Rasenpflege nach dem Winter: So wird er wieder schön

Besonders die Winterzeit setzt dem einst schönen Rasen zu und beeinträchtigt die gesamte Optik des Gartens. Er hat Löcher, ist vermoost, mit Unkraut durchwachsen, kraftlos, braun und ausgedünnt. Viele Gartenbesitzer scheuen jedoch vor dem vermeintlichen Aufwand zurück, die eine stellenweise Erneuerung der Rasenfläche mit sich bringt. Dabei ist die Erneuerung des Rasens durch Umgraben schon seit mehreren Jahrzehnten nicht nur bei Gartenexperten bekannt. Am besten planen Sie die Erneuerung Ihrer Rasenfläche in dem Zeitraum von Mai bis September ein. Wichtig ist, dass Sie ein qualitativ hochwertiges Rasengut verwenden, das eine optimale Versorgung der jungen Gräser mit allen wichtigen Nährstoffen garantiert.

Rasenpflege: Kleine Stellen

Bevor Sie sich an die Erneuerung Ihres Rasens heranwagen, sollten Sie die betroffene Fläche kurz übermähen und alle losen Bestandteile mit einem Rechen entfernen. So bekommen Sie einen ersten Überblick über die Schadenslage. Handelt es sich nur um sehr kleine schadhafte Stellen, entfernen Sie Unkraut und Moos mit einem Rechen. Anschließend bringen Sie die Nachsaat aus, bei der es sich um dieselbe Rasensorte handeln muss, damit optische Unterschiede verhindert werden. Mit einem geeigneten Dünger erhalten die Keimlinge alle wichtigen Nährstoffe. Mit einer regelmäßigen Bewässerung sehen Sie die ersten Ergebnisse bereits nach wenigen Tagen. Junge Gräser wachsen nach und schon bald ist der unerwünschte „Lochfraß“ nicht mehr zu sehen.

Rollrasen

#64178761 - fotolia.com - bildergala

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Eine weitere Möglichkeit der Ausbesserung besteht durch Rollrasen. Dieser ist als Meterware im Gartenhandel erhältlich. Er ist zwar stabil und unempfindlich, jedoch nicht ganz günstig. Nachteil ist, dass Rollrasen, der auch als Fertigrasen bezeichnet wird, nicht in der gleichen Vielfalt erhältlich ist, wie reguläre Rasensorten. Dieser Rasen wird in der Zeit von März bis Mai oder sowie von September bis Oktober ausgelegt. Die geschädigte Rasenstelle wird rechteckig ausgehoben und der Boden mit Dünger vorbereitet. Anschließend wird das geschnittene Stück Rollrasen eingesetzt.

Wenn Sie eine größere Fläche ausbessern, verlegen Sie den Rasen versetzt, um gleichmäßig verlaufenden Nähte zu vermeiden. Stellen Sie bereits während des Verlegens eine Lücke fest, lässt sich diese meistens auch durch Fertigrasen nicht mehr schließen. Bei dieser schnellen Reparatur müssen Gartenbesitzer darauf achten, dass das ausgehobene Stück, in das der Rollrasen eingebracht wird, etwa drei bis vier Zentimeter tiefer ist als der übliche Rasen, um Höhenunterschiede zu vermeiden.

In fünf Arbeitsschritten erneuern Sie Ihren Rasen ohne viel Aufwand.

Schritt 1: tief mähen

Der Rasenmäher wird auf die niedrigste Schnitteinstellung gestellt und der Rasen tief gemäht. Der alte Rasenbestand wird geschwächt und es entsteht Raum für die jungen Gräser. Wichtig ist, das Mähgut restlos zu entfernen.

Schritt 2: Vertikutieren

Nach dem Mähvorgang ist der Rasen kurz und wird mehrfach in Quer- und Längsrichtung vertikutiert. Durch das Vertikutieren bekommen die neu ausgesäten Rasensamen an jeder Stelle optimalen Bodenkontakt und finden gute Wachstumsbedingungen vor. Wer keinen Vertikutierer hat, leiht sich ein Gerät im Baumarkt. Der Vertikutierer weist scharfe Messerklingen auf, die die Rasenfläche aufschlitzen und Moos, Unkraut, Filz und Kräuter herausziehen. Auf diese Weise wird der Rasen von dieser Altlast befreit und kann wieder frei „durchatmen“. Die befreiten Stellen werden nun wieder mit ausreichend Sauerstoff versorgt und bieten die optimalen Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum der Nachsaat. Problemkräuter, wie der sich aggressiv vermehrende Ehrenpreis stellen eine zusätzliche Belastung dar. Hier hilft nur der Einsatz eines Totalherbizides. Dieser Unkrautvernichter geht gegen alle Unkräuter und lebende Gräser vor.

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Sollten Sie unsicher sein, welcher Unkrautvernichter geeignet ist, informieren Sie sich in einer Gärtnerei oder im Baumarkt. Beachten Sie immer die Sicherheits- und Verwendungshinweise auf den Etiketten. Wer neuen Rasen aussäht, muss einen Unkrautvernichter verwenden, bei dem eine zeitnahe Nachsaat möglich ist. Fällt das Ergebnis nach dem Mähen und Vertikutieren noch nicht aus, wie gewünscht, sind nachträgliche Schönheitskorrekturen wie das stellenweise Auf- oder Abtragen des Oberbodens möglich. Bei großflächigen Erdbewegungen von mehr als 20 qm oder kompletter Neugestaltung des Gartens sollte eine Neuanlage anstatt einer Reparatur des Rasens in Betracht gezogen werden.

Schritt 3: Starter-Dünger austreuen und Saatgut einbringen

Die phosphorbetonte Dünger-Sorte und das Saatgut werden gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche verteilt. Für das einfache und gleichmäßige Ausbringen empfiehlt sich ein Streuwagen, der Fehlstreuungen verhindert. Das Gesamtbild wird gleichmäßig, wenn der Dünger in Längsrichtung ausgestreut wird und die Samen in Querrichtung verteilt werden.

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Schritt 4: Abdecken

Dünger und Samen müssen mit einem Bodenschluss abgedeckt werden. Dieser erfolgt durch eine ungefähr 0,5 cm dicke Schicht aus Torf oder einem ähnlichen, nicht gedüngten Substrat, um das Saatgut zu schützen. Torf hat den Vorteil, dass er eine Unterversorgung mit Wasser anzeigt, indem er hell wird.

Schritt 5: Beregnung

Ein optimales Ergebnis erzielen Sie nur durch eine regelmäßige Pflege des Saatgutes. Die unterschiedlichen Rasengräser in einer Mischung benötigen verschiedene Zeitintervalle, um zu keimen. Da die Keimlinge in dieser Wachstumsphase noch kein voll ausgebildetes Wurzelsystem haben, können sie ihren Wasserdarf nicht selbst decken. In den ersten drei bis vier Wochen nach der Aussaat ist eine regelmäßige Bewässerung notwendig, damit die Keimlinge nicht vertrocknen. Die obere Bodenschicht muss ausreichend Feuchtigkeit enthalten, um die anfälligen Rasenkeimlinge mit Wasser zu versorgen.

Fällt in den Sommermonaten wenig Niederschlag, befinden sich die Rasenkeimlinge in einer für sie sehr ungünstigen Lage. Aufgrund mangelnder Wasserversorgung drohen sie zu vertrocknen. Daher müssen Sie die ausgebesserte Rasenfläche mit den Rasenkeimlingen in den ersten drei bis vier Wochen nach der Aussaat regelmäßig beregnen. Bereits nach einer Woche sehen Sie das Ergebnis Ihrer Bemühungen in Form kleiner, zarter und grüner Gräser. Sechs Wochen nach der Aussaat erfolgt die Langzeitdüngung des erneuerten Rasens. Durch diese Nährstoffzufuhr bestocken sich die Rasenkeimlinge, bilden Blattmasse und verdichten den Rasen.

Regelmäßige Pflege

Wenn Ihr erneuerter Rasen komplett ist, pflegen Sie ihn regelmäßig. Mähen Sie Ihren Rasen in Abständen von zwei bis vier Wochen und befreien Sie ihn mit dem Vertikutierer von Unkraut, Moos und sonstigen Rückständen, damit die Aussaat an den ausgebesserten Stellen die Möglichkeit hat, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen, um sich optimal zu entfalten. Eine Schnitthöhe von zwei bis vier Zentimetern bietet optimale Voraussetzungen für den neuen Rasen, sich voll zu entwickeln. Diese kurze Schnitthöhe bewirkt eine Teilung der Grashalme, die an der Gabelung erneut austreiben und somit zu einem dichten Wachstum beitragen. Mähen Sie Ihren Rasen nur, wenn er trocken ist, denn der Rasenmäher erfasst nasses Gras nicht richtig, die Schnitthöhe fällt unterschiedlich aus. Herrschen Temperaturen über 30 Grad Celsius, wird der Rasen vormittags gemäht, denn morgens ist er noch feucht von der Nacht und am Nachmittag verbrennt er durch die Sonneneinstrahlung.

In der Woche und samstags ist das Rasenmähen in der Zeit von 09:00 bis 13.00 Uhr und von 15:00 bis 17:00 Uhr erlaubt. Halten Sie diese Ruhezeiten ein, da das Bundesimmissionsschutzgesetz vorschreibt, zu welchen Zeiten laute Geräte und Maschinen betrieben werden dürfen. Diese Vorschrift ist bußgeldbewehrt. Leise arbeitende Rasenmäher mit dem EU-Umweltzeichen dürfen von 07:00 bis 20:00 Uhr durchgängig eingesetzt werden.

Welchen Rasentyp bevorzugen Sie?

Ein artenreicher, ökologischer Rasen ist pflegeleichter, denn Sie müssen ihn nicht so oft mähen und regelmäßig von verschiedenen Unkräutern, Kräutern und Wildblumen befreien, da diese bunte Artenvielfalt erwünscht ist. Sie unterstützen und dulden das Wachstum verschiedener Pflanzen. Mit dieser Haltung fördern Sie die Natur-, Pflanzen- und Tierwelt, für die die bunte Blumenwiese ein optimales Habitat bildet. Informieren Sie sich im Internet, in Ihrer Gärtnerei oder beim NABU über das Anlegen einer ökologisch sinnvollen Blumenwiese.

Der Vorzeigerasen, auch als englischer Rasen bezeichnet, ist pflegeintensiv, denn schließlich soll er gleichmäßig grün und perfekt geschnitten sein. Neue Pflanzen oder eine bunte Artenvielfalt sind unerwünscht. Dieser Rasen wird eher als Zierrasen genutzt.

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