Schöllkraut (chelidonium majus)

Schöllkraut (chelidonium majus) gehört zur Familie der Mohngewächse (papaceraceae) und gilt als sommergrüne, recht krautige Pflanze, die zwei bis mehrere Jahre gedeihen kann. Das Kraut kann eine Höhe von bis zu 70 cm erreichen und bildete verzweigte Rhizome. Der Milchsaft ist häufig gelb bis orange.

Die Laubblätter sind sowohl in Blattstiel als auch Blattspreite unterteilt. Die Blattspreite hingegen wird durch grüne bis graue und dünne Wachsfilme überzogen, die wasserabstoßend eingekerbt sind. Die Unterseite der Blätter ist etwas heller angelegt und leicht behaart. Die Blütezeit ist von Mai bis Oktober, wobei die zwittrigen Blüten ungefähr 2 cm groß werden und in hoher Anzahl vertreten sind. Die Kelchblätter fallen früh ab und hinterlassen gelbe Kronblätter, die sich zu Fruchtknoten verwandeln. In der dünnen, zweiklappigen Kapselfrucht, die eine Länge von rund 5 cm erreicht, sind schließlich Samen enthalten, die oval und schwarz angelegt sind.

Ökologie und Vorkommen von Schöllkraut

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Beim Schöllkraut handelt es sich aus ökologischer Sicht um hygromophene Hemikryptophyten. Beim Abbrechen der Stängel tritt aus den Milchröhren ein gelber bis orangefarbener Saft heraus, der giftig ist und einen bitteren, unangenehmen Geschmack hat. Bei schlechtem Wetter halten sich die Blüten geschlossen und die Blütenstiele sind gesenkt. Die Bestäubung erfolgt durch Entomophilie (Insekten) – auch eine Selbstbestäubung ist allerdings möglich. Die Samen werden hingegen in erster Linie durch Ameisen fortgetragen, wodurch eine Verbreitung entsteht.

Das Schöllkraut liebt warme Gebietet und ist daher in Eurasien sowie im Mittelmeerraum beheimatet. Einst wurde das Mohngewächs von Nordamerika durch Entdecker und Siedler mit in den Osten genommen, wo es schließlich als Heilmittel bekannt wurde, welches gegen verschiedene Hautkrankheiten wirken kann. Das Gewächs liebt vornehmlich stickstoffhalten Boden und findet sich an Wegesrändern, Mauerspalten und auch im Gebirge an. Als Hauptanbaugebiet und somit als Hauptexportträger wird Polen angegeben.

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Geschichte und Mythen zum Schöllkraut

Wegen der ausgewöhnlichen Färbung des Schöllkrautsafts wurde scheinbar schon die Fantasie der Römer angeregt. So teilte Plinius, der von 23 bis 79 n. Christus lebte, mit, dass Schwalben ihren Jungen die Augen mit Schöllkrautzweigen bedecken, um diese zu öffnen. Durch diese Geschichte wird Schöllkraut auch heute noch gern als Schwalbenkraut bezeichnet. Selbst Karl der Große soll mit diesem Gewächs so manche Krankheiten geschickt in die Flucht geschlagen haben. Fakt ist, dass das Schöllkraut auch heute noch einen großen Stellenwert in der homöopathischen Medizin hat und schon vielen Menschen geholfen hat. Dennoch ist das Kraut mit Vorsicht zu genießen.

Schöllkraut Wirkung und seine Inhaltsstoffe

Dank verschiedener Studien und Untersuchungen konnten mitunter 30 unterschiedliche Alkaloide im Schöllkraut ausgemacht werden. Hier wird der Hauptbestandteil der Alkaloide in Coptisin (80% -90%), Berberin, Chelidonin, Protopin, Cherlerytherin und Sanguinarin unterteilt. Die genauen Alkaloidangaben sind hier variabel und sowohl von der Herkunft sowie dem Erntezeitpunkt abhängig. Die Alkaloide sind hierbei sowohl in den oberen Teilen der Pflanze sowie in den Wurzeln vorhanden. Im Herbst erhöht sich der Wert und konzentriert sich auf die Wurzeln, die dann hochgiftig eingestuft werden. Während der Blütezeit ist der Alkaloidgehalt recht niedrig. Weiterhin werden der Pflanze weitere Inhaltsstoffe zugeschrieben, die von Flavonoiden über Kaffeesäure bis hin zu Carotinoiden reicht.

Das Schöllkraut, welches auch gern als Teufelsmilch, Warzenkraut oder Schwalbenkraut bezeichnet wird, kann bei krampfartigen Symptomen im Bereich der Galle sowie des Magen-Darm-Traktes angewandt werden. Mittlerweile wird das Kraut für eine Vielzahl von pharmazeutischen Präparaten genutzt. Derzeit befinden sich Auszüge der Pflanze in immerhin 25 homöopathischen Produkten sowie 8 Phytopharmaka.

Das Kraut wird überaus gern für Teezubereitungen verwendet – allerdings wird aufgrund einer schlechten Dosierbarkeit und dem hochgiftigem Passus von einer Selbstansetzung des Tees abgeraten. In modernen Arzneimitteln wie Kapseln, Tropfen oder auch Tabletten wird nicht der Milchsaft genutzt, sondern lediglich die Extrakte. Für die äußerliche Anwendung dagegen kommt der Saft zum Tragen, der gegen Warzen, bei hartnäckiger Hornhaut oder auch für Hühneraugen zum Einsatz kommen kann.

Bereits die Römer sollen recht angetan gewesen sein vom Schöllkraut und haben die Pflanze großflächig angebaut. Auch heute noch ist das Schwalbenkraut in der Volksmedizin beliebt und wird unter anderem gegen

  • Gallenstauung
  • Hämorrhoiden
  • Nierenleiden
  • Milzschwellungen
  • Gallengries
  • Lungenentzündung
  • Schwindsucht
  • Keuchhusten
  • Husten allgemein
  • Wechselfieber
  • Syphilis
  • Wassersucht
  • Blasenleiden
  • Zahnschmerzen
  • Ohrenbeschwerden

und vieles mehr angewandt. Vor allem aber für Schmerzen und Entzündungen von Gallenblase sowie der Gallenwege wird das Schöllkraut genutzt. Hier wird das im Schöllkraut enthaltende Chelidonin als hilfreich angesehen, welches im Jahr 1939 die Erkenntnis erbracht, dass diese Alkaloide die Gallenproduktion vorantreibt.

Auch in der Homöopathie wird das Mohngewächs vornehmlich gern für verschiedene Behandlungsbereiche eingesetzt. Ob bei Kopfschmerzen, Blasenkatarrh, Weißfluss, Gelenkentzündungen oder Stimmungsschwankungen – die Extrakte können so manches Leid lindern.

Schöllkraut zubereiten und nutzen

Neben dem Tee, der fertig gekauft zubereitet werden kann, finden sich auch im Sortiment Schöllkraut Tinkturen, Kapseln und Tabletten an, die allesamt gegen eine Reihe von Unpässlichkeiten und Leiden wohltuend sein können.

Schöllkraut Tee: Beim Tee sollte der Beutel mit heißem Wasser übergossen werden. Nach ca. 5 bis 10 Minuten kann der Beutel entnommen und das Heißgetränk genossen werden. Von einer Zubereitung von selbstgeerntetem Schöllkraut wird abgeraten, da die Dosierung unterschätzt wird. Hier ist nur ein Tee unter fachlicher Anleitung anzuraten. Als blut- sowie leberreinigend beschrieben, wirkt der Tee überaus gut bei Gallen-, Leber- sowie Nierenerkrankungen, kann Gelbsucht abheilen und Harnwegsentzündungen lindern.

Schöllkraut Tinktur: Für die Tinktur wird klein geschnittenes Schöllkraut mit hochprozentigem Schnaps übergossen. Diese Flüssigkeit wird für rund 10 Tagen gut verschlossen in einer Flasche in einem dunklen Raum gelagert. Anschließend kann die Schöllkraut Tinktur gefiltert werden, sodass nur noch die Lösung übrigbleibt. Bei etwaigen Leber- sowie Gallenbeschwerden werden ca. 5 Tropfen zu den Hauptmahlzeiten eingenommen. Da dem Schöllkraut lebertoxische Nebenwirkungen nachgesagt werden, sollte diese Mixtur nicht länger als 2 Wochen eingenommen werden.

Schöllkraut Augentropfen: Den Sagen zufolge sollen auch Schwalben bereits ihre Brut mit Schöllkraut versorgt haben, um die Sichtkraft wieder herzustellen oder zu verbessern. Was für das Tier gut ist, kann auch für den Menschen nicht schädlich sein. Und so werden im Handel auch Augentropfen dargereicht, die gegen trockene oder gereizte Augen helfen sollen. Ein vom Tau befeuchtetes Schöllkrautblatt soll hingegen bei geschwollenen Augenlidern helfen und für eine klare Sicht sorgen.

Schöllkraut Salbe: Wer an Warzen leidet, kann die betroffenen Stellen ebenso mit Schöllkraut Salbe behandeln. Ist die Salbe nicht im Handel aufzutreiben, so kann die Salbe auch sehr gut zu Hause angerührt werden. Hierfür sind 10 g Schöllkrautsaft und 50 g Schweinefett von Nöten. Das Fett wird erhitzt und mit dem Schöllkrautsaft vermengt, bis eine einheitliche Masse entsteht. Nach dem Auskühlen können die Warzen oder anderen Ekzeme behandelt werden. Auch bei allergischen Hautreaktionen ist die Schöllkraut Salbe behilflich.

Schöllkraut gegen Warzen: Vor allem im Kampf gegen Warzen ist das Schöllkraut sinnvoll. Die betroffenen Stellen können mit dem Milchsaft aus dem Stängel behandelt werden. Allerdings sollte hier nicht großzügig, sondern punktuell gearbeitet werden, um die umliegende Haut nicht zu reizen. Da der Schöllkrautsaft überaus ätzend wirkt, können somit die Viren, die für die Entstehung von Warzen verantwortlich sind, aktiv bekämpft werden. Wer frisches Schöllkraut nicht vorfinden kann, bedient sich einer zu kaufenden Tinktur. Der Saft für zwei- bis dreimal pro Tag auf die Warze gegeben, bis diese nach einigen Wochen endgültig verschwunden ist. Somit können nicht nur normale Warzen, sondern auch Dornwarzen, Hühneraugen sowie Schwielen bekämpft werden.

Schöllkraut Nebenwirkungen erkennen

Schöllkraut ist giftig – wenn auch in Maßen. Eine Überdosierung kann sich daher auf den Magen-Darm-Trakt mit etwaigen Begleiterscheinungen wie Durchfall, Erbrechen sowie Kreislaufstörungen äußern. Bei zu starker Überdosierung kann sich sogar ein Kreislaufversagen und somit der Tod einstellen. Diese These ist keinesfalls an den Haaren herbeigezogen. Experten gehen davon aus, dass allein in Deutschland aufgrund falscher Dosierungen und nicht gerechter Behandlung rund 45.000 Tote (Dunkelziffer wird weit höher angesetzt) zu beziffern sind. Daher sollte Schöllkraut nicht ohne ärztliche Aufsicht oder durch Kontrolle eines Experten erfolgen.

Heilpraktiker können bei der Suche nach Schöllkraut behilflich sein, welches sich an Hecken, Zäunen oder gar Mauern befindet. Einer alleinigen, unsicheren Ernte ist deutlich abzuraten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kauft im Kräuterfachhandel oder im Reformhaus Schöllkraut in unterschiedlichen Darreichungsformen.


Zahlreiche Studien, die im Laufe der Zeit vollzogen wurden, belegten, dass eine gute Wirkung im Kampf gegen Pilze, Viren und Bakterien mit Schöllkraut erreicht werden kann. Dennoch müssen noch weitere Untersuchungen folgen, um offizielle Anwendungen aufzuzeigen.

Hinweis: Schöllkraut darf nicht verwendet werden, wenn Patienten unter Gallensteinen oder an einem Gallengangverschluss durch z. B. Gallensteine leiden. Während der Schwangerschaft oder Stillzeit ist ebenso auf Schöllkraut zu verzichten. Gleichwohl sollten Kinder unter 12 Jahren mit diesen Produkten nicht behandelt werden. Die Präparate sind stets derart zu dosieren, wie es die Packungsbeilage vorsieht, um Überdosierungen zu vermeiden. Werden diese Dosen eingehalten, so kommt es auch zu keinen Nebenwirkungen. Einige Menschen können allerdings trotz der Einhaltung der Dosen auf Schöllkraut allergisch – z. B. mit Juckreiz – reagieren. In diesen Fällen ist der Arzt zu konsultieren.

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