Leinöl kaufen - gesunde Wirkung auf den Menschen ?

Das Leinöl zählt zu den Pflanzenölen, welches vorrangig aus Leinsamen gewonnen wird. Die Samen des Ölleins (Linum usitatissimum) wird umgangssprachlich gern als Leinöl bezeichnet. Das gute Leinöl wird in der Regel ohne weitere Öle oder Stoffe angeboten – lediglich andere Leinarten, die zur Gattung Linum gehören, werden zur Ölgewinnung hinzugefügt. Die Heimat der Leinpflanze befindet sich in Syrien, Ägypten, aber auch in der Osttürkei sowie im Iran. Mittlerweile lässt sich das goldene Öl ebenso hervorragend in Europa anbauen. Vor allem die Lausitz gilt als bekanntestes Anbaugebiet, wird hier der Lein seit 1924 bewahrt und das „Lausitzer Leinöl“ hergestellt.

Das kaltgepresste Leinöl zeichnet sich in erster Linie durch seine goldgelbe Färbung, das warmgepresste Öl eher durch gelblich bis bräunliche Facetten aus. Vom Geruch her werden würzige Nuancen, die an Heu erinnern, erkennbar. Aber auch krautige bis hin zu leichten Röstaromen sind vorstellbar. Frisch zubereitet wirkt das Leinöl recht nussig, bei längerer Lagerung können allerdings auch bittere oder ranzige Stoffe festgestellt werden.

Herstellung von Leinöl

 #109871334 - fotolia.com - baibaz

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Das Leinöl ist überaus gesund und wird deshalb gern für die tägliche Ernährung genutzt. Da das Öl beträchtlich luftempfindlich ist, sollte es am besten an dunklen Orten aufbewahrt werden. Wird dieser Passus übergangen, so kann das Öl binnen kürzester Zeit bitter werden. Nach dem Öffnen ist da Leinöl kühl aufzubewahren. Ein idealer Standort ist der Kühlschrank.

Heißgepresstes Leinöl

Die bereits getrockneten Samen werden zunächst zu Mehl verarbeitet und mit heißem Wasser aufgewertet, ehe eine Knetmaschine die Masse so lange bearbeitet, bis eine feste Konsistenz erreicht ist. Unter Rühren wird nun eine Röstung angestrebt, bei dem ein Öl entsteht. Aus rund 4 kg Leinsamen entsteht somit allmählich ein Liter Leinöl. Aufgrund der hohen Anteile von Schweb- sowie Schleimstoffen gilt das Öl als überaus gut verträglich und gesund. Vor dem Einsatz in der Küche muss das Öl allerdings noch vom Rohleinöl befreit werden.

Kaltgepresstes Leinöl

Die Kaltpressung der Leinsamen wird mittels einer Schneckenpresse vorgenommen. Hierfür wird die Saat mit einer Schneckenwalze mithilfe von leichtem Druck durch einen sogenannten Presszylinder geführt. Aufgrund unterschiedlicher Düsen wird eine Veränderung der Pressengeschwindigkeit erreicht, welches Einfluss auf den anschließenden Ölertrag hat. Bei der Kaltpressung werden Temperaturen von höchstens 40° Celsius vorgenommen – hierbei werden die Schwebstoffe zumeist entfernt.

Pressung mittels Sauerstoffausschluss

Bei der Kaltpressung oxidiert das Leinöl leider recht schnell und wird dadurch bitter – deshalb wurden neue Pressverfahren ausprobiert, bei der eine Oxidation während der Pressung verhindert werden soll. Durch eine Schutzatmosphäre von reinem Stickstoff als auch Kohlendioxid kann der Sauerstoff praktisch vom Pressgut und somit vom Öl ferngehalten werden.

Bei jedweder Pressung entsteht im Anschluss der sogenannte Leinsamen-Presskuchen, welcher als hochwertiges und herausragendes Futtermittel eingesetzt wird.

Die Wirkung von Leinöl auf den Menschen

Dass Leinöl gesund ist, gilt als allgemeinhin bekannt. Doch was genau macht das Leinöl so wertvoll? Die Antwort liegt in der natürlichen Beschaffenheit des Öls. Dieses ist reich an essentiellen Alpha-Linolensäuren und zählt gleichwohl zu den seltenen Ölen, die einen recht hohen Omega-3-Fettsäuren Anteil besitzen. Neben Gerste, Weizen, Erbsen und auch Linsen zählen die Leinsamen zu den ersten und frühesten fünf Agrarpflanzen, die in der Jungsteinzeit angebaut wurden. Neben Hanf und Mohn gehören die Leinsamen somit zu den historischen Ölpflanzen Europas, die sich bis heute gehalten haben. Das Leinöl selbst besitzt in den Triglyceriden bis zu 90% und mehr ungesättigte Fettsäuren – hiervon ist ein hoher Teil an Omega-3-Fettsäuren Alpha-Linolensäuren im Rahmen von 45% bis 71% zu verzeichnen. Die Alpha-Linolensäure wird vom Menschen nur im geringen Maß in hochwertigere Omega-3-Fettsäuren umgesetzt. Diese Tatsachen sind zwar gut und schön, doch was bewirken diese Maßgaben auf den menschlichen Organismus?

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Die Omega-3-Fettsäuren, die in reicher Anzahl im Leinöl enthalten sind, spielen bekanntlich für Herz-Kreislauferkrankungen eine große Rolle. Wird Leinöl regelmäßig konsumiert, so können sich diese und viele weitere gesundheitliche Erkrankungen reduzieren lassen. Gleichwohl sind diese Fettsäuren überaus wertvoll für die Arbeit des Gehirns, können die Omega-3-Fettsäuren das Denkvermögen als auch die Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflussen und weiterhin Depressionen minimieren. Nebenbei kann die Leinöl Wirkung die Blutwerte verbessern. Eine bereits durchgeführt Studie in New Jersey erbrachte die Erkenntnis, dass bei täglichem Verzehr von Leinöl (hier reicht bereits ein Esslöffel Öl sowie drei Scheiben Leinsamenbrot aus), eine Besserung der Blutwerte erkennbar ist. Binnen drei Monaten konnten bei den Probanden sowohl bessere Blutfett- sowie Cholesterinwerte ausgemacht werden. Auch weitere Studien kamen auf diese Ergebnisse, sodass von zahlreichen Ärzten und Ernährungswissenschaftler das Öl aus hervorragende Zugabe zur täglichen Ernährung angeraten wird. Da Leinöl zudem keine Nebenwirkungen offeriert, kann das Öl ohne Umschweife verwendet werden.

Neben dieser Tatsache kann die Leinöl Wirkung noch wesentlich mehr zu einer besseren Gesundheit beitragen. Nebenbei kann sich das Öl positiv auswirken bei

  • Diabetes
  • Erhöhte Nierenwerte
  • Hohem Blutdruck

Der regelmäßige Verzehr kann dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken. Im Vergleich sind die Unterschiede bei Fetten und Ölen in Verbindung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren vornehmlich gut erkennbar:

  • Leinöl – 67%
  • Rapsöl – 31%
  • Olivenöl – 9%
  • Butter – ca. 1%

Mit Leinöl gesund in den Tag starten

Leinöl kann täglich angewandt werden und auf unterschiedlichste Art und Weise den Tagesbedarf decken. Hierbei muss nicht umständlich vorgegangen werden. Bereits durch die Zugabe eines Esslöffels Leinöl auf die Speise, kann die Gesundheit optimal unterstützt werden.

Leinöl pur einnehmen

Wer mag, der kann täglich morgens vor dem Frühstück einen oder zwei Esslöffel Leinöl pur einnehmen. Vor allem bei einer trägen Verdauung hat sich dieses Rezept bewährt und wirkt wie eine Wohltat auf den Darm. Die Regulierung der Verdauung lässt nicht lange auf sich warten, sodass Leinöl besten Gewissens eingenommen werden kann.

Leinöl Kapseln als Alternative nutzen

Bereitet der pure Genuss eher Schwierigkeiten, so kann auch auf Leinöl Kapseln zurückgegriffen werden. Täglich zwei Kapseln decken den Tagesbedarf geschickt ab. Weiterer Vorteil: die Kapseln können sowohl zu Hause als auch unterwegs eingenommen werden. Mit einem guten Schluck Wasser gelangt das Leinöl optimal in den Körper und kann hier seine Kraft entfalten.

Leinöl für die Zubereitung von Gerichten verwenden

Ob für den kalten Salat oder die eine sättigende Speise – Leinöl ist überaus vielseitig und lässt sich für eine Reihe von Gerichten oder Getränke verwenden. So kann das Leinöl ideal für Smoothies, aber auch für Obstsalate und unterschiedliche Gemüsesorten Anklang finden.

Hinweis: Es wurden in der Vergangenheit immer mehr Stimmen laut, dass Leinöl aufgrund seines Blausäure-Gehaltes auch giftig sein könnte. Der Lein verfügt jedoch, genau wie jede andere Pflanze auch, über verschiedene, natürliche Schutzmechanismen – hier kommt Linamarin zum Tragen. Diese sollen vorrangig Schädlinge fernhalten. Dieses Pflanzengift kann unter Umständen durch das Enyzm, welches gleichwohl in Leinöl vorhanden ist, in chemischer Hinsicht zur giftigen Blausäure gespalten werden. Das Leinöl selbst ist jedoch für den Menschen gänzlich ungefährlich. Die Salzsäure, die im menschlichen Magen vorhanden ist, inaktiviert die Enzyme, sodass nur geringfügige Blausäuremengen entstehen. Aus diesem Grund sind sich Ernährungsexperten sicher, dass Leinöl ohne Umschweife täglich aufgenommen werden darf.

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Küchentipps – Leinöl Rezepte, die jedem schmecken

Auch wenn das Leinöl für Kochrezepte geradezu prädestiniert erscheint, sollte dieses Öl besser nur für kalte Rezepte verwendet werden. Der Grund: die ungesättigten, wertvollen Fettsäuren verrauchen in der Pfanne. Dieser Umstand kann sogar bei der Erhitzung beobachtet werden. Ist die Pfanne zu heiß, so fängt das Leinöl an zu dampfen, wird vielleicht sogar bräunlich und schäumt manchmal regelrecht auf. Das kaltgepresste Öl sollte daher eher für die kalte Küche genutzt werden. Hier werden unzählige Leinöl Rezepte offeriert, die zum Schlemmen einladen.

Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl

Ein wahrer Klassiker ist Leinöl mit Pellkartoffeln und Quark. Das schmeckt nicht nur lecker, sondern ist auch noch einfach zuzubereiten. Hierfür wird benötigt:

  • 6 Kartoffeln
  • 500 g Quark
  • 150 ml Milch
  • 1 Zwiebel
  • 4 Esslöffel Leinöl
  • Salz und Pfeffer
  • Schnittlauch

Die Kartoffeln werden gewaschen und in Salzwasser gekocht. In der Zwischenzeit kann der Quark mit Milch, den Gewürzen und dem Leinöl verfeinert werden. Anschließend wird die Zwiebel sowie das Schnittlauch kleingehackt und unter den Quark gehoben. Sind die Pellkartoffeln gar, so können diese mit dem Quark angerichtet werden. Ein frischer, knackiger Salat mit Leinöldressing bildet den Abschluss und macht das Gericht zu einer leichten Speise.

Obstsalat mit Leinöl-Topping

Doch nicht nur Hauptgerichte können mit Leinöl verfeinert werden. Auch ein bunter Obstsalat, der reich an Vitaminen und Ballaststoffen ist, kann mit Leinöl aufgewertet werden. Hierfür eignen sich besonders gut:

  • Mandarinen
  • Äpfel
  • Birnen
  • Mangos
  • Orangen
  • Grapefruits und dergleichen.

Mit einer Handvoll Walnüssen und der Beigabe von ein bis zwei Esslöffeln Leinöl entsteht eine wahre Vitaminbombe, die sowohl zum Frühstück, als Nachspeise oder als Snack für Zwischendurch die Gaumen gut tun wird.

Zitronenhähnchen auf Wildkräutersalat

Köstlich und gesund stellt sich dieses Leinöl Rezept dar, welches leicht zuzubereiten ist und schnell den Mittagstisch ziert. Für diesen Genuss werden benötigt:

Für die HähnchenFür den Salat
4 Hähnchenbrustfilets
1 Zitrone
2 Esslöffel Olivenöl
Salz und Pfeffer
Paprikapulver
100 g Wildkräuter
150 g Salat nach Wahl
4 Esslöffel Apfelessig
2 Esslöffel Honig
3 Esslöffel Distelöl
2 Esslöffel Leinöl
Salz und Pfeffer

Die Kräuter werden gewaschen, getrocknet und von groben Stielen befreit. Zusammen mit dem anderen gewaschenen Salat können die Kräuter in einer Schüssel angerichtet werden. Das Dressing wird aus Essig, Honig, Salz und Pfeffer sowie den Ölsorten hergestellt und auf den Salat gegeben.

Das Hähnchen wird mit Zitronensaft eingerieben und anschließend mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt. Die Fleischstücke werden in der Pfanne mit etwas Öl auf jeder Seite ca. 3 – 4 Minuten auf hoher Temperatur angebraten und anschließend bei geringerer Hitze für ca. 10 Minuten fertig gegart. Auf einem Teller kann das Hähnchenfilet schließlich mit dem gut durchgezogenen Salat serviert werden.

Die Palette der Leinöl Rezepte könnte endlos weitergesponnen werden. Ob als Abschluss für einen grünen Smoothie, als Brotaufstrich auf einem Quarkbrot oder gar als Verfeinerung für Dips – Leinöl ist überaus vielfältig und gleichwohl gesund. Vermutungen zufolge soll Leinöl weiterhin gut wirken, wenn es in Kombination mit leicht schwefelhaltigen Lebensmitteln wie Eiern, Käse sowie Fisch genossen wird.

Wer hätte das gedacht? Leinöl ist nicht nur zum Essen geeignet, sondern kann auch Bereiche in Haus und Garten geschickt aufwerten! So werden seit geraumer Zeit Leinöl-Farben im Handel angeboten, die nicht nur leicht aufzutragen, sondern auch giftfrei und wetterfest sind.

Leinöl kaufen und gesünder leben

Leinöl lässt sich mittlerweile in guten, ausgewählten Einkaufsläden sowie Biomärkten und im Reformhaus erwerben. Wer Leinöl kaufen möchte, wagt den ersten Schritt in eine bessere und gesündere Zukunft. Da Leinöl reichhaltiger als Seefische wie zum Beispiel Heringe oder Makrelen ist, sollte ein Fläschchen in keinem Haushalt fehlen. Leider nehmen deutsche Männer lediglich 0,25 g und deutsche Frauen sogar lediglich 0,15 g Omega-3-Fettsäuren zu sich.

Um diese Umstände zu verbessern, kann Leinöl zum Einsatz kommen. Allerdings sollten Interessierte nur kleine Flaschen Leinöl kaufen, das die Haltbarkeit recht gering ist. Da das Öl überaus lichtempfindlich ist, schwinden schnell die gesunden Fettsäuren. Doch nicht nur der Verlust der Vitamine, sondern auch der unangenehme Geruch, der sich nach einigen Wochen einstellt, stellt das Leinöl leider nur allzu oft in den Schatten. Aus diesem Grund sind kleine Flaschen eine gelungene Alternative – doch auch die Qualität sollt nicht außer Acht gelassen werden. Kaltgepresstes Öl aus biologischem Anbau ist hier eindeutig zu bevorzugen, um in erster Linie Schadstofffreiheit zu genießen. Die Lagerung der Flaschen ist licht- sowie hitzegeschützt vorzunehmen.

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