Fehler bei Nistkästen vermeiden

Wer einen eigenen Garten besitzt, kann sich glücklich schätzen. Nicht selten wird dieser als Rückzugsort und Ruhe Oase angesehen. Doch gerade einem Anfänger unterlaufen Fehler, wobei diese nicht nur ärgerlich sind, sondern auch ins Geld gehen können. Gerade bei Nistkästen spielt es eine wichtige Rolle, wo sie angebracht werden und wie viele es eigentlich sein sollten?

Nistkästen sind für Gartenvögel wichtig, denn immer mehr büßen sie ihren natürlichen Lebensraum ein. Zudem hat ein Gartenbesitzer die Möglichkeit, sich am Treiben der Vögel zu erfreuen. Schlupflöcher gibt es nicht viele, denn bevorzugte defekte Dachziegel werden schnell erneuert und auch andere Stellen sind in der Regel selten zu finden.

So werden Fehler beim Aufbau von Nistkästen vermieden

Die Größe eines Nistkastens spielt eher eine untergeordnete Rolle, denn ist er zu groß, polstern die Tierchen ihn mit den entsprechenden Materialien aus. Gerade beim Eigenbau sollte der Gärtner einiges beachten. Folgende Kriterien sind wichtig:

  • es sollte sich um eine solide Konstruktion handeln
  • das Holz sollte dickwandig sein und über keinerlei Zwischenräume verfügen
  • des Weiteren ist eine einfache Reinigung relevant
  • die Aufhängung muss stabil sein
  • Einflugöffnung passend gestalten

Wird ein Nistkasten käuflich erworben, sollte das nicht wahllos geschehen. Generell steht vor einem Kauf das Interesse, welche Vögel sich in der Mehrzahl im eigenen Garten aufhalten. Zudem bietet der Handel Kästen, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Naturschutzbund (Nabu) ausgearbeitet wurden. Auch der Landesbund für Vogelschutz in Bayern ist bei diesem Objekt involviert. Teile vom Erlös kommen den beiden Verbänden zugute.

Welche Öffnungsgröße ist für welchen Vogel geeignet?

Eine Öffnungsgröße von rund 28 Zentimeter ist speziell für recht kleine Vögel richtig. Hierbei betrifft es Tiere wie beispielsweise Blau- oder Tannenmeisen. 32 Zentimeter eignen sich für Kohl- und Haubenmeisen. Der Feld- und Haussperling benötigt eine Größe von mindestens 34 Zentimeter und 45 Zentimeter sind für den Star oder Buntspecht ausreichend.

Welche weiteren Größen der Handel bietet und für welche Vögel diese bestimmt sind, kann online eingesehen werden. Zudem bietet das Internet diverse hilfreiche Tipps im Umgang mit den Vögeln und zum Thema Nistkästen.

Wo einen Nistkasten anbringen?

Wichtig ist bei der Anbringung, dass ein ruhiger Platz ausgesucht wird. Katzen und andere Nesträuber müssen es schwer erreichen können, darum bitte eine Mindesthöhe von 1,5 bis zu 2 Metern wählen. Zudem sollte so wenig Regen, Wind und Sonne wie möglich an den Nistkasten kommen.

Die Einflugöffnung ist vogelgerecht, wenn sie nach Norden, Nordosten oder Osten ausgerichtet ist. Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Kasten nicht stundenlang in der prallen Sonne hängt. Die Stelle sollte so ausgewählt werden, dass den Vögeln ein freier Anflug möglich ist.

Generell hilft es speziell der Brut, den Nistkasten in der Nähe von Sträuchern zu platzieren. Das hat den Vorteil, dass junge Vögel bestens geschützt sind und sie haben Landemöglichkeiten durch Äste und Zweige. Das Laub der Gehölze bietet weiterhin einen guten Schutz.

Anzahl der Nistkästen

Mehrere Nistkästen sollten nur dann aufgehängt werden, wenn der Garten genügend Futter bereithält. Gibt es ausreichend Nahrung, Wasser und reichlichen Schutz, steht dem Unterfangen nichts im Wege. Allerdings dürfen die Kästen nicht so dicht nebeneinander positioniert werden, denn unterschiedliche Vogelarten benötigen genügend Abstand zueinander.

Die Nistkästen sollten über einen Abstand von mindestens zehn Meter verfügen, ansonsten können nur wenige aufgehängt werden. Möchte der Besitzer seinen Nistkasten gern an einem Baum befestigen, sollte er einen Aluminium Nagel wählen. Das verhindert, dass der Baum einen Schaden davonträgt.

Die beste Jahreszeit einen Nistkasten anzubringen ist der Herbst. Vögel können sich an ihr neues Zuhause gewöhnen und ihn schon dann zum Übernachten nutzen. Handelt es sich um einen Bestandskasten, muss er allerdings im Vorfeld gut gereinigt werden. Hierzu benutzt der Gartenbesitzer eine Bürste und heißes Wasser. Nach getaner Arbeit, kommt Nistmaterial in Form von Stroh oder Sägemehl hinein.

Der beste Zeitpunkt zur Anbringung

Jeder weiß, dass die Brutzeit der Gartenvögel in das Frühjahr fällt. Allerdings bedeutet es nicht zwangsläufig, dass dann auch die Anbringung von Nistkästen erfolgen muss. Auch im Herbst und Winter suchen die Tiere nach einem geeigneten Unterschlupf.

Gerade in diesem Zeitraum ist es sinnvoll, gleich mehrere Nistkästen anzubringen. Die Kästen bieten einen hervorragenden Schutz vor Wind und Wetter und sind bestens geeignet bei frostigen Temperaturen. Zudem hat das Anbringen im Herbst einen weiteren Vorteil, denn so lernen die Tiere ihre Umgebung besser kennen, was wiederum bewirkt, dass sie höchstwahrscheinlich, auch zum Eierlegen und zum Brüten dorthin zurückkehren.

So wird der Nistkasten sauber

Wer seinen Nistkasten über Jahre erhalten möchte, muss auch die Pflege einberechnen. Idealerweise sollte der Nistkasten nach dem Ausfliegen der letzten Jungvögel und vor dem nächsten Gelege gereinigt werden. Wurde dieser Zeitpunkt verpasst, bietet sich die Zeit nach den ersten Nachtfrösten an, denn dann ist in der Regel auch das zurückgebliebene Ungeziefer nicht mehr aktiv.

Ob der Besitzer einen Nistkasten tadellos sauber bekommt, hängt speziell von der Öffnung ab. Die meisten Kästen verfügen über einen Haken, der gelöst wird. Auch Trennwände können danach mühelos entfernt und das gesamte Kasteninnere gereinigt werden.

Bei anderen Varianten gehört zum Lieferumfang ein Imbusschlüssel, womit der Besitzer eventuelle Schrauben lösen kann. Auch bei diesen Kästen kann der Nutzer die gesamte Vorderseite des Kastens abnehmen. Zudem bietet der Handel Modelle an, bei denen oben eine Klappe entfernt wird.

Tipps zur Reinigung

Das Säubern erfolgt logischerweise nach dem Entfernen von altem Nistmaterial. Am besten wird klares Wasser und eine Bürste genutzt. Bei starken Verunreinigungen etwas Soda in das Wasser geben, auf keinen Fall auf chemische Reiniger zurückgreifen. Nach dem Reinigen den Nistkasten vollkommen austrocknen lassen.

Weitere Maßnahmen

  • zum Schutz vor Parasiten sollte die Reinigung draußen stattfinden.
  • bei der Nistkasten- Pflege Handschuhe tragen
  • vor der eigentlichen Reinigung sicherstellen, ob der Nistkasten unbewohnt ist
  • mit einem Schaber, altes Nistmaterial entfernen

Welcher Nistkasten darf es sein?

Nistkästen werden von den Vögeln dankend angenommen. Kaum einer bleibt über einen längeren Zeitpunkt unbewohnt. Das Design interessiert hierbei nicht egal, ob klassisch oder modern. Allerdings sollte die Qualität stimmen, denn Chemikalien sind nicht sinnvoll.

Naturbelassene Materialien sind Pflicht, beispielsweise Kästen aus Holz, sie isolieren nicht nur vor Hitze, sondern auch vor Kälte. Je nach Vogelart können die Tiere sich mit Moos, Gräsern oder Lehm ihr eigenes Reich schaffen.

Wer sich für Nistkästen interessiert und einen im Garten positionieren möchte, sollte keinen aus Kunststoff erwerben. Diese Modelle haben klare Nachteile. Da die Kästen nicht atmungsaktiv sind, kann sich im Inneren schnell Feuchtigkeit bilden, zudem isoliert Plastik nicht oder kaum. Bedingt durch die Feuchtigkeit würde sich umgehend Schimmel bilden, was dazu führen würde, dass die Nester verschimmeln. Zu empfehlen sind des Weiteren Nistkästen aus Terrakotta oder Holzbeton.

Warum sind Nistkästen wichtig?

Die ursprünglichen Lebensräume der Gartenvögel werden immer mehr weggeplant. Über einen langen Zeitraum waren lichte Wälder (Totholz) oder offene Landschaften der ideale Platz um zu Überleben und um Nistmöglichkeiten zu finden.

Heute gibt es in nur noch wenigen Gebieten Totholz und somit auch nicht genügend Nistplätze. Der Mangel daran, kann mit Nisthilfen ins Gleichgewicht gebracht werden. Die ersten Nistkästen wurden Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und gebaut. In erster Linie dienten sie der biologischen Schädlingsbekämpfung in Wirtschaftswäldern.

Grundsätzlich ist jeder Kasten von Nutzen. In kalten Nächten dienen sie als Schutz und zum Schlafen. Neben den bekannten Halbhöhlen- und Höhlenbrutkästen für Gartenvögel, gibt es spezielle Kästen für Kleiber, Rotschwänzchen oder den Zaunkönig.

Es ist relativ egal, um welchen Nistplatz es sich letztendlich handelt, denn schon ein einfaches Brett an der Wand für Schwalben ist vollkommen ausreichend. Sogar Insekten und Fledermäuse nehmen Nistkästen gern an, die Behältnisse machen einfach nur Spaß.

Die Kästen sind gerade von Vorteil, wenn es sich um einen naturnahen Garten handelt. Blumenwiesen und einheimische Sträucher helfen, den Vögeln einen natürlichen Lebensraum zu suggerieren. Viele werden dankbar sein, der Aufzucht ihrer Jungen in einem solchen Garten nachgehen zu können.

Wissenswertes über Nistkästen

Die hölzernen Behältnisse bieten nicht nur Schutz vor Wind und Wetter und sind zudem geeignete Orte für optimale Brutbedingungen, sondern auch Nesträuber werden ferngehalten. Der ideale Platz wurde schon erwähnt, allerdings sollte der Nistkasten auch vor lärmenden Kindern und neugierigen Blicken geschützt hängen. Das Einflugloch muss auf jeden Fall in östlicher Richtung weisen, so bietet der Kasten Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung und auch frontale Windböen stellen kaum Probleme dar.

Damit auch Regen und andere Niederschläge keine Chance bekommen, sollte der Nistkasten etwas nach vorne geneigt sein. Der Nistkasten- Besitzer hat zwar viel Freude an seinen Gartenbewohnern, aber auch Pflichten. Nistkästen müssen mindestens einmal jährlich kontrolliert werden, ansonsten können sie zu einer tödlichen Falle für Vögel werden. Hierbei fällt der beste Zeitpunkt in den Herbst, im September ist die Brutzeit vorbei und die kalten Monate liegen noch weit entfernt.

Bei dem Aufhängen muss der Besitzer darauf achten, dass der Nistkasten über einen sicheren Halt verfügt. Die Stabilität sollte kontrolliert werden und das über das ganze Jahr. Ein Nistkasten kann auch gut selber angefertigt werden, hierzu muss es unbehandeltes Holz sein. Es eignen sich Fichte und Tanne und auch Buche wäre eine Option.

Holz verfügt über eine natürliche Wärmedämmung, kann Feuchtigkeit aufnehmen und ist witterungsbeständig. Zudem ähnelt solch ein Kasten der natürlichen Niststätte und wird dadurch bedingt relativ schnell, als Brutplatz angenommen. Beim Bau ist darauf zu achten, dass es nicht nur einen Wasserablauf im Boden gibt, sondern auch an kleine Luftlöcher in der Wand gedacht wird.

Überlebenswichtig ist auch der Schutz vor Nesträubern, um den Nachwuchs zu schützen. Hier ist es hilfreich, Dorngestrüpp am Baumstamm zu befestigen und auch auf dem Dach auszulegen. Andere Schutzvorrichtungen sind: Metallringe, Drahtspiralen vor der Einflugöffnung oder ein Katzenabwehrgürtel, der etwa einen Meter über dem Boden vor dem Nistkasten ausgelegt wird.

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