Rosenöl – Besonderes Öl für die Schönheit

Das Rosenöl: Die wunderschönen Blüten und Düfte kultivierter Rosen begleiten die Menschheit schon seit tausenden von Jahren. Schon in der griechischen Antike wurde die Rose als „Königin der Blumen“ getauft. Mit Begeisterung und Hingabe werden bis heute die beliebten Ziersträucher gezüchtet. Die Kulturrose unterscheidet sich dabei deutlich von der Wildrose. Die Blütenkronblätter der Rosengewächse bilden den Grundstoff für das kostbare Rosenöl, welches für die Parfumindustrie eine bedeutende Substanz ist.

So wird Rosenöl hergestellt

Die Herstellung von natürlichem, ätherischem Rosenöl ist mit sehr viel Arbeit und hohen Kosten verbunden. Vorrangig kommt das Verfahren der Wasserdampfdestillation der frisch geöffneten Blüten zum Einsatz. Die Blüten werden in den Anbaugebieten in Bulgarien sowie in der Türkei und in Südfrankreich noch immer mit der Hand gepflückt und nach der Ernte sofort in große Kessel gegeben. Die frischesten Blüten, die für das Rosenöl benötigt werden, müssen bereits in den frühen Morgenstunden (etwa zwischen vier und neun Uhr, je nach Temperaturen auch bis elf Uhr) gepflückt werden. Diese Zeiten werden streng eingehalten, denn zu späterer Tageszeit verringert sich der Gehalt an ätherischem Öl in den Blüten der Rosen.

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Es werden für die Herstellung von Rosenöl sehr viele Blüten benötigt, eine Tonne Rosenblüten ergeben im Ergebnis nur etwa 200 bis 300 Gramm des duftenden Öls. So müssen die Bauern insgesamt etwa fünf Tonnen Blüten ernten, damit ein Liter des Öls gewonnen werden kann. Die Zeit der Pflückung ist zudem recht kurz – nur von Mitte Mai bis Mitte Juni können die Rosenblüten geerntet werden, die Erntedauer beträgt also je nach Witterung nur ungefähr 30 bis 40 Tage. Pro Tag kann ein Pflücker etwa 50 Kilogramm Blütenblätter schaffen. Eine der wirtschaftlichsten Sorten ist die Damaszener Rose, auch die „weiße Bauernrose“ gilt als ertragbringend. Geschätzt wird vor allem das Rosenöl aus Bulgarien, welches ein sehr blumiges Aroma aufweist.

Nachdem die Rosenblüten in den Kupferkesseln gelandet sind, wird die vierfache Menge Wasser hinzu gegeben. Per Wasserdampf wird die so entstandene Mixtur von unten mit einem Druck von einem Bar erwärmt und destilliert. Durch den Dampf des Wassers werden die duftenden Inhaltsstoffe der Blüten gebunden. In eine Kühlanlage, in die er abgeleitet wird, kondensiert der Dampf in Form einer milchähnlichen Flüssigkeit, die an fetthaltiges Wasser erinnert. Diese Flüssigkeit enthält etwa 300 Gramm reines Rosenöl. Das erste Destillat wird dann abgeschöpft, die restliche milchige Substanz wird erneut destilliert und es entsteht ein etwas schwächeres Öl mit geringerem Aroma. Im Anschluss an die Destillation erfolgt die Dekantierung und Filtrierung beider Öle.

Da die Produktion das Öl zu einem der teuersten ätherischen Öle macht, wird sogar das verwendete Wasser kostbar. Als Rosenwasser findet dies in der Industrie bei der Herstellung von Naturheilmitteln und Naturkosmetika Anwendung.

Wertvolle Inhaltsstoffe in Rosenöl

Etwa drei- bis vierhundert verschiedene Inhaltsstoffe sollen in ätherischem Rosenöl enthalten sein, eine Identifizierung von mehr als 300 Stoffen erfolgte bereits. Dabei kommen bestimmte Substanzen natürlich nur in sehr geringen Mengen vor, weshalb eine konkrete Bestimmung aller Inhaltsstoffe bislang noch nicht erfolgen konnte. Die wichtigsten Bestandteile in Rosenöl sind die Terpenalkohole Geraniol und Citronellol. Dabei handelt es sich um sehr verträgliche Terpenmoleküle, welche für den Menschen absolut ungiftig sind und nicht toxisch wirken. Sie sollen zudem gegen Mikroorganismus wirksam sein und werden deshalb gern in der Hautpflege verwendet.

Zusätzlich zu Geraniol und Citronellol sind in Rosenöl folgende Inhaltsstoffe zu finden:

AldehydeEugenol
ApfelsäureEugenolmethyleter
BernsteinsäureFarnesol
CarvonLinalool
CitralNerol
EthanolPhenylethylalkohol

Zudem finden sich in dem duftenden Öl höhere aliphatische Kohlenwasserstoffe, einige Fette und auch Gerbstoffe. Etwa 80 Prozent des Rosenöls bestehen aus Geraniol, Citronellol, Linalool und Phenylethylalkohol. Aufgrund dieser Inhaltshaltsstoffe ist es deshalb auch möglich, Rosenöl auf synthetischer Basis herzustellen. Allerdings sind dessen Wirkungen nicht so optimal, wie es dem naturbelassenen Rosenöl nachgesagt wird.

Rosenöl und seine Eigenschaften

Schon seit vielen tausenden von Jahren verzaubert Rosenöl vor allem durch seinen betörenden Duft. Doch auch auf die Gesundheit werden dem Öl aus Rosenblüten positive Wirkungen nachgesagt. Es soll das allgemeine Wohlbefinden verbessern können und kann auch als

  • Aphrodisiakum
  • Antidepressivum
  • Bakterienbekämpfer
  • Krampflöser

verwendet werden. Rosenöl soll außerdem schmerzlindernd wirken und wird in der Naturheilkunde vor allem bei Bauchschmerzen oder auch Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Auch gegen Kopfschmerzen kann es helfen. Hilfreich soll auch es bei Schlafstörungen sein. In der Hautpflege gilt Rosenöl als natürliches Mittel, welches eine Dermatitis bekämpfen und antiseptisch wirken kann.

Angewendet wird Rosenöl zudem gern in der Küche, wo es Koch- und Backrezepte verfeinert. Die Kosmetikindustrie verwendet es vor allem in Cremes und Parfums, auch Anti-Aging-Produkte werden damit versetzt. Zudem findet Rosenöl Anwendung als Massage- und Körperpflegeöl und in der Aromatherapie.

Rosenwasser – Eine sanfte Alternative zu Rosenöl

Ist das ätherische Öl zu „dick“, kann alternativ auch das leichtere Rosenwasser verwendet werden. Anwendung findet es meist als Raumduft, in der Küche oder auch bei der Körperhygiene.

Rosenwasser ist weniger intensiv, soll aber vergleichbare Wirkungen wie Rosenöl erzielen. Es handelt sich um ein Nebenprodukt, welches während der Destillation entsteht. In Rosenwasser sind deshalb die Reste des ätherischen Öls in einer gelösten Form enthalten, weshalb Rosenwasser den typischen Duft und auch Geschmack von Rosen aufweist. Für die Haltbarkeit wird Rosenwasser oft mit Natriumbenzoat oder Paraben versetzt. Hier sollten Anwender vor allem auf den Verwendungszweck Wert legen. Ein Rosenwasser, das zum Verzehr verwendet werden soll, sollte naturbelassen bleiben. Allerdings ist dies auch meist nur ein bis maximal zwei Jahre haltbar.

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