Weidenrinde – Heilpflanze mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten?

Bereits seit Jahrtausenden wird die Weidenrinde bei verschiedensten Leiden eingesetzt und gilt damit als eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Inzwischen haben auch modernste wissenschaftliche Studien vor allem die schmerzlindernde Wirkung von Weidenrinde bestätigen können. Sie kann aufgrund ihrer Eigenschaften bei chronischen Kopf- oder Rückenschmerzen hilfreich sein, aber auch bei Arthrose und anderen entzündlichen rheumatischen Erkrankungen verschafft sie Erleichterung. Weidenrinde gilt als die „Mutter“ von Aspirin, stellt aber eine wesentlich bessere Alternative dar, denn sie verursacht keine Nebenwirkungen.

Weidenrinde – Naturheilkundlich bevorzugte Arten der Weidenpflanze

Wie es der Name eigentlich schon verrät, sind die Inhaltsstoffe der Weide vorrangig in ihrer Rinde zu finden. Zu den von der Naturheilkunde bevorzugt verwendeten Arten gehören die Silberweide (Salix alba) und die Purpurweide (Salix purpurea). Selten finden aber auch andere Arten Anwendung.

Silberweide (Salix alba)

Die Silberweide ist ein Laubbaum von mittelgroßer Gestalt mit breit ausladender Krone, die stark verzweigt ist und jedes Jahr bis zu zwei Meter in die Höhe wächst. Eine ausgewachsene Silberweide kann eine Wuchshöhe von bis zu 30 Meter erreichen. Die Zweige hängen bei der ausladenden Krone leicht über, die Äste sind aber sehr stabil. Diese setzen am Hauptstamm an und zeigen eine silbergraue Färbung, der Stamm selbst kann einen Durchmesser von einem knappen Meter erreichen. Gerade an alten Bäumen findet sich eine tief eingekerbte Borke mit grauem Schimmer.

Silberweide-Blätter haben eine längliche Form mit sehr fein eingesägtem Rand. Sie sitzen wechselständig an den Blattstilen und erreichen eine Länge von sechs bis zehn Zentimetern. Die Unterseite der Blätter glänzt Silberfarben, denn feine Härchen brechen das Licht und sorgen somit für diesen Schimmer. Dadurch wirkt der Baum aus der Ferne silberglänzend und erhielt so auch seinen Namen.

Silberweiden lieben Wasser und gehören deshalb zu den typischen Auengewächsen. Sogar in überfluteten Gebieten fühlen sie sich wohl. Derart extreme Standortbedingungen erfordern natürlich auch eine entsprechende Anpassung. Das Wurzelsystem ist fein verzweigt, sehr dicht und zudem flach. So findet die Silberweide auch in überfluteten Gegenden festen Halt und kann zudem ausreichend Nährstoffe aufnehmen. Abbrechende Äste entwickeln sich außerdem zu regelrechten Wundern: Es entwickeln sich daraus so genannte Adventtiefwurzeln, mit denen die Weide sich weiter verbreiten und so den Standort sichern sowie die Wasser- und Nährstoffzufuhr verbessern kann.

Die Silberweide stammt ursprünglich aus Europa. Doch auch in West- und Nordasien gedeiht sie gut. In Auenwäldern, an Flussrändern und auch in Überflutungsgebieten gelten sie als das Gehölz Nummer 1. Durch die Ausbildung der Adventtiefwurzeln ist der Vegetationsvorsprung verglichen mit anderen Gehölzen enorm. Aufgrund der guten Regenerationsfähigkeit wird die Silberweide zu einem „dynamischen“ Baum, der über eine hohe Anpassungsfähigkeit an ständig wechselnde Bedingungen verfügt.

Purpurweide (Salix purpurea)

Purpurweiden weisen ihrem Namen entsprechend auffällig rot gefärbte Triebe auf und entwickeln rot gefärbte Kätzchen. Purpurweiden ähneln in ihrer Verbreitung der Silberweide und können bis zu Höhen von 1.200 Metern wachsen. Allerdings sind Purpurweiden eher kleine Sträucher, die Wuchshöhen von höchsten sechs Metern erreichen. Die Purpurweide ist ebenfalls stark verzweigt, die Zweige sind kahl und braun bis purpurrot gefärbt. Sie sind genauso biegsam wie bei der Silberweide, brechen aber nur schwer. Junge Austriebe sind noch mit Härchen bedeckt, welche aber mit dem Wachstum verschwinden. Die Blätter der Purpurweide erreichen eine Länge von bis zu zwölf Zentimetern und verfügen über das gleiche Profil wie die der Silberweide.

Die Purpurweide ist ebenfalls in Auen und Bruchwäldern zu finden. Sie verträgt gleichfalls nasse Böden und kommt sehr gut mit Überschwemmungen zurecht. Jedoch bevorzugt sie eher durchlässige Schotter-Kies- oder Sandböden, ist aber auch auf Schlickböden anzutreffen.

Inhaltsstoffe in Weidenrinde

Bis zu elf Prozent Salicylate lagern sich in der Weidenrinde an, in der Rinde der Silberweide dabei mehr als in der Rinde der Purpurweide.

Salicylate sind eine Gruppe der Pflanzenstoffe, zu denen auch Salicin und Salicortin gehören. Salicin lässt sich dabei mit Acetylsalicylsäure (Aspirin) vergleichen und gilt als natürliches Schmerzmittel. Aus chemischer Sicht wird es den Salicylalkoholglycosiden zugeordnet. Salicin wird im Darm aufgespalten, wo es dann mit Salicylalkohol und Glukose reagiert und so für den Organismus zur Verfügung steht und seine Wirkung entfalten kann.

Zudem finden sich in der Weidenrinde Inhaltsstoffe wie Phenolheteroside, die auf Schädlinge und Pilze abtötend wirken können. Neben Salicylaten und Salicin sind in pharmazeutisch genutzter Weidenrinde noch folgende Stoffe enthalten:

  • Flavonoide (z. B. Quercetin-Glycoside, Luteolin-Glycoside, Eriodctyol-Glycoside)
  • weitere Salicylalkoholglycoside (z. B. Fragilin, Picein, Salireposid)
  • Populin (Glukosid)
  • phenolische Verbindungen (z. B. Triandrin, Vimalin)
  • aromatische Alkohole
  • Aldehyde (z. B. Syringaaldehyd)
  • Saligenin (Salicylalkohol)
  • Kaffeesäure, Ferulasäure, p-Cumarsäure, Vanillinsäure, Syringasäure, p-Hydroxybenzoesäure
  • Acetylderivate und Benzolderivate

Größte Bedeutung wird aber Salicin zugeschrieben, wenngleich das Zusammenwirken von mehreren Bestandteilen der Weidenrinde die schmerzstillende Wirkung hervorzurufen scheint.

Wie wirkt Weidenrinde?

Der Weidenrinde werden mehrere Wirkungen und Wirkprinzipien nachgesagt. Sie soll entzündungshemmend und blutstillend wirken, zudem schmerzstillend, fiebersenkend und keimreduzierend (antiseptisch) sein. Da Weidenrinde als so genannte „Prodrug“ bezeichnet wird, kommt es erst im Körper mit anderen Stoffen zu einer Aktivierung bestimmter Inhaltsstoffe. Dadurch werden die Wirkungsweisen von Medikamenten verbessert, da die Aufnahme von deren Wirkstoffen im Körper dadurch deutlich besser ist. Die Bioverfügbarkeit wird damit erhöht.

Unter Umständen können diese Prodrugs auch die eigentliche Wirksubstanz verstärken, was dann jedoch zu Nebenwirkungen führen könnte.

Bei der Weidenrinde kommt es erst im Darmtrakt zur Aufspaltung der Wirkstoffe in die Bestandteile Salicylalkohol und Traubenzucker. Wurde das Saligenin vom Körper aufgenommen, wird Salicylsäure erzeugt. Dadurch kommt es zur Fiebersenkung, da entzündungsfördernde Stoffe im Körper gehemmt werden. Als stärkster Akteur zeigt sich dabei die Salicylsäure, welche scheinbar in die Produktion der entzündungsunterstützenden Enzyme eingreift. Auch die Blutgerinnung beeinflusst sie. Da Salicylsäure im Körper nur sehr langsam umgewandelt wird, setzen die Wirkungen vergleichsweise spät ein, halten aber auch lange vor. Patienten, die typische Weidenrinde-Präparate einnehmen, verspüren eine erste Wirkung mitunter erst bis zu 14 Tage später. Aus diesem Grund sind Medikamente mit Weidenrinde auch nicht bei akuten Schmerzzuständen hilfreich. Bei chronischen Schmerzen hingegen können Präparate durchaus sinnvoll sein.

Medikamente mit Weidenrinde gelten als gut verträglich. Nur in geringem Ausmaß ist mit Nebenwirkungen zu rechnen. Aufgrund der natürlichen Inhaltsstoffe in Weidenrinde-Medikamenten werden auch die Thrombozyten nicht in ihrer Funktion beeinflusst, was bei synthetischer Acetylsalicylsäure der Fall wäre.

Aus diesem Grund könnten Weidenrinde-Extrakte zur Schmerzbehandlung nach operativen Eingriffen therapeutisch relevant sein. Das liegt darin begründet, dass Aspirin aufgrund der mit der Einnahme einhergehenden Blutverdünnung kontraindiziert ist. Natürliche Weidenrinden-Medikamente dürften somit langfristig eine Schmerzlinderung herbeiführen, ohne dabei negativ Einfluss auf den Heilungsprozess zu nehmen.

Bislang nur wenige in-vitro-Studien zur Wirksamkeit von Weidenrinde vorhanden

Wenngleich Naturheilkundler natürlich auf die Wirkung von Weidenrinde schwören, gibt es bislang nur wenige aussagekräftige in-vitro-Studien zur Wirkung von Weidenrinde.

Der Grund scheint darin zu liegen, dass der Wirkmechanismus scheinbar vollständig geklärt ist. Doch dies stellte sich in laufenden Untersuchungen immer wieder als Irrtum heraus.

So zeigte beispielsweise die Studie „Salicylhaltige pflanzliche Arzneimittel – Überlegungen zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit“ aus dem Jahr 1990 (von B. Meier und M. Liebi), dass Salicin, Salicortin und Tremulacin eine entzündungshemmende Wirkung besitzen. Dabei konnte Meier bei Salicin und auch bei Salicortin in vitro keine messbare Hemmung von bestimmten Enzymen und Gewebshormonen feststellen. Mit dem Einsatz weiterer Extrakte kam es dann zu einigen messbaren Aktivitäten in Bezug auf die Hemmung und auch Freisetzung von Enzymen und Hormonen. Doch eine Verallgemeinerung dieser Schlussfolgerungen ist nicht möglich, denn die Studie ist in ihrer Aussagekraft eher begrenzt. Das liegt unter anderem auch daran, dass nur bestimmte Stoffwechselvorgänge und Aufnahmeprozesse im Körper unzureichend stimuliert wurden.

Aus den genannten Gründen ist es also noch notwendig, aussagekräftige klinisch-pharmakologische Untersuchungen mit Probanden zur Bestätigung der Ergebnisse bei oraler Einnahme durchzuführen.

Mögliche Nebenwirkungen von Weidenrinde

Nebenwirkungen, die durch Weidenrinde verursacht werden, sind gut überschaubar und eher gering.

Grundsätzlich gilt, dass Menschen, die auf Salicylate überempfindlich reagieren, mit starken Hautreaktionen rechnen müssen. Eine der häufigsten Nebenwirkungen sind Nesselausschläge sowie Hautrötungen und Juckreiz. Auch Asthma, Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhäute) sowie Bronchospasmen (Atem- und Luftnot) sind möglich.

Einige Patienten berichten über Magenbeschwerden während der Einnahme von Weidenrinde-Präparaten, was aber an den in der Rinde enthaltenen Gerbstoffen liegt. Sie wirken auf die Magenschleimhaut und können Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall oder allgemeine Verdauungsprobleme verursachen.

Hinweise: Eine Anwendung bei Kindern unter zwölf Jahren sowie während Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen. Auch bei einer Überempfindlichkeit gegen Salicylate oder auch bei Asthma und Allergieneigung ist die Anwendung kontraindiziert. Da es aufgrund der Gerbstoffe in Weidenrinde-Präparaten zur Beeinträchtigung der Wirkung anderer Medikamente kommen kann, sollte vor der Anwendung immer ein Arzt oder Apotheker zu Rate gezogen werden.

Anwendungsbereiche der Weidenrinde

Auch wenn es nicht viele Untersuchungen zur Weidenrinde gibt, zeigen einige Studien die Wirksamkeit. Dabei beziehen sich einige auf die Anwendung bei Rückenschmerzen sowie Arthrose, andere auf die Verwendung bei Fieber, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und rheumatischen Problemen.

Weidenrinde gegen Rückenschmerzen

Edward Stone führte bereits im Jahr 1763 eine Studie mit dem Titel „An Account of the Success of the Bark of the Willow in the Cure of Agues“ durch. Diese Studie bildet den Grundstein der Forschungen rund um die analgetische und antirheumatische Wirkung von Weidenrinde.

In einer Studie von W. Schaffner aus dem Jahr 1997 mit dem Titel „Weidenrinde – Ein Antirheumatikum der modernen Phytotherapie?“ wurde weiterhin die Wirksamkeit hochdosierter Weiderinde-Präparate untersucht.

Es handelte sich hierbei um eine Doppelblindstudie, die auf Rückenschmerzen abzielte. Die Patienten, die Weidenrinde in hochdosierter Form einnahmen, verspürten eine Verbesserung ihrer Beschwerden. In einer weiteren Doppelblindstudie aus dem Jahr 2000 zeigte sich ebenfalls, dass die teilnehmenden Patienten eine Schmerzlinderung feststellten.

In beiden Studien zeigte sich eine deutliche und statistisch auch signifikante Wirksamkeit auf Rückenschmerzen, die jedoch auch von der Dosis abhängig war. Da die Anzahl schmerzfreier Patienten derzeit noch kein aussagekräftiges Kriterium für die Wirksamkeit von Weidenrinde darstellt, müssen noch einige wissenschaftliche Untersuchungen erfolgen.

Weidenrinde gegen Arthrose

Von Arthrose sind vor allem ältere Menschen betroffen. Die degenerative Gelenkserkrankung ist weltweit eine der am weitesten verbreitete Erkrankung. In einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde die analgetische Wirksamkeit von Weidenrinde untersucht. Die Patienten litten an Kniegelenksarthrose. In der Studie nahm die Hälfte der insgesamt 78 Patienten über einen Zeitraum von 14 Tagen eine Weidenrinden-Präparat mit einer Dosierung von 240 Milligramm Salicin täglich ein, die andere Gruppe erhielt ein Placebo.

Mittels eines anerkannten und validierten WOMAC-Fragebogens zeigte sich nach Auswertung, dass ein 14prozentiger Rückgang des Schmerzempfindens durch Weidenrinde erreicht werden konnte, während die Placebogruppe über einen Anstieg der Schmerzen um zwei Prozent klagte.

Weidenrinde gegen rheumatische Beschwerden

Nach Aussagen von Dr. Prof. Reinhard Saller (Universität Zürich) soll die Gabe von Weidenrinden-Extrakt über einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten eine positive Wirkung bei rheumatischen Beschwerden haben können.

Allerdings konnten die Beobachtungen bislang noch nicht durch eine haltbare klinische Studie belegt werden. Die wissenschaftlich jedoch noch nicht gefestigten Untersuchungen zeigen die positive Wirkung und den Rückgang von rheumatischen Beschwerden in der Mono- und auch Kombinationstherapie. Insgesamt wurden 469 Patienten untersucht, von denen etwa 20 Prozent nach einer Monotherapie (Einnahme von vier Dragees pro Tag) komplett schmerzfrei waren.

Weidenrinde gegen Fieber sowie Kopf- und Zahnschmerzen

Weidenrinde kommt sehr oft zur Behandlung von Fieber sowie Kopf- und auch Zahnschmerzen zum Einsatz.

Der Wirkstoffgehalt hängt zwar von der verwendeten Weidenart ab, ein Tee aus Weidenrinde kann aber nach Ansicht der Naturheilkunde bei derartigen Beschwerden hilfreich sein.

Die Inhaltsstoffe des Tees wirken antioxidativ, können die Gefäße schützen und die Zellmembranen stabilisieren. Auch Entzündungen werden gehemmt, Schmerzen gehen zurück und Fieber lässt sich senken.

In neuen Untersuchungen stellte sich heraus, dass nicht nur der Gehalt an Salicyl die fieber- und schmerzhemmende Wirkung zu besitzen scheint. An der gesamten Wirkung sind wohl auch andere Inhaltsstoffe beteiligt.

Welche Weidenrinde-Produkte gibt es?

Ist sind unterschiedliche Produkte mit Weidenrinde am Markt.

Extrakte aus Weidenrinde dienen dabei als Basis für verschiedenste Mischpräparate in Form von Pulver, Tabletten, Dragees oder Kapseln.

Während der Extraktion kommt es zur Trennung der einzelnen Inhaltsstoffe der Weidenrinde. So können einzelne extrahierte Stoffe in den jeweiligen Präparaten verwendet werden.

Die grob gehackten Rindenteile werden dabei in destilliertes Wasser gegeben und Ethanol wird hinzugefügt. Diese Mischung wird dann erhitzt, während der Erhitzung binden sich die löslichen Inhaltsstoffe an das Ethanol. Dieses wird im Anschluss in eine Zentrifuge gegeben und dann weiterverarbeitet. Grobe Verunreinigungen werden in der Zentrifuge herausgefiltert und es bleibt eine gereinigte Lösung zurück, welches als Grundlage für das Konzentrat dient.

Verwendet werden kann diese Lösung jedoch erst, wenn der Ethanol im Kessel durch Unterdruck durch Erhitzung verdampft ist. Übrig bleiben die konzentrierten Inhaltsstoffe der Weidenrinde in klebriger Konsistenz. Das noch verbliebene Wasser wird ausgeleitet und es kommt erneut Ethanol zu der Masse, der die Inhaltsstoffe wieder aufnimmt. So wird ein besonders reines Ergebnis erzielt und es lassen sich Extrakte mit einer fast 95prozentigen Konzentration herstellen.

Im letzten Schritt erfolgt die Trocknung des Extrakts bei etwa 100 Grad Celsius. Das Extrakt trocknet dabei so sehr, dass es dabei in sehr kleine Teile zerfällt und ein Pulver übrig bleibt.

Sehr beliebt sind Weidenrinden-Kapseln. Sie enthalten das Weidenrindenextrakt und eine weiche Umhüllung, die in der Regel frei von Lactose, Fructose und Gluten ist. Hin und wieder bestehen die Weichkapseln aus Gelatine und ist damit nicht für Vegetarier und Veganer geeignet.

Unterscheiden lässt sich in Präparate, die nur mit dem Weidenrinden-Pulver gefüllt sind und Präparate, die aus einer Mischung von verschiedenen Inhaltsstoffen bestehen. Das Kapselmaterial sorgt dafür, dass es erst später zu einer Freisetzung der Inhaltsstoffe kommt. Da es resistent gegen Magensäure ist, ist das Weidenrindenextrakt deshalb erst im Darm verfügbar.

Dem Prinzip der Kapseln ähnlich sind Weidenrinden-Tabletten. Die Inhaltsstoffe werden allerdings schneller freigegeben und schon im Magen aufgenommen. Zusammen mit Milchzucker wird das Extrakt zu einer Tablette gepresst.

Aus Pulver oder auch grob gehackten Stücken kann auch ein Weidenrinden-Tee zubereitet werden. Oft sind die Weidenrindenstückchen aber in Kräuterteemischungen enthalten. Die Rinde ist dabei grob zerkleiner, weshalb die Wirkung eingeschränkt ist, denn einige Inhaltsstoffe sind nicht wasserlöslich und können auch durch heißes Teewasser nicht verfügbar gemacht werden. Eingesetzt wird Weidenrinden-Tee vor allem bei Fieber sowie rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen.

TIPP: Die Wirkung von Weidenrinden-Produkten ist abhängig von der Konzentration der Inhaltsstoffe und dem Gesundheitszustand des Patienten. Es ist deshalb immer ratsam, vor der Anwendung einen Arzt oder Apotheker zu befragen.

 

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