Zitronenmelisse – Wohltat für Körper und Geist

Die Zitronenmelisse (melissa officinalis) ist eine Pflanze, die aus dem Mittelmeergebiet stammt. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler und wurde im Jahr 1988 mit dem Titel Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet.

Die recht krautige und ausdauernde Pflanze kann bis zu 30 Jahre alt werden und eine Höhe von ca. 90 cm erlangen. Vor allem das stark duftende Aroma von Zitronen macht die Pflanze derart interessant. Sie bildet im Laufe der Jahre Rhizome, von denen unterirdische, kurze Ausläufer ausgehen. Die Stängel sind zumeist aufrecht und gehen in verzweigte Drüsenhaare über, die meist 1 bis 2 mm lang sind. Die Behaarung fällt oftmals spärlich aus, einige Pflanzen sind sogar kahl. Die Blätter der Zitronenmelisse sind ca. 1,5 bis 3,5 cm lang, wobei die Blattform häufig oval bis länglich angelegt ist. Der Blattrand hingegen ist grob und kerbig gegliedert. Besonders auffällig sind die Blüten, die in 3 bis 7 Halbquirlen zueinander stehen. Der Blütenstiel ist ca. 6 mm lang, der Kelch kann eine Länge von bis zu 9 mm erreichen. Die Krone ist anfangs noch blass gelblich, kann jedoch im späteren Verlauf auch rote Farbauszüge erreichen. In den Blüten selbst befindet sich der Nektar, der für Bienen einen besonders hohen Stellenwert hat.

Zitronenmelisse Wirkung und Inhaltsstoffe

Das Wort Melisse stammt aus dem Griechischem und bedeutet schlicht „Honigbiene“. Das ist auch kaum verwunderlich, schwirren die Bienen im Sommer gern zur Zitronenmelisse und sammeln den Nektar, um aromatisch und wohlschmeckenden Honig zu erzeugen. Während die Bienen jedoch den Nektar bevorzugen, hat es der Heilmediziner oder Gärtner eher auf die frischen Blätter abgesehen. Auch Köche nutzen die Melissenblätter, um Salate zu verfeinern, Pastaspeisen abzuschmecken und Fischgerichten die abschließende Note zu verleihen. Neben der Vielseitigkeit in der Küche kann die Zitronenmelisse als Heilpflanze ebenso viel Gutes offenbaren. Bereits im Altertum war dieses Mittel bekannt und wurde hoch geschätzt. Mönche brauten aus Alkohol und Zitronenmelisse einen begehrten Kräutertrunk, welcher vornehmlich bei Verdauungsbeschwerden Abhilfe leiden sollte.

Es sind jedoch die ätherischen Öle, welche die Zitronenmelisse derart wertvoll machen. Die Substanzen Citral, Neral, Geranial sowie Citronellal sind für den zitronenähnlichen Geruch verantwortlich. Neben diesen Inhaltsstoffen finden sich auch Rosmarinsäure, Kaffeesäure als auch beta-Caryophyllen in der Zitronenmelisse an. Auf den menschlichen Organismus haben all diese Stoffe unterschiedliche Wirkungen. So kann die Melisse bei nervösem Verhalten oder Einschlafproblemen dienlich sein, aber auch gegen

  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Herpes
  • Bauchschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Hautentzündungen

und weiteres zuträglich sein.

Anbau und Ernte von Zitronenmelisse

Ein sonniger Standort, der reich mit lehmhaltigem Boden versehen ist, sorgt für ein reges Wachstum der Zitronenmelisse. Ob im Garten oder auf dem Balkon – die Anzucht von Zitronenmelisse ist nahezu überall möglich und schafft Zufriedenheit bei dem Gärtner. Wird jedoch noch zusätzlich ein wenig mineralhaltiger Kompost zum Boden gegeben, so fühlt sich die Melisse ausgesprochen wohl und gedeiht dementsprechend. Aber auch bei weniger idealen Bodenbedingungen wächst die Melisse ausgesprochen gut. Die Aussaat kann bereits im Mai beginnen, vor allem, wenn kein Bodenfrost mehr gegeben ist. Im August oder September kann eine erste, kleine Ernte vorgenommen werden. Wesentlich ertragreicher stellt sich das Ergebnis im Folgejahr da. Nun können regelmäßig frische Blätter von der Zitronenmelisse geerntet und für verschiedene Zwecke genutzt werden.

Zitronenmelisse Verwendung aus heilmedizinscher Sicht

Die Zitronenmelisse verfügt über eine wahre Bandbreite an Inhaltsstoffen und Wirkstoffen, die für verschiede Beschwerden im körperlichen sowie seelischen Rahmen behilflich sein können. Die wohl bekannteste Form der Zitronenmelisse Verwendung stellt der Melissentee dar. Dieser wird ausgesprochen gern bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt und kann das Verdauungssystem beruhigen. Auch bei depressiven Phasen und Unruhen schafft die Zitronenmelisse Erleichterung und eignet sich sehr gut.

Weiterhin werden aus der Zitronenmelisse vornehmlich gern Ölauszüge gewonnen, die in der Tat recht kostspielig sind, aber auch hervorragende Wirkung erbringen. Diese Ölauszüge werden in der Pharmaindustrie vorrangig für Cremes verwendet, die wiederum bei Lippenleiden wie Herpes simplex für Erleichterung sorgen. Die Blätter der Zitronenmelisse können zudem bei anderen Hautentzündungen eingesetzt werden. Eine Entspannungskur oder ein Bad mit Zitronenmelisse kann wohltuende Resultate erbringen, ohne hier auf chemische Zusätze hoffen zu müssen.

Zusätzlich wird Zitronenmelisse gern als Gewürz oder gar als Genussstoff eingesetzt. Schon vor vielen Jahrhunderten galt die Melisse als wertvoll und wurde in vielen Rezepten verwendet. So können die Blätter der Pflanze in Tees oder auch Pestos sowie im Likör einen festen Bestandteil bilden. Der geschmacklichen Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt, sodass den Variationsmöglichkeiten Genüge getan werden kann.

Zitronenmelisse Tee ansetzen und genießen

In erster Linie wird Zitronenmelisse gern für einen wohltuenden Tee genutzt. Bereits zwei Hände voll frischer Melissenblätter können eine große Kanne Heißgetränk erbringen. Die Stiele der Blätter müssen nicht zwangsläufig abgetrennt werden und schaden dem Aufguss keineswegs. Nach dem Säubern werden die Blätter einfach in ein brauchbares Gefäß gegeben und mit 1,5 l – 2 l Liter heißem Wasser übergossen. Wer mag, kann die Blätter noch ein wenig zerkleinern – hierbei kommen die ätherischen Öle besser zum Einsatz und intensivieren den Geschmack des Getränks. Dieser Tee sollten nunmehr ca. 20 Minuten ziehen dürfen, ehe die Blätter abgeseiht werden. Das Getränk kann sowohl heiß als auch kalt in Form von Eistee genossen werden. Besonders aromatisch wird der Tee zudem, wenn zur Zitronenmelisse noch ein wenig Pfefferminze beigefügt wird.

Natürlich können auch getrocknete Blätter für den Tee verwendet werden – in nahezu jedem Reformhaus, Bioladen und in vielen Apotheken finden sich Teemischungen mit Melisse an. Da diese Form des Melissentees leider einen Großteil an Geschmacksstoffen einbüßen muss, ist die frische Variante klar vorzuziehen. Ist keine frische Zitronenmelisse zur Hand, so ist die Teemischung aus dem Handel jedoch eine getreue Alternative.

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Weitere Zitronenmelisse Rezepte, die jedes Gericht unvergleichlich machen

Zitronenmelisse ist überaus vielseitig und lässt sich für viele Bereiche in der Küche nutzen. Nicht nur als Gewürz, sondern auch für Eiskreationen oder alkoholische Getränke kann diese Pflanze herhalten.

Zitronenmelissen Pesto

Ein schmackhaftes und einfaches Rezept stellt das Zitronenmelissen-Pesto dar, welches eine gelungene Alternative zum Basilikum- oder Bärlauch-Pesto darstellt. Hierfür werden verwendet

  • 100 g frische Melissenblätter (am besten ohne Stiel)
  • 100 ml Olivenöl
  • 20 g Pinienkerne
  • 100 g Parmesan
  • Salz und Knoblauch zum Abschmecken

Die Melissenblätter werden gesäubert und anschließend in einen Mixer gegeben. Hierzu kommen auch das Olivenöl und die Pinienkernen. Mit dem Salz und dem frischen Knoblauch wird das Pesto abgeschmeckt, ehe es im Mixer kleingehackt wird. Nun wird das Pesto kaltgestellt und kurz vor dem Servieren mit Parmesan abgerundet. Das Pesto kann hervorragend zu Pasta, aber auch als Zugabe zu Baguettes gereicht werden.

Zitronenmelissen Sirup

Melissen-Sirup ist ebenso köstlich und lässt sich schnell und unkompliziert herstellen. Für die süße Variante werden benötigt

  • 1 kg unbehandelte Zitronen
  • ¾ l Zitronensaft
  • 2 Handvoll Zitronenmelisse
  • 4 l Wasser
  • 2 kg Zucker
  • 25 g Zitronensäure
  • 3 Handvoll Pfefferminze

Die Kräuter werden gewaschen und trocken getupft und mit ein wenig Zitronen-Zesten in einem geeigneten Behälter gegeben. Diese Mischung wird mit Wasser aufgefüllt und sollte für mindestens zwei Tage abgedeckt ziehen dürfen. Anschließend kommen der Zitronensaft sowie die Zitronensäure dazu. Die ganze Menge wird nun einen Topf mit Zucker angesetzt und leicht erwärmt. Kurz vor dem Aufkochen wird der Sirup vom Herd genommen, durch ein Sieb gegeben und der sirupartige Inhalt in passende Gefäße abgefüllt.

Dieser Sirup kann sowohl Mineralwasser erfrischen oder einen Sekt sowie andere alkoholische Getränke abrunden. Für seine Sommerbowle ist der Sirup geradezu prädestiniert und verleiht dem Getränk eine frische und leicht säuerliche Note.

Zitronenmelissen Sorbet

Das Zitronenmelissen-Sorbet stellt eine weitere Rezeptvariante dar, die im Sommer für Abkühlung sorgt. Für die Herstellung werden nur folgende Zutaten aufgewendet

  • 400 ml Wasser
  • 2 Handvoll Zitronenmelisse
  • 150 g Zucker
  • 1 Zitrone

Das Wasser wird mit dem Zucker aufgekocht, sodass ein Sirup entsteht. Hernach wird die Zitronenmelisse in den erkalteten Sirup geben und sollte für einen Tag ziehen dürfen. Am Folgetag wird die Flüssigkeit abgeseiht und der Saft einer Zitrone hinzugefügt. Der Saft kann nun in eine Eismaschine oder in einen Behälter ins Eisfach gegeben werden.

Zitronenmelisse trocknen und richtig aufbewahren

Soll Zitronenmelisse getrocknet werden, so ist dies am besten kurz vor der Blütezeit . Die noch frischen Blätter sind nun nämlich noch reich an ätherischen Ölen und sorgen für ein vollmundiges Aroma. Am besten werden die Zweige in den frühen Morgenstunden geerntet und werden anschließend auf die Trocknung vorbereitet. Nach einer sorgsamen Spülung, die mit kaltem Wasser einhergehen sollte, werden mögliche Insekten oder beschädigte Blätter beseitigt. Für diesen Arbeitsgang sollte eine große Sorgfalt vorliegen, um die Trocknung nicht zu gefährden.

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Der Backofen wird auf ca. 80° Celsius vorgeheizt. Die Blätter werden in der Zwischenzeit auf ein Backblech ohne Backpapier angeordnet. Die Blätter sollten möglichst nicht geschichtet werden, damit die Hitze alle Pflanzenteile gleichmäßig erreichen kann. Ist die Höchsttemperatur vom Ofen erreicht, so wird dieser ausgestellt und das Backblech in den Backofen gegeben. Ist der Ofen ausgekühlt, sind auch die Blätter getrocknet. Ist dies jedoch nicht der Fall, kann der vorangegangene Schritt wiederholt werden.

Nach der Trocknung ist die Zitronenmelisse am besten in einem licht- sowie luftdichten Gefäß oder Beutel aufzubewahren. Durch diese Maßgabe bleibt die Zitronenmelisse lange haltbar. Wer sich hingegen die Trocknung ersparen möchte, kann die Melisse ebenso einfrieren. Auch hierfür sollte stets frische Blätter verwendet werden. Die Planzenteile werden nach der Säuberung einfach in einen Gefrierbeutel oder einen passenden Behälter gegeben und können im Gefrierfach bis zur nächsten Verwendung gelagert werden.

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