Dänemark - Rauhe Schönheit im hohen Norden

Von Hamburg aus in zwei bis vier Autostunden schnell und unkompliziert zu erreichen, liegt Dänemark im hohen Norden Europas. Das Land ist aufgrund der kurzen Entfernung ein beliebtes Urlaubsziel für deutsche Familien oder Reisegruppen. Mit Anbindung an Nord- und Ostsee sowie diversen Seen und Inseln bietet Dänemark für nahezu jeden Geschmack etwas. Besonders Fans von Wasser- und Angelsport kommen voll auf ihre Kosten. Was sich für Urlauber auf jeden Fall lohnt und was beim Dänemarkurlaub auf jeden Fall beachtet werden muss, wird im Folgenden zusammengefasst.

Das Dänische Königreich mit deutscher Minderheit

Die dänische Nationalflagge, das weiße, nach links versetzte Kreuz auf rotem Grund, gilt als eine der ältesten Flaggen der Welt. In ihrer Nationalsprache wird die Flagge auch Dannebrog genannt. Es wird davon ausgegangen, dass die Flagge erstmals von den Wikingern verwendet wurde. Die Faröer, Grönland und Dänemark zusammen genommen werden offiziell als das Dänische Königreich bezeichnet. Die Landeswährung sind die Dänischen Kronen, DKK abgekürzt. Obwohl Mitgliedsstaat der Europäischen Union, hat sich die dänische Regierung gegen die Einführung des Euros entschieden. Urlauber werden aber feststellen, dass man in vielen touristischen Einrichtungen ebenfalls in Euro bezahlen kann. Die Grenze zu Deutschland ist die einzige Landesgrenze, über die Dänemark verfügt. Ansonsten ist das Land über die Nordsee sowie die Ostsee zu erreichen. Die Amtssprache Dänemarks ist Dänisch, doch einige wenige Dänen sprechen ebenfalls Deutsch. Besonders im Süden Dänemarks sowie in stark von Tourismus geprägten Gebieten wird viel Deutsch gesprochen.

Ribe – Mittelalterliche Stadt voller Wikingergeschichte

Eine der für Touristen lohnenden Städte ist das westlich an der Nordsee gelegene Ribe. Die Stadt ist direkt an den Nationalpark Wattenmeer angeschlossen und damit besonders für junge Familien interessant. Gegründet im 8. Jahrhundert ist Ribe die älteste Stadt Dänemarks und war vor allem im Mittelalter und der Frühen Neuzeit der wichtigste Nordseehafen des Landes. Mittlerweile hat die Stadt als Hafen an Bedeutung verloren, erfreut sich dafür aber eines großen touristischen Interesses. 1580 wurde die Stadt von einem großen Brand, vier Pestepidemien und einigen Sturmfluten heimgesucht, was ihren Niedergang als bedeutende Handelsstadt beschleunigte. Andererseits erfüllte dies die Stadt auch mit Geschichte. Verschiedene Tourguides bieten Interessierten spannende Stadtführungen durch die historische Altstadt an, in denen man auch interessante Einblicke zur Geschichte des ehemaligen Wikingerstadt erhält.

Da die Stadt als wichtiger Handelsplatz von den Wikingern begründet wurde, verfügt Ribe heute über das VikingeCenter, ein außergewöhnliches Freilichtmuseum. Hier werden Besucher in die Zeit der Wikinger zurückversetzt und können während eines aufregenden Tagesbesuchs die Kultur und Lebensweise des mittelalterlichen Volkes nachempfinden. Von kulinarischen Eigenheiten über die Wohnsituation bis hin zur Handwerkskunst kann alles bestaunt, erfahren und sogar nachgemacht werden. Einmal im Jahr, Anfang Mai, findet im VikingeCenter ein Wikingermarkt statt, auf dem Besucher eine Woche lang tief in die Kultur der Wikinger eintauchen können. Ein Erlebnis für die ganze Familie!

Ein weiteres Erlebnis, das Urlauber im Herbst genießen können, sind die angebotenen Austern-Safaris. Ein Tourguide nimmt Unternehmungslustige mit ins Wattenmeer und sammelt mit ihnen dort ihre eigenen Austern. Die Saison dafür ist in der Regel zwischen Oktober und April, da die Austern während der kalten Jahreszeiten keine giftigen Algen enthalten. Für jeden Liebhaber von Meeresfrüchten ein absolutes Muss! Angeboten werden die Touren vom Wattenmeer Center oder von Mandø Event. Da der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ein Wasserstand ist, der mehr als zwei Meter betragen kann, ist Touristen anzuraten, niemals ohne Wattenmeerführer auf Austernsuche zu gehen. Weiterhin weisen die Veranstalter daraufhin, dass der Verzehr der Austern trotz der geführten Touren auf eigene Gefahr hin erfolgt.

Ein besonderes Erlebnis für Wattwanderer mit langem Atem ist die Insel Mandø, die mitten im Wattenmeer zwischen Rømø und Fanø gelegen ist. Anders als die übrigen Nordseeinseln bleibt Mandø vom Massentourismus weitgehend unberührt. Das liegt daran, dass die Insel bei Hochwasser völlig von normalen Verkehrswegen abgeschnitten ist und in dieser Zeit kein Herauf- oder Herunterkommen von der Insel möglich ist. Geschützt wird die Insel von einem Seedeich, der diese komplett umschließt. Hier kann man Natur und das Leben der dänischen Einwohner noch in voller Pracht und bei absoluter Ruhe erleben. Aktuell leben noch ca. 35 Menschen auf der kleinen Wattenmeerinsel, 1890 waren es noch 262 Einwohner.

Die märchenhafte Insel – Fünen

Ein weiteres, beliebtes Urlaubsziel ist die Insel Fünen, östlich von Dänemark in der Ostsee gelegen. Dänen nennen die Insel auch liebevoll den grünen Garten des Königreichs. Mit dem Festland ist sie über die Große Belt Brücke und die Kleine Belt Brücke verbunden. Die Straßen sind vornehmlich mit strohgedeckten Fachwerkhäusern gesäumt, was den besonderen Charme der Insel ausmacht. Interessanter Fakt für Urlauber: Hans Christian Andersen ließ sich in Fünen zu vielen seiner Märchen inspirieren. In der Stadt Odense befindet sich deshalb nicht nur das Kindheitshaus von H. C. Andersen, sondern auch ein Museum. Ebenfalls findet eine Andersen Parade statt, bei der 21 Märchen in 21 Minuten präsentiert werden. Ein tolles Erlebnis für kleine und große Familien.

Familien kommen auch im Zoo Odense voll auf ihre Kosten. Über 50 verschiedene Tierarten lassen sich das ganze Jahr über bewundern. Ein besonderes Highlight für Groß und Klein ist die Giraffenfütterung. Auge in Auge mit den sanften Riesen des Tierreichs kommt man den herrlichen Tieren so nahe wie nie zuvor. Bei einer maximalen Personenanzahl von 25 Leuten pro Fütterung kommt jeder Besucher ganz nah an die Tiere heran und die Giraffen werden keinem unnötigen Stress ausgesetzt. Neben der Giraffenfütterung bieten auch andere Tiershows Gelegenheit, exotische Tierarten live und ganz nah zu erleben.

Geschichtsinteressierte finden mit dem Fünischen Dorf ein einzigartiges Freilichtmuseum mitten in Odense vor. 25 ländliche Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigen das Leben vor 200 bis 300 Jahren und versetzen Besucher damit in eine ihnen bis dahin völlig unbekannte Zeit. Fachwerkhäuser, bebaute Felder, Gärten, Haustiere und der Dorfteich sind wie zu H.C. Andersens Zeiten belassen worden und gibt damit Einblick in die Epoche, in welcher der Autor sein Leben und Schaffen verbrachte. Über das gesamte Jahr hinweg finden Aktivitäten in dem Dorf statt, die nicht nur dem damaligen Leben angepasst sind, sondern auch die Besucher des Dorfes auf spannende Art und Weise mit einbeziehen. Mit ca. 8 Euro Eintritt ist der Besuch des Dorfes auch für kleine Geldbeutel geeignet.

Dänemarkurlaubern ist generell zu empfehlen, sich vor ihrem Urlaub mit dem Reiseziel vertraut zu machen, hat das Land doch viele spannende Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse zu bieten. Wer mit dem Auto anreist, sollte wissen, dass sowohl für die Storebaelt Brücke als auch die Øresund Brücke Mautgebühren anfallen. Für einen Tagestrip nach Kopenhagen sollte das unbedingt einkalkuliert werden. Ansonsten werden in Dänemark keine Mautgebühren verlangt. Die angezeigten Geschwindigkeitsbegrenzungen sollten dringend beachtet werden, da sonst empfindliche Strafen drohen. Beachtet man diese Kleinigkeiten, steht einem traumhaften Urlaub im hohen Norden nichts mehr im Wege.

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