Möbel im Shabby Chic – selbstgemacht und neu verliebt

Der Shabby Chic hat sich in den vergangenen Jahren als der Trend schlechthin entpuppt. Immer mehr Möbelhersteller und Einrichtungsliebhaber schwärmen von Gegenständen im Shabby Chic und jede Wohnzeitschrift veröffentlicht ganze Bilderstrecken zu diesem Look. Auch Verfechter der Do-it-yourself-Bewegung sind leidenschaftliche Anhänger des Shabby Chic, denn kaum ein Look lässt sich so einfach selbst herstellen wie dieser. Nicht zuletzt ist der Wohntrend auch für schmale Geldbeutel genau das Richtige, denn er hilft, alten Möbeln neues Leben einzuhauchen. Wodurch sich der Shabby Chic genau auszeichnet und wie man ihn schnell selbst erzeugen kann, wird im Folgenden vorgestellt.

Shabby Chic – auf alt getrimmt, neu gemacht

Der Shabby Chic bezeichnet Möbel, die optisch bewusst auf alt getrimmt werden. Shabby bedeutet übersetzt „schäbig“ oder „heruntergekommen“. Landläufig wird dieser Trend auch als Vintage Look bezeichnet. Im Grunde setzt diese Stilrichtung einen konkreten Gegensatz zu klaren, modernen und puristischen Designs. Im Shabby Chic darf es ruhig ein wenig unperfekt sein, auch die Formen und Muster sind eher verspielt und verschnörkelt statt ruhig und gradlinig. Der Clou des Vintage Looks ist es, dass die Möbel, obwohl sie frisch restauriert oder gerade neu gekauft sind, bereits gebraucht aussehen. Je älter Besucher die neue Kommode schätzen, desto gelungener ist das Styling im Shabby Chic. Der Charme des Trends ist es, dass man einen ganzen Raum voll mit neuen oder noch jungen Möbel aussehen lassen kann, als ob er komplett mit Antiquitäten ausgestattet wurde.

So erkennen Sie den Shabby Chic:

  • Der Anstrich ist nicht deckend: Das wohl auffälligste und stärkste Merkmal des Vintage Looks ist, dass der Anstrich der Möbel sehr auf alt und gebraucht getrimmt ist. Die Farbe ist nicht deckend, das Holz schimmert an einigen Stellen durch. Gerade an Stellen, die oft angefasst werden, beispielsweise an Griffen, ist die Farbe nur sehr dünn und das Holz sehr gut zu erkennen.
  • Sie finden kein Plastik: Möbel im Shabby Chic sind in der Regel immer aus natürlichen oder alten Materialien gefertigt. Schränke und Kommoden, die nach diesem Trend gestaltet worden sind, verfügen deshalb in der Regel nicht über Griffe oder Knäufe aus Plastik. Stattdessen werden Elemente aus Holz und Metall verwendet. Je älter sie aussehen, desto besser.
  • Die Möbel erinnern an Stücke aus längst vergangenen Epochen: Selten werden Sie ein Möbelstück im Shabby Chic finden, das an die neueste Linie eines schwedischen Möbelhauses erinnert. Selbst wenn eher einfache Möbelstücke die Basis für das Vintage-Projekt waren, werden sie so umgearbeitet, dass sie aussehen, als stammten sie aus dem 19. oder dem frühen 20. Jahrhundert.

Auch wenn das Umstyling eines Möbelstückes in den Shabby Chic hauptsächlich mit Schleifpapier, Pinsel und Farbe zu tun hat, ist das noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Wer handwerklich besonders begabt ist, kann auch alte Esszimmerstühle, Sofas oder Sessel neu aufpolstern und so in jedem Raum den Vintage Look etablieren.

Der Trend für schmale Geldbeutel – Shabby Chic

Das besonders Schöne an dem Trend des Shabby Chics ist es, dass man mit seiner Hilfe selbst alten Möbelstücken völlig neues Leben einhauchen kann. Daher ist der Vintage Look ein Geheimtipp für jeden, dessen Geldbeutel eher schmal ist. Wer trotz eines finanziellen Engpasses nicht auf eine neue, hübsche Einrichtung verzichten möchte, hat mit Hilfe des Shabby Chics zwei Möglichkeiten. Er kann entweder alte Möbelstücke auf dem Familien- oder Bekanntenkreis erben und aufbereiten oder er schaut sich auf dem Flohmarkt um und ersteht da die Basis für das erste Projekt. Anfängern wird geraten, mit etwas einfachen wie simplen Stühlen oder Regalen zu beginnen. Wer sich etwas mehr zutraut, kann auch bereits eine kleine Kommode als erstes Shabby Chic Projekt wählen. Es sollte nur beachtet werden, dass der Schwierigkeitsgrad der Restaurierung mit jeder Ecke, Kante und jedem Dekorationselement steigt.

Shabby Chic – so geht‘s

Die Restaurierung eines Möbelstücks, das am Ende im Shabby Chic erstrahlen soll, erfolgt in mehreren Arbeitsschritten, die sich teilweise wiederholen. Doch mit ein bisschen Übung und Ausdauer ist das Umstyling für jeden zu leisten. So geht’s:

    • Möbelstück reinigen: Bevor Sie zur Tat schreiten können, müssen Sie das Möbelstück, das Sie in neuem Glanz erstrahlen lassen wollen, gründlich reinigen. Wichtig ist, jegliche Verschmutzung zu entfernen. Außerdem sollte das Stück frei von Fettflecken oder Staubschichten sein. Für die Reinigung eignet sich die Verwendung von Soda-Flüssigreiniger. Reinigen Sie das Möbelstück nass, stellen Sie sicher, dass es im Anschluss gut trocknet.
    • Anschleifen: Im zweiten Schritt erfolgt der Griff zum Schleifpapier. Sie müssen das komplette Möbelstück rund herum abschleifen und damit die Oberfläche anrauen. Das dient vor allem dem Zweck, dass das Material die Farbe beim Anstreichen besser aufnimmt. Bearbeiten Sie ein besonders großes Möbelstück, können Sie sich auch im Baumarkt eine Schleifmaschine oder einen Schwingschleifer leihen, beides wird mit Strom statt mit Muskelkraft betrieben. Achten die dabei nur darauf, dass diese Geräte schlechter in kleinere Ecken gelangen. Wer sich aufgrund kleiner Flächen für Schmirgelpapier entscheidet, fährt meist mit einer Körnung von 280 sehr gut. Reinigen Sie im Anschluss das Möbelstück vom Schleifstaub. Hierfür eignet sich ein Staubsauger, verzichten Sie lieber auf das nasse Wischen. Durch den nassen Lappen wischen Sie den Staub meist eher wieder in das Holz hinein statt ihn von dort zu entfernen.

TIPP: Statt eines Staubsaugers können Sie auch einen Fön verwenden, um den Schleifstaub vom Möbelstück zu entfernen.

  • Erster Anstrich: Wenn Sie das Möbelstück Ihrer Wahl angeschliffen und vom Staub gereinigt haben, können Sie sich an den ersten Anstrich wagen. Viele Heimwerker verwenden Acrylfarbe. Welche Farbe Sie verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Beliebt sind Weiß, Rot oder Blau. Auch Grün kann besonders schön wirken. Je nachdem, wie groß die anzustreichenden Flächen sind, kann eine kleine Schaumstoffrolle empfehlenswerter sein als die Verwendung eines Pinsels. Der Vorteil der Schaumstoffrolle ist, dass der Anstrich gleichmäßiger wird und man die einzelnen Pinselstriche nicht mehr sieht. Lassen Sie das Möbelstück nach dem Anstrich komplett durchtrocknen.
  • Erneutes Anschleifen: Bei vielen Projekten ist für einen schönen und dauerhaften Look ein mehrmaliges Anschleifen und Anstreichen notwendig. Sind Sie sich sicher, dass die Farbe auf dem Möbelstück komplett getrocknet ist, sollten Sie nun mit einem feinkörnigen Stück Schmirgelpapier die komplette Oberfläche abermals anrauen. Dies ist notwendig, damit auch der zweite Anstrich besser hält. Entfernen Sie anschließend den Schleifstaub.
  • Zweiter Anstrich: Nun streichen Sie das Möbelstück ein weiteres Mal deckend an und lassen die Farbe komplett trocknen. Je nach Deckkraft der Farbe wiederholen Sie nun die Schritte Anschleifen und Anstreichen abermals.
  • Patina für den Vintage-Effekt: Wenn Anstreichen und Abschleifen abgeschlossen sind und die Farbe vom letzten Anstrich komplett getrocknet ist, können Sie dem Möbelstück nun einen besonderen Touch geben. Je nach Grundfarbe, die Sie gewählt haben, können Sie mit weißer Farbe oder einem speziellen Acryllack aus dem Fachhandel eine Patina über das Möbelstück ziehen. Hierfür verwenden Sie am besten einen Schwamm oder einen Pinsel. Lassen Sie die Patina im Anschluss komplett trocknen.
  • Gebrauchsspuren einarbeiten: Nun kommt der finale Schritt, der Ihr Projekt Shabby Chic abschließt. Wenn alle Anstriche komplett getrocknet sind, nehmen Sie etwas Schmirgelpapier und arbeiten an verschiedenen Stellen Gebrauchsspuren ein. Dafür schleifen Sie das Möbelstück einfach an gewünschter Stelle soweit ab, bis das Holz wieder durchscheint. Wo Sie diese Stellen einarbeiten, bleibt dabei ganz Ihnen überlassen. Wichtig ist nur, eine gewisse Gleichmäßigkeit zu wahren. Arbeiten Sie lieber behutsam und vorsichtig, wer zu viel abschleift, muss wohlmöglich von vorne beginnen.

Nach dem letzten Schritt ist Ihr Projekt im Grunde abgeschlossen. Viele Heimwerker entscheiden sich, das Möbelstück am Ende noch einmal mit Klarlack zu versiegeln. Hierfür sollte der letzte Schleifstaub entfernt werden, bevor der Klarlack aufgetragen wird.

TIPP: Wer sich für die Versiegelung mit Klarlack entscheidet, sollte zu mattem Lack greifen. Glanz passt nicht zum Shabby Chic und schmälert das Ergebnis.

Viel Spaß mit Ihrem persönlichen Do-it-yourself-Projekt!

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