Borretsch - Die Wirkung des Gurkenkrauts

„Borretsch“- das klingt irgendwie wie das russische Nationalgericht Borschtsch. Borretsch kann man zwar, genau wie Borschtsch essen, es hat aber nichts mit roter Beete zu tun, sondern wird umgangssprachlich eher als Gurkenkraut bezeichnet. Auch geografisch hat das Heilkraut nichts mit Russland am Hut, denn es stammt ursprünglich wohl aus dem Orient und hat dann aus dem Mittelmeerraum heraus im späten Mittelalter auch die Gärten der anderen Länder Europas erobert.

Borretsch – seit dem Mittelalter ein beliebtes Kraut

Bis heute ist Borretsch ein beliebtes Gewächs für den Kräutergarten oder findet als Zierpflanze in den heimischen Gärten seinen Platz. Die Blätter und blauen Blüten des Borretsch können dem nächsten Sommersalat den letzten Pfiff geben oder Saucen und Dips aufpeppen. Der Borretsch ist auch schon seit hunderten von Jahren Bestandteil der traditionellen der bekannten Frankfurter grünen Soße: Er gehört zu den 7 Kräutern, die in dem alten Rezept unverzichtbar sind. Dass das Gurkenkraut aber nicht unseren Geschmacksnerven etwas gutes tut, sondern auch noch ganz andere positive Kräfte hat wissen die meisten nicht. Lesen Sie hier weiter um zu erfahren, wie sich die Zufuhr von Borretsch auf unsere Gesundheit auswirken kann.

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Schon im Mittelalter erfreute sich Borretsch in der Volksheilkunde großer Beliebtheit und man sagte dem Kraut sogar Zauberkräfte nach. Besonders all denjenigen, die sich zu gefährlichen Unternehmungen, wie einem Kreuzzeug oder längeren Schiffsreisen aufmachten, wurde vorher ein Borretschaufguss verabreicht. Schon damals wurde dem Kraut zugeschrieben, dass es den Männern Kraft und Mut verleiht, den Menschen Fröhlichkeit bringe und den Kummer vertreibt. Auch heute noch kann die Verwendung des Gurkenkrauts bei Depressionen helfen.

Die Wirkungen von Borretsch sind aber noch vielseitiger: So wirkt der Borretsch bei innerlicher Anwendung beruhigend und entspannend. Äußerlich angewendet ist das Öl aus den Samen bei Hautproblemen sehr hilfreich und wirkt beruhigend auf die Haut. Die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung kann auch bei Atemwegserkrankungen helfen. Hier die möglichen Wirkungen von Borretsch auf einen Blick:

  • fiebersenkend
  • stärkt Funktion der Nebennieren
  • steigert Produktion von Adrenalin
  • stimmungsaufhellend, wirksam gegen leichte Depressionen
  • beruhigt den Herzrhythmus
  • entzündungshemmend
  • erleichtert das Abhusten
  • schweißtreibend
  • beruhigt gereizte Schleimhäute

Die Menge Borretsch macht´s: Regelmäßiger Genuss ist nicht zu empfehlen!

Wie bei so vielem im Leben kommt es auch bei dem Genuss von Borretsch immer auf die Menge an. Denn das Kraut enthält kleine Mengen von sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden Inhaltsstoffen. Eine Reihe dieser Alkaloiden sind toxisch und können unerwünschte Nebenwirkungen hervor rufen. Sie sind in größeren Mengen schädlich für die Organe, insbesondere die Leber greifen die Alkaloide an.

Ein gelegentlicher Verzehr ist jedoch unbedenklich. Ebenso der Verzehr der Blüten und Samen des Borretsch zum Beispiel in Salaten oder anderen Speisen ist ungefährlich, da diese die erwähnten Alkaloide nicht enthalten. Auch das Öl des Gurkenkrauts, welches meistens äußerlich angewendet wird, ist egal in welche Menge unbedenklich.

Borretschöl kann innerlich und äußerlich angewandt werden

Da der komplette Verzehr der Pflanzenteile aufgrund der teilweise toxischen Inhaltsstoffen eher weniger verbreitet ist, besteht der hauptsächliche Wirkstoff der auch medizinisch angewandt wird, aus das dem Borretschöl. Dieses wird aus den Samen der Pflanze gewonnen. Verschiedene Studien konnten belegen, dass Borretschöl besonders bei entzündlichen Hautkrankheiten wie Neurodermitis lindernd wirken kann. Das Öl wirkt etzündungshemmend und fördert die Immunabwehr.

Das aus den Samen gewonnene Öl verfügt nämlich über zwei wichtige Inhaltsstoffe: die ungesättigten Omega-6-Fettsäuren und die Gamma-Linolensäure. Beide Säuren beschleunigen den Reifungsprozess von Blutzellen, die für die Immunabwehr wichtig sind. Zudem verringern die Säuren die Bildung von Antikörpern, welche die Entzündungen auslösen.

Borretschöl kann auch bei den monatlichen Regelbeschwerden bei Frauen eingesetzt werden. Es trägt dazu bei den Stoffwechsel während des Zyklus der Frau zu aktivieren und zu stabilisieren. Das Öl wirkt so Beschwerden und schmerzhaften Krämpfen entgegen.

Um eine Wirkung zu erzielen, kann das Öl sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet werden. Am leichtesten macht man es sich dabei, wenn man das Borretschöl einfach in seine normale Ernährung wie zum Beispiel als Salatöl, intrigiert. Damit das Borretschöl auch seine Wirkung entfalten kann, sollte man täglich ungefähr 0,5 bis 3,0 g des Öls zu sich nehmen.

Bei einer äußerlichen Anwendung ist es empfehlenswert bereits fertige Produkte, die Borretsch enthalten wie zum Beispiel verschiedene Cremes zu verwenden. Denn so ist gesichert, dass auch immer der gleiche Wirkstoffgehalt enthalten ist und so gute therapeutische Effekte erzielt werden können.

Borretschöl für die Küche selber herstellen

Das Borretschöl, dass man normalerweise in der Drogerie oder in verschiedenen Onlineshops kaufen kann, wird aus den Samen zu einem kalten Öl gepresst. Dieses Herstellungsverfahren kann man natürlich nicht zu Hause eins zu eins umsetzen.

Trotzdem kann man eine etwas andere Variante des Borretschöl selber herstellen. Dafür muss man erst mal frischen Borretsch zum Beispiel aus dem Kräutergarten pflücken. Dabei ist es wichtig, keinesfalls mehr 2 Pflanzen zu verwenden, da die ganzen Pflanzen im Gegensatz zu den Samen, wieder die toxischen Stoffe enthalten. Dann werden die Blüten, Blätter und der Stängel in eine leere Flasche gegeben, welche daraufhin mit Öl aufgefüllt wird. Dafür sollte man am besten ein kalt gepresstes und geschmacksneutrales Pflanzenöl verwenden. Im nächsten Schritt wird die Flasche fest verschlossen und das Gemisch für einige Woche stehen gelassen. Ist das Öl gut durchgezogen, kann man es in der Küche als Salatöl oder zum verfeinern von Dips und Saucen verwenden.

Wo kann man Borretsch kaufen?

Wenn man nicht gerade einen grünen Daumen oder einfach keinen Platz für einen eigenen Kräutergarten hat, kann man Borretsch natürlich auch in den verschiedensten Formen kaufen. In Drogerien, Reformhäusern und Apotheken findet man neben vielen anderen Naturheilmittel auch Borretsch. Dabei wird hier natürlich nicht die ganze Pflanze verkauft, sondern meistens das Öl. Vor dem Kauf sollte man allerdings einen Blick auf die Inhaltsstoffe werden und vor Einnahme auf jeden Fall den Beipackzettel des Herstellers lesen.

Wer gerne immer frischen Borretsch zur Hand haben möchte, der kann in verschiedenen Onlineshops oder auch beim Gärtenhändler um die Ecke die Samen oder schon eine ausgewachsene Pflanze kaufen. Wer den Borretsch selber einpflanzen will, der sollte die Samen zwischen April und Juni einsäen. Nach 7-14 Tagen sprießen dann die ersten Borretsch-Pflanzen aus der Erde. Nach ca. 40 Tagen ist der Borretsch ausgewachsen und kann eine Größe von ca. fünfzig Zentimetern erreicht haben. Dann ist auch die Zeit gekommen um zu „ernten“ und die ersten Blätter für den nächsten Salat können gepflückt werden.

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