Hopfen – nicht nur bei Biertrinkern bekannt

Bier ohne Hopfen, dass wäre für einen echten Bierkenner nichts. Er macht schließlich den etwas bitteren Geschmack des Getränkes aus. Hopfen hat aber auch eine beruhigende Wirkung und kann als Heilkräuter genutzt werden.

Bei dem Kraut handelt es sich um eine Rank Pflanze, die eine Höhe von bis zu 7 Metern erreichen kann. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Deutschland und die USA. Das Heilkraut gehört zur Familie der Cannabis – Gewächse. Eingesetzt werden in erster Linie die Dolden, die eine hübsche gelbe Farbe aufweisen. Diese werden im Spätsommer geerntet und unterschiedlich verarbeitet. Sie können zum Beispiel getrocknet, frisch verarbeitet oder auch zu Pellets gepresst werden.

Der Hopfen als Heilpflanze

In der Regel wird nur rund 1 bis 4 Prozent der gesamten Hopfenernte für medizinische Zwecke verwendet. Das ist verwunderlich, denn die Heilwirkung ist bereits seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Die Kletterpflanze wurde unter anderem eingesetzt gegen:

  • Depressionen
  • Fieber
  • Milzleiden
  • Entzündungen
  • Lebererkrankungen

Es gibt drei Arten Hopfen (Humulus). Das ist der echte Hopfen (Humulus lupulus), der japanischen Hopfen (Humulus scandens) und der Yunnann Hopfen ( Humulus yunnanensis). Letzterer kann ausschließlich in der chinesischen Provinz Yunnan gefunden werden.

Der Hopfen hat unterschiedliche Inhaltsstoffe:

  • Hopfenbitterstoffe ( Humulonen, Lupulonen, Acylphloroglucinolen)
  • ätherisches Öl
  • Flavonoide
  • Xanthohumol
  • Prenylnaringenin

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Allein das ätherische Öl besteht aus über 200 Komponenten, wobei Myrcen, Humulen und Beta – Caryophyllen dazu gehören. Die Wirkung von Hopfen ist mannigfaltig, denn ihm wird nicht nur eine beruhigende Wirkung nachgesagt, er ist zudem antibakteriell, tonisierend, schmerzstillend, blutreinigend und entzündungshemmend.

Hinweis:
Nicht alle Personen können frischen Hopfen anfassen. Bei einigen kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die sich durch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen oder auch durch eine Bläschenbildung auf der Haut zeigen. Sogar mit einer Bindehautentzündung ist zu rechnen. Die im Volksmund als „Hopfenpflückerkrankheit“ bezeichnete Reaktion, wird in der Regel bei sehr empfindlichen Menschen ausgelöst.

Anwendungsgebiete

Phytotherapie:Beruhigendes Mittel gegen Angstzustände, Herzklopfen, allgemeine Unruhe, Einschlafhilfe
Volksmedizin:Verdauungsprobleme, Darmkrämpfe, nicht heilende Wunden, Heiserkeit, Fieber, Blasenentzündung
Homöopathie:Herpes, Hautentzündungen, Nervosität, Schlafstörungen

Pflanzliche Arzneimittel mit Hopfen – Auszügen können in der Apotheke käuflich erworben werden. Zu den zahlreichen Medikamenten zählen unter anderem Allunapret, Moradorm oder Sedacur forte.

Die Darreichungsformen sind:

  • Tabletten
  • Dragees
  • Tropfen

Für die Pharmazie werden ausschließlich die Hopfenzapfen, getrocknete weibliche Blütenstände und die Hopfendrüsen verwendet. Hierbei handelt es sich um ein grüngelbes, klebriges Pulver, dass durch das Ausklopfen der Zapfen gewonnen wird.

In dem Pulver befindet sich Harz, was für ein Präparat bedeutsam ist. In diesem stecken die Hopfenbitterstoffe, wie Humulon und Lupolon. Ätherische Öle werden aus den Zapfen und auch aus den Hopfendrüsen gewonnen. Die Inhaltstoffe können je nach der Hopfensorte stark variieren.

Lange gelagert werden darf der frische Hopfen nicht, denn schnell bilden sich Bitterstoffe. Die Ernte muss zügig voran gehen, damit der Hopfen zu Extrakten verarbeitet werden kann. Hieraus werden dann die einzelnen Darreichungsformen gefertigt.

Vorsicht:
Die verordnete Dosierung muss auf jeden Fall eingehalten werden. Hierbei beträgt diese eine mittlere Tages Dosis von 0,5 Gramm. Das ist umgerechnet, rund 1 bis 2 Milliliter Tinktur. Hopfen ist von Natur aus leicht giftig, eine Überdosierung ist aus diesem Grund nicht zu empfehlen. Das im Hopfen enthaltene Lupulin kann Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Müdigkeit und Kopfschmerzen hervorrufen.

Arzneimittel zu Hause zubereiten ?

Aus frischem Hopfen kann jeder schnell, in den heimischen vier Wänden, Arzneimittel zubereiten. Es handelt sich um rein pflanzliche Produkte, wobei ein Tee oder ein Hopfenkissen am wirksamsten sind. Für den Tee müssen getrocknete Hopfenblüten gut durchgeschüttelt werden. Das macht Sinn, denn bei einer längeren Lagerung, setzen sich Drüsenhaare nach unten ab. Die zerkleinerten Blüten werden zu etwa einem Teelöffel mit kochendem Wasser übergossen. Nach einer Zeit von rund 15 Minuten, kann die Mischung durch einen Seiher gegeben werden.

Ein Hopfenkissen kann gut als Einschlafhilfe dienen. Hierfür wird ein Kopfkissenbezug mit Hopfenzapfen und Watte gefüllt. Nach dem Schließen des Kissens, sorgt es für eine angenehme Nachtruhe und entspannt gleichzeitig. Die Füllung sollte allerdings wöchentlich getauscht werden.

Bei Halsschmerzen kann eine Gurgellösung für Abhilfe sorgen. Eine Handvoll getrocknete Hopfenblüten kommen in kaltes Wasser, danach muss die Mischung aufgekocht werden. Der entstandene Sud sollte 15 Minuten lang ziehen, bevor er durch einen Seiher kommt.

Für einen erholsamen und ruhigen Schlaf

In der heutigen Zeit sind Einschlafstörungen keine Seltenheit. Der Stress vom Alltag führt dazu, dass viele Menschen Probleme mit ihrer Nachtruhe haben. Dabei ist diese so wichtig, denn nur erholt kann volle Leistung gebracht werden. Sinnvoll ist auch hier der Hopfen. Wobei es durchaus auch eine Mischung aus Hopfen und Baldrian sein darf.

Zum Bierbrauen sind nur vier Dinge erforderlich, dass sind der Hopfen, Wasser, Hefe und nicht zu vergessen Malz. Die Geschmacksstoffe des Hopfens sorgen für den herben Geschmack und machen das Bier dadurch bedingt, auch haltbar.

Das größte Hopfenanbaugebiet liegt in der bayrischen Hallertau. Schon seit dem 8. Jahrhundert wird die Pflanze dort angebaut. Zur gleichen Zeit wurde auch bekannt, dass der Hopfen durchaus eine heilende Wirkung aufweist. Wurde er in der ersten Zeit nur bei Leber – und Gallenbeschwerden genutzt, bekam er im 18. Jahrhundert seine Bedeutung als Schlaf – und Nervenmittel.

Die Wirkung von Hopfen ist bekannt als beruhigend und schlaffördernd. Unterschiedliche Inhaltsstoffe sorgen für einen Schlaf – Wach – Rhythmus. Experten haben erkannt, dass Hopfen eine ähnliche Wirkung, wie das körpereigene Schlafhormon Melatonin, besitzt.

In Kombination mit Baldrian ist der gewünschte Effekt mild, er tritt jedoch nicht sofort ein. Rund zwei Wochen sollten schon berechnet werden, bevor es zu den gewünschten Reaktionen kommt. Dafür gibt es keinerlei Nebenwirkungen und zeitlich begrenzt ist eine Einnahme auch nicht.

Hinweis:
Synthetische Schlafmittel, können zu einem sogenannten „ Hangover“ führen. Die betroffene Person kann durchaus das Gefühl haben, dass die Beine wackelig sind und der Nutzer sich müde fühlt. Bei einer Kombination aus Hopfen und Baldrian ist das nicht der Fall. Allerdings tritt der Effekt erst nach circa 2 bis 4 Wochen ein. Alkohol sollte im Vorfeld nicht genossen werden und auch die Einnahme von Schlafmitteln ist nicht anzuraten.

Hopfen als Heilpflanze

Der echte Hopfen wurde im Jahr 2007 sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Schon bei den alten Kulturvölkern der Babylonier und Ägyptern, wurde der Hopfen bereits zur Bierbereitung genutzt. In Deutschland fand die Pflanze erstmalig 736 Erwähnung, zu der Zeit wurde sie bei Geisenfeld entdeckt.

Zusammensetzung einer Hopfen – Trockensubstanz:

Bitterstoffe:18,5 Prozent
Hopfen Öl:0,5 Prozent
Gerbstoffe:3,5 Prozent
Eiweiß:20 Prozent
Mineralstoffe:8 Prozent

Die Bitterstoffe geben dem Bier, seinen unterschiedlichen (je nach Hopfenart), bitteren Geschmack. Gerbstoffe wiederum klären es. In den Bitterstoffen befinden sich weiterhin auch Bakterien, die zur Haltbarkeit des Getränks beitragen. Das Hopfen Öl verleiht dem Bier seine typische Hopfenblume, den Duft und der Rest besteht aus Zellulose und weiteren Stoffen, die für die Braukunst aber keine Bedeutung haben.

Als Bierzutat kann Hopfen durch nichts anderes ersetzt werden. Er ist es, der für das Aroma und die biertypische Bitterkeit sorgt. Weitere Anwendungsgebiete von Hopfen sind Liköre und Schnäpse.

Medizinische Anwendung

In der Pflanzenheilkunde ist Hopfen ein wichtiger Bestandteil, der als Schlaf – und Beruhigungsmittel eingesetzt wird. Die zur Anwendung kommenden Pflanzenteile, sind als Lupuli Strobuli, Hopfenzapfen und Hopfenblüten in der Pharmazie bekannt. Der Inhaltsstoff Xanthohumol, soll eine gewisse Wirksamkeit bei Krebsbehandlungen haben. Der Hopfen beinhaltet weiterhin östrogenartige Substanzen, die eine Wachstumsförderung der männlichen Brustdrüsen aufweisen. Hopfen ist Appetit – und verdauungsfördernd.

Was nicht alle wissen, Hopfen kann durchaus auch in der Küche Verwendung finden. Essbar sind vor allen Dingen die jungen Triebe, die eine wirkliche Delikatesse sein können. Zubereitungsformen, die bekannt sind:

  • Hopfensuppe
  • Hopfensalat
  • Hopfengemüse
  • Hopfenlikör
  • Hopfenschnaps

Der kultivierte, als auch der wild wachsende Hopfen ist nicht giftig und kann den Speiseplan bereichern. Die zarten Sprossen weisen einen nussigen Geschmack auf und Hopfen kann genauso gekocht werden, wie zum Beispiel Spargel. Die Triebe können allen Gerichten zugegeben werden, die auch für den Spargel bekannt sind.

Die weiteren Einsatzmöglichkeiten von Hopfen sind, ein Sichtschutzzaun, er kann auf dem Balkon selber gezogen werden und ebenso kann Hopfen im heimischen Garten angebaut werden.

Der Hopfen hat viele gute Eigenschaften, wobei diese zu medizinischen Zwecken dienen. Die Heilwirkung ist vielfältig, denn er wirkt:

  • antibakteriell
  • beruhigend
  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend
  • tonisierend

Er kann eingesetzt werden, bei Fieber, nervösen Magenbeschwerden, Magenkrämpfen, Darmkrämpfen und Verstopfung. Hopfen ist hilfreich bei Blasensteinen, Herzklopfen, nervöser Unruhe, Schlafstörungen und Angstzuständen.

Ebenso wird er empfohlen bei Menstruationsstörungen, für den Milchfluss, bei Haarausfall, eitrigen Wunden und bei Furunkel – Bildung.

Inhaltstoffe von Hopfen

  • Hopfenbitter
  • Humulon
  • Humulen
  • Lupulon
  • Lupolin
  • Ätherisches Öl
  • Gerbsäure
  • Harze
  • Camoesterol
  • Stigmasterol
  • Beta – Sitosterol
  • Eugenol
  • Farnesol
  • Isovalerinsäure

Hopfen ist mehr, als nur zum Bierbrauen geeignet. Seine Bitter – und aromatischen Pflanzenstoffe sind in der Naturheilkunde bestens bekannt. Schon im Römischen Reich wurde die Pflanze gern zur Konservierung unterschiedlicher Dinge eingesetzt. Von Hildegard von Bingen und bei Albertus Magnus wurde er nicht nur empfohlen, sondern auch gern eingesetzt.

Die größte Bedeutung haben zwei Inhaltstoffe. Zum einen sind das die weiblichen Hopfendolden, die bis zu 30 Prozent aus Harzen und Drüsen bestehen. Zum anderen sind es die Hopfensäuren wie zum Beispiel Lupulon. Zudem enthält der echte Hopfen sekundäre Pflanzenstoffe und das ätherische Öl.

Getrockneter Hopfen ist fester Bestandteil, neben der Baldrianwurzel, dem Johannis – und Passionsblumenkraut, in zahlreichen Beruhigungs – und Entspannungstees.

Hinweis:
Diejenigen, die wirklich gute Produkte kaufen möchten, sollten nicht zu sehr auf den Preis achten. Preiswerte Teesorten, beinhalten in der Regel minderwertige Ware und keine hochwertigen Bestandteile vom Hopfen. Wem die Preise zu hoch sind, sollte gute, frische von hoher Qualität geprägte Hopfendolden kaufen und sich seine Präparate selber fertigen.

In der Schwanger – und Stillzeit sollte Hopfen nicht angewendet werden. Auch Kinder unter 12 Jahren sollten Präparate mit Hopfen nicht einnehmen. Des Weiteren sollten Personen, mit einer Überempfindlichkeit von Hopfen von einer Einnahme absehen. Hopfen darf nie mit anderen Beruhigungs- oder Schlafmitteln zusammen eingenommen werden und auch Alkohol ist tabu.

Dem Hopfen wurden unter anderem, auch antibakterielle, antimykotische (gegen Pilze wirkend), appetitanregende, magensaftanregende, krampflösende und östrogenähnliche Eigenschaften nachgewiesen.

Fertigpräparate aus der Apotheke müssen strikt nach Packungsbeilage eingenommen werden. Diejenigen, die sich unsicher sind in Bezug auf andere Medikamente, müssen im Vorfeld ihren Arzt konsultieren oder den Apotheker befragen.

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