Schisandra – Beere mit fünf Geschmäckern

Die Schisandra-Beere wird bereits seit tausenden von Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt. Sie soll den Körper vitalisieren und stärken können. Aufgrund der wirklich positiven Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden gilt Schisandra inzwischen als so genannte „Powerfrucht“ und erfreut sich wachsender Beliebtheit. In China wird die kleine Wunderbeere auch als „WuWeiZi“ bezeichnet, was soviel bedeutet wie „Die Frucht mit den fünf Geschmäckern“. Die Schisandra-Beere ist nicht nur ein Lebensmittel, sondern kommt seit über 2.000 Jahren auch für medizinische Zwecke zum Einsatz.

Schisandra – Ausflug in die Botanik

Schisandra (Schisandra chinensis) ist unter vielen Namen bekannt: chinesisches Spaltkörbchen, chinesische Beerentraube oder auch WuWeiZi-Beere. Letzteren Namen erhielt sie aufgrund der Tatsache, dass die Beere beim Essen alle Geschmacksrichtungen wie süß, salzig, sauer, scharf und bitter anspricht. In der chinesischen Heilkunde wird diese ungewöhnliche Geschmacksvielfalt den fünf Elementen Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall zugeordnet. Schale und Fruchtfleisch der Beere schmecken süß und auch sauer, Samen vereinen in sich die Geschmacksrichtungen salzig, scharf und bitter.

Die Schisandra-Beere wird der Familie der Sternanisgewächse zugeordnet und stammt ursprünglich aus China. Mittlerweile wird die winterharte Pflanze im gesamten Nordosten von Asien angebaut, Mitte des 19. Jahrhunderts kam sie auch nach Europa, wo sie inzwischen ebenfalls angebaut wird.

Die Schisandra ist eine Kletterpflanze, die bis zu acht Meter hoch wachsen kann und dann mit der Zeit verholzt. Während der Blütezeit zwischen Mai und Juli bildet Schisandra weiße bis cremefarbene Blüten. Schisandra ist eine so genannte getrennt geschlechtliche Pflanze, es gibt also weibliche und männliche Exemplare. Zwischen Juli und September reifen an der Pflanze rote bis rostfarbene aromatische Früchte heran, welche in Form einer Traube zusammenhängen und eine Größe von etwa 7,5 Millimeter aufweisen.

Schisandra – Wie werden die Beeren verwendet?

Schisandra-Beeren können in getrockneter Form verzehrt oder auch als Tee getrunken werden. Zudem lässt sich aus den getrockneten Beeren ein Pulver herstellen, das mit Wasser eingenommen oder zu Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet wird. Auch in Kapselform sind die Wirkstoffe der Schisandra-Beere erhältlich.

Schisandra – Inhaltsstoffe und Wirkung der kleinen Beeren

Schisandra wird eine große Vielfältigkeit nachgesagt, die auf den verschiedenen Inhaltsstoffen beruht. Dazu gehören die Lignane (Phytohormone) Schizandrin, Gomisin und Deoxyschizandrin sowie Vitamine, Mineralstoffe und ätherisches Öl.

Diesen Inhaltsstoffen werden folgende heilenden Wirkungen zugeschrieben:

  • stärkend
  • regenerierend
  • krampflösend
  • entzündungshemmend
  • leistungssteigernd
  • blutreinigend
  • aphrodisierend
  • adaptogen (ausgleichend)

Zudem gelten die enthaltenen Antioxidantien zellschützend und –verjüngend sowie vitalisierend.

Mögliche Nebenwirkungen von Schisandra

Wird Schisandra in angemessener Weise eingenommen, gilt es als sicher. Allerdings kann es bei unsachgemäßer Anwendung zu Nebenwirkungen wie Appetitverminderung, Magenbeschwerden, Ausschlag und Juckreiz kommen.

Da Schisandra dafür bekannt ist, Fehlgeburten auslösen zu können, sollte es nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden. Auch stillende Frauen sollten von einer Einnahme absehen, da hier noch nicht ausreichend Belege für die Wirkung auf den Säugling vorliegen.

Einige Experten raten außerdem von Schisandra ab, wenn eine Epilepsie-Erkrankung vorliegt. Das könnte an der möglichen stimulierenden Wirkung von Schisandra auf das zentrale Nervensystem liegen.

Schisandra und ihre Anwendungsbereiche

Schisandra wird vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) angewendet, wo sie als das wirksamstes Naturheilmittel seit tausenden von Jahren bei verschiedenen körperlichen Beschwerden zum Einsatz kommt.

Alten Aufzeichnungen zufolge soll die Beere die Energie steigern, den Husten unterdrücken und Müdigkeit bekämpfen können. Außerdem soll Sie eine sexuell stimulierende Wirkung aufweisen.

Die traditionelle chinesische Medizin arbeitet mit zwölf Hauptleitbahnen, die sich im Körper befinden. Jede von ihnen ist einem Organsystem zugeordnet.

In der TCM wird zur Schisandra-Beere gegriffen, wenn es um den Ausgleich von Herz-, Lungen- oder Nierenmeridian geht. Der jeweilige Median wird dabei gestärkt, wenn er schwach ist und geschwächt, wenn er stark ist. Damit soll ein ausgeglichenes Verhältnis aller Körpermeridiane geschaffen werden.

Anwendung findet die Schisandra-Beere in der traditionellen chinesischen Medizin bei folgenden Beschwerden:

  • zur Stärkung der Abwehrkräfte
  • zur Verbesserung der geistigen und physischen Leistungsfähigkeit
  • zur Verlängerung des Lebens
  • zur Regulierung des Blutzuckerspiegels
  • zur Senkung des Blutdrucks
  • zur Erhöhung der Stressresistenz (Stressreduzierung)
  • zur Senkung des Cholesterinspiegels
  • bei der Behandlung von Husten, Asthma oder auch Hepatitis
  • bei erektiler Dysfunktion

Zudem kann es bei folgenden Beschwerden hilfreich sein:

  • zur Reduzierung von Müdigkeit oder Schlaflosigkeit
  • bei PMS (prämenstruelles Syndrom)
  • zur Stärkung der Nebennieren
  • bei Heißhunger-Attacken
  • bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts (z. B. Durchfall)
  • bei Problemen mit der Blase
  • bei Gedächtnisschwäche und Konzentrationsproblemen
  • bei Herzproblemen (z. B. Herzrasen, nervöse Herzbeschwerden)
  • bei psychischen Problemen (z. B. Depressionen, Burn Out)
  • bei Hautausschlägen, Hautentzündungen und Ekzemen
  • bei Erschöpfungszuständen und Ängsten
  • bei Sehstörungen und Schwerhörigkeit

Schisandra – Studien rund um die Wunderbeere

Rund um die kleine Wunderbeere Schisandra und deren Wirkung werden immer wieder Studien durchgeführt.

Studie zur entzündungshemmenden Wirkung von Schisandra

Schisandra soll dazu in der Lage sein, den Körper vor entzündlichen Reaktionen zu schützen (1, 2). In einer Studie aus dem Jahr 2013 wurde die entzündungshemmende Wirkung von „WuWeiZi“ festgestellt. Die Veröffentlichung der Studie erfolgte im Fachmagazin „Environmental Toxicology an Pharmacology“.

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Effekte von Schisandra-Extrakten auf entzündete weiße Blutkörperchen getestet. Es zeigte sich eine hemmende Wirkung auf die Ausbreitung der Entzündung. (3)

Studie zur Wirkung von Schisandra bei Hepatitis

In einer Untersuchung konnte festgestellt werden, dass sich die Extrakte aus Schisandra chinensis verringernd auf die Werte des Enzyms Alanin-Aminotransferase (ALAT, ALT) bei Patienten mit Hepatitis auswirkten.

Die Werte des Enzyms gelten als Gradmesser für eine Leberschädigung. Je höher die Werte ausfallen, umso höher ist der Schaden an der Leber. (4)

Studie zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit durch Schisandra

In verschiedenen Untersuchungen konnte herausgestellt werden, dass es durch die orale Einnahme von Schisandra-Extrakten zu einer positiven Beeinflussung der mentalen Fähigkeiten kommen kann.

Folgende Effekte zeigten sich sowohl bei alleiniger Anwendung als auch beim Einsatz zusammen mit sibirischem Ginseng und Rhodiola rosea: Die Konzentration wurde verbessert, die Auffassungsgabe wurde schneller und die Aufmerksamkeit erhöhte sich. (5)

Schisandra hat den Vorteil, nicht wie Koffein zu wirken. Sie verursacht also keine Nervosität, keinen erhöhten Herzschlag und auch keine Ruhelosigkeit.

Vielmehr wird das Gegenteil bewirkt: Schisandra-Beeren haben eine beruhigende Wirkung und verringern zudem Müdigkeit und Erschöpfung. (6)

Außerdem konnte sich in Studien herauskristallisieren, dass Schisandra eine potenzielle Schutzwirkung vor psychischen und auch neurologischen Krankheiten wie Depressionen, Alkoholismus, Schizophrenie sowie Alzheimer besitzt. (7)

Schisandra richtig anwenden und dosieren

Schisandra wurde in den bereits durchgeführten Studien wie folgt dosiert:

  • bei der Behandlung von Hepatitis: Einnahme von Extrakten mit einem Beeren-Rohgehalt von bis zu 1,5 Gramm pro Tag
  • zur Steigerung geistiger Leistungsfähigkeit: 500 Milligramm bis zwei Gramm Beerenextrakt (zwei bis sechs Gramm frische Beeren) pro Tag sowie fünf bis 14 Gramm Schisandra-Tee

Die korrekte Dosierung ist sehr stark vom Extrakt und der Einnahmeform sowie der gewünschten Wirkung abhängig.

In Asien wird aus den Beeren oft ein Saft zubereitet oder Schisandra-Pulver in Fruchtsäfte gemischt. Das pflanzliche Extrakt ist zudem in Kapselform erhältlich, was eine vereinfachte Dosierung ermöglicht.

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Schisandra selbst anbauen – Geht das?

Schisandra ist eine Pflanze, die auch im gemäßigten Klima gut gedeihen kann. Deshalb ist auch ein Anbau in Mitteleuropa möglich.

Da es sich um eine Kletterpflanze handelt, sollte ein Rankgestelle oder eine andere Möglichkeit geschaffen werden, an der sich die Pflanze nach oben schlängeln kann.

Die Aussaat kann im Frühling erfolgen, alternativ ist auch die Anpflanzung fertiger Pflanzen möglich.

Die Erntezeit für die reifen Beerenfrüchte liegt zwischen Juli und September. Im Anschluss an die Ernte sollten sie so schnell wie möglich in der Sonne oder im Backofen bei etwa 50 bis 60 Grad Celsius getrocknet werden. Zum Trocknen eignet sich außerdem ein Dörrapparat

(1) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4285959/
(2) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18625216
(3) http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1382668913000884
(4) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22610748
(5) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22039930
(6) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19500070
(7) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23333311

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