepharadion A:In den Wurzeln
Ethylketone

Vorsicht:
Sofort abgesetzt werden sollte das Präparat, wenn sich eine gelber Hautausschlag oder eine Verfärbung der Haut zeigen. Ebenso verhält es sich bei Rötungen der Augen, Appetitlosigkeit oder eventuellem Haarausfall. Kava Kava Produkte sind nicht geeignet für Schwangere und Personen mit endogenen Psychosen.

 Besonders bei Personen, die häufig unter Schlaflosigkeit leiden, ist Kava Kava zu empfehlen. Produkte mit dem Wirkstoff garantieren schnelleres Einschlafen und einen längeren Tiefschlaf. Anders als bei chemischen Mitteln, beeinträchtigt es nicht die Traumphase.

Andere Extrakte verursachen häufig Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit und der Reaktionsbereitschaft. Diese Heilpflanze fördert die Gedächtnisleistung und erhöht die Aufmerksamkeit. Kava Kava ist stimmungshebend und gut für die psychische Stabilität. Es macht weder müde, noch gibt es Koordinationsschwierigkeiten.

Kava Kava wirkt ebenso in der traditionellen Medizin bei Infektionen. Laborversucher ergaben, dass bei einer Verabreichung eine Wachtumsreaktion unterschiedlicher Pilzarten eintrat. Ob die Pflanze allerdings auch beim Menschen hilft, ist bislang nicht bekannt, denn die Studien wurden bisher nur an Tieren durchgeführt.

Nachgewiesen wurden aber, dass die Heilpflanze sowohl bei Schlafstörungen, als auch bei Reizblasen und dem nächtlichen Einnässen hilft. Des Weiteren ist bekannt, dass sie förderlich ist, bei klimakterischen und psychosomatischen Beschwerden

Nicht gesicherte Anwendungsgebiete

Eingenommen hilft Kava Kava bei Asthma und Infektionen. Personen könnte geholfen werden, bei Pilzinfektionen, Erkältungen, Blasenentzündung, Gonorrhö und Warzenbefall. Ebenfalls wurde bei Tierversuchen herausgefunden, dass die Droge auch bei Kopfschmerzen wirkt, sowie bei Krämpfen, da sie spasmolytisch ist.

Angeraten wird nur die Verwendung von Produkten, die auf Kavapyrone standardisiert sind. Die Qualitätsprodukte müssen eine Konzentration von mindestens 3,5 Prozent des Trockengewichts aufweisen. Die empfohlene Tagesdosis liegt hier bei 120 Milligramm Kavapyrone.

Da Kava Kava auch Flavonoide und ätherische Öle aufweist, sollten Produkte in einem fest verschließbaren Behältnis, an einem dunklen Ort aufbewahrt werden. Als Tee wirkt die Heilpflanze, wenn 1 Teelöffel zerkleinertes Wurzelmaterial mit 250 Milliliter kaltem Wasser aufgegossen wird.

Comeback – aber mit strengen Auflagen

Pflanzliche Arzneimittel mit dem Inhaltsstoff der Kava Kava dürfen in Deutschland wieder vertrieben werden. Allerdings sind sie rezeptpflichtig und müssen strenge Auflagen einhalten. Demnach darf die Tagesdosis von 120 Milligramm nicht überschritten werden und die Behandlungsdauer liegt bei maximal zwei Monaten.

Vor Beginn und am Ende der Einnahme sollten Leberwerte überprüft werden. Dieses ist zwar kein Muss, aber durchaus sinnvoll. Treten während einer Therapie Anzeichen einer eventuellen Leberschädigung auf, muss diese natürlich unverzüglich beendet werden. Um ein Risiko zu minimieren, wurde Schulungsmaterial hergestellt und herausgegeben.

Hinweis:
Präparate mit Kava Kava haltigen Inhaltsstoffen, dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht nutzen. Zudem gibt es Produktinformationen, die zahlreiche Wechselwirkungen beinhalten. Gleichzeitiger Konsum von Alkohol, muss strikt unterlassen werden. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, zum Beispiel Barbiturate und Psychopharmaka sind möglich.

Die Inhaltsstoffe, die eine heilende Wirkung zeigen, lassen sich ausschließlich in der Wurzel der Pflanze finden. Diese wirken vor allen Dingen beruhigend auf das gesamte Nervensystem beim Menschen. Angst – und Spannungs -, sowie auch Unruhezustände können mit der Pflanze behandelt werden, als auch seelische Belastungen, depressive Verstimmungen und psychovegetative Beschwerden. Die Heilpflanze ist nicht für die äußeren Anwendungen geeignet, sondern nur für eine innere Nutzung.

In der Homöopathie

Zur Anwendung kommt Kava Kava überwiegend in der Homöopathie. In der Regel handelt es sich um orale Mischpräparate, die zum Einsatz kommen. Die Anwendungsgebiete in der Übersicht sind:

Ängste:Panikattacken, Prüfungsangst, Schwindel, Kopfschmerzen
Erschöpfung und Schwäche:Bei großer geistiger Anstrengung, Prüfungsvorbereitungen, große Müdigkeit
Stress:Reizbarkeit, innere Unruhe, angstauslösende Situationen

Kava Kava wirkt sich auf das zentrale Nervensystem aus. Es wirkt auch auf den Magen und die Blase. Die Heilpflanze kann Tieren bei großen Stresssituationen (Silvester), verabreicht werden. Nebenwirkungen der Heilpflanze sind bislang nicht bekannt, es kann jedoch in den ersten Tagen zu leichten Verschlimmerungen der Beschwerden kommen.

Quellen:
(1) http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=57419

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