Matcha Tee - Echte Alternative zum Kaffee?

In Japan ist Matcha Tee ein sehr rarer und exklusiver Tee. Dieser ist auch unter der Zeichnung Königin des Grüntee bekannt.

Entstehung des Matcha Tees

Seinen Ursprung hat der Matcha Tee in China, wo er im 6. Jahrhundert entstand. Vermutlich wurde Matcha zu Beginn als Arznei und in späterer Zeit als Meditationsgetränk von buddhistischen Mönchen verwendet. Im Verlaufe der Jahre wurde der Tee vergessen. Erst im 16. Jahrhundert wurde Matcha Tee wiederbelebt. Sen no Rikyu – ein Teemeister aus Japan – gründete die Teezeremonie Japans. In seiner Poesie bracht er die ideale Zubereitung von Matcha Tee und die Verwendung der zugehörigen Utensilien zum Ausdruck.

Informatives rund um den Matcha Tee

Die Teepflanzen, aus denen der Matcha Tee gewonnen werden soll, werden einen Monat vor der geplanten Ernte mehrmals mit Netzen überdeckt. Durch die Beschattung nehmen die Teeblätter eine dunkelgrüne Farbgebung an, wodurch sich der Anteil an Aminosäuren und Chlorophyll in diesen erhöht.

Geerntet werden die Pflanzen per Hand. Anschließend folgt ein Dämpfen und Trocknen der Teeblätter auf besonders schonende Art. Für den Mahlprozess des Matcha Tee kommt ausschließlich das Blattfleisch zur Anwendung.

Wo Matcha angebaut wird

Zum größten Teil wird Matcha Tee in Japan und China angebaut. Weithin bekannt sind die japanischen Anbaugebiete der Provinzen Nishio, Fukuoka, Uji sowie die Insel Kyushu. Das wichtigste Anbaugebiet innerhalb Chinas befindet sich in Zhejiang, in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt Hangzhou. Hier kann auch das Nationale Teemuseum besucht werden.

Gefragt ist die leuchtend grüne Farbgebung, die unter den Bezeichnungen Matcha Latte oder auch Green Chai bekannt geworden ist. Das zarte japanische Pulver, bekannt als Matcha Tee, nimmt in jüngster Zeit vermehrt an Beliebtheit zu. Auch innerhalb Deutschlands hat das grüne Pulver seinen Einzug gehalten. Vermischt mit Schokolade oder zur Verfeinerung von Eis kommt es in die Geschäfte.

Matcha Tee soll jedoch noch mehr positive Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben als dies beim grünen Tee der Fall ist. Es ist zum Teil sogar vereinzelt die Rede davon, dass Matcha Tee vor Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Krebs schützen soll. Allerdings ist hier Vorsicht geraten! Denn bisher konnte hiervon nichts wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Das Institut für Lebensmittelchemie der Technischen Universität in Braunschweig räumt zwar einen bestimmten positiven Effekt des Matcha Tee auf die Gesundheit des Menschen ein. Aber mit genaueren Aussagen kann bislang nicht gedient werden.

Während in früheren Zeiten Tee einzig der Elite Japans im Rahmen traditioneller Teezeremonien vorbehalten war, kann ein deutlicher Anstieg hiernach auch im Raum Deutschland festgestellt werden. Ganz besonders in größeren Städten wie Hamburg, Köln und Berlin haben sich zwischenzeitlich Teesalons etabliert, die unter anderem kostenintensive Teesorten, wie zum Beispiel Gyokuro, Sencha und Tamaryokucha anbieten. Der absolute Renner ist jedoch der Matcha Tee.

Für 30 g Matcha Tee mehr als 50 Euro investieren

Der edle Matcha Tee konnte sich auch in unseren Landen deutlich etablieren. Dies weiß die Geschäftsführerin vom Deutschen Teeverband, Frau Monika Beutgen, zu berichten.

Matcha Tee gibt es in limitierten Mengen, wobei das Preisgefüge bei mehr als 50 Euro für eine Dose mit einem Inhalt von 30 g liegt. Zwischenzeitlich läuft auch im Raum China die Produktion des Tees. Wer jedoch Wert auf den besten Matcha Tee legt, verwendet den aus Japan stammenden. In Japan werden nur geringe Mengen des Pulvertees produziert, da nur wenige Teebauern die Produktion des Matcha Tee beherrschen.

Matcha Tee als Wachmacher

Zur Zubereitung des Matcha Tee werden zwischen einem und zwei Gramm des Pulvers mit 80 Grad heißem Wasser übergossen. Anschließend wird der Tee mithilfe eines kleinen Bambusbesens oberflächig schaumig geschlagen. Je höher die Schaumentwicklung, umso gelungener der Matcha Tee.

In Matcha Tee sind offensichtlich rund vier Prozent an Koffein enthalten. Damit liegt er über den Durchschnitt von weiteren Grüntee Sorten.

Wie Forscher aus Amerika der University of Colorado herausgefunden haben wollen, ist im Matcha Tee die dreifache Menge der Substanz Epigallocatechingallat – kurz EGCG – enthalten als in normalen Grüntees. Eindeutige Ergebnisse lassen sich bisher jedoch in dieser Hinsicht nicht nachweisen.

Matcha Tee ist kein Wundermittel

Der Substanz EGCG wird eine Vielzahl positiver Wirkungen auf die menschliche Gesundheit nachgesagt. So solle diese unter anderem einigen Studien zufolge Entzündungen hemmen können. Auch bei verschiedenen Erkrankungen des Immunsystems wird Matcha Tee eine positive Wirkung bescheinigt. In der Alzheimer- und Krebsforschung wird ebenfalls nach der Wirksamkeit von Matcha Tee ermittelt. Die Wissenschaftler geben ihrer Hoffnung damit Ausdruck, derartige Erkrankungen durch den Extrakt des Grüntees bereits in einem äußerst frühzeitigem Stadium aufhalten zu können. Jedoch konnte bisher immer noch nicht eindeutig geklärt werden, ob derartig aufgetretene vereinzelte Wirkungen ausschließlich auf der Wirkung des EGCG beruhen. Es könnten hierfür auch Wechselwirkungen mit weiteren im Matcha Tee vorkommenden Inhaltsstoffen verantwortlich zeichnen.

Darüber hinaus wäre es erforderlich, pro Tag wesentlich größere Mengen von Matcha Tee zu trinken. Eine Tasse mit rund 100 ml würde da auf keinen Fall ausreichen. Bleibt allerdings die bisherige Nachfrage weiterhin so hoch, stellt die künftige Lieferung des Matcha Tee aus dem japanischen Raum mit Sicherheit kein Problem dar.

Mehr zum Thema
© 1996-2019 | Zeitung.de - zeitungen und fachzeitschriften : regional und international - Impressum